15 Feb 2010 / Norman Schräpel

Die neuen Intellektuellen –> Blogger

Der (öffentliche) Intellektualismus ist tot! Warum? Die Postmoderne hat ihn zerstört. Seitdem es für alle Fragen scheinbar unzählige Antworten gibt und alle irgendwie stimmen glauben wir niemanden mehr der Universalien predigt. Doch halt! Es gibt ja doch noch welche. Wer sind eigentlich die vielen Experten in den Nachrichten? Ihre Namen werden zumeist von irgendeinenem-zum-teil-recht-irrsinnigen Expertenstatus begleitet: da gibt es Experten für Schneekatastrophen oder Tiernahrung. Alle haben sie etwas zu sagen und ihnen wird auch das Wort erteilt. Sie kommentieren Nachrichten, geben scheinbar wichtige Hintergrundinformationen doch wiederholen zumeist genau die Aussagen die sowieso schon jeder kennt. Nein, dass sind nicht die neuen Intellektuellen. Vielmehr sind sie ein Beispiel warum der in Deutschland so lang gepflegt Intellektualismus zu Grabe gelegt wurde. In einem Artikel des holländischen Wissenschafts- und Technikforscher Wiebe Bijker wird also richtigerweise nach neuen Intellektuellen gefragt. Bijker sieht diese Rolle innerhalb seiner Disziplin und kann auch ein durchaus nachvollziehbares Argument machen. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
13 Feb 2010 / Oliver Müller

Bildkonjunkturen – Unterwegs auf den Schnellstraßen des Ikonischen (Teil I)

Manchmal lohnt es sich doch ein wenig genauer hinzuschauen. Bilder haben Konjunktur, Bilder repräsentieren Konjunkturen, Bilder sind Repräsentanten ideologisch, politischer Konjunkturen. Sie lassen sich mobilisieren und auf Reisen schicken an Orte an denen sie Sogwirkungen und Spiralen, manchmal infernalische Strudel auslösen können, die eine Gesellschaft an den Rand ihrer funktionalen Ordnungen zu bringen drohen. Der Karikaturenstreit bleibt in aller Munde, ein Indiz dafür, dass die Bilder etwas anrichten, wenn sie zum darüber Reden und vor allem zum Handeln animieren. In den westlichen Gesellschaften argumentieren wir gerne mit dem obersten Gebot der Presse- und Meinungsfreiheit und vergessen dabei scheinbar im Kollektiv den Umstand, dass eine gesellschaftlich, institutionalisierte und in die Welt getragene Meinungsfreiheit auch immer deren heimische Weltanschauung und Moralvorstellung transportiert. Es geht hierbei nicht darum, die wertvollen weil mit nichts aufzuwiegenden Potentiale von Minderheitsmeinungen in Abrede stellen zu wollen. Vielmehr ist zu betonen, dass westliche Medienindustrien und Bilderdistribuierungsinstanzen, Presse- und Meinungsfreiheit hin oder her, vornehmlich gern ein exklusives Package von Mehrheitsmeinungen und Bildern mit kleinem Umfang in Umlauf bringen und fluktuieren lassen. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
25 Jan 2010 / Friedemann Ebelt

Die Show vor dem Körperscanner. Warum Scannen und nicht Ausziehen?

Jetzt Podcast anhören/Download

Beim Körperscannen treten die Reisenden vor eine Kamera. Die Scankamera verwandelt sie zu Schauspielern. Das Sicherheitspersonal und Hinweisschilder zeigen, welche Posen eingenommen werden müssen, damit der Scan sichtbar macht, was Terroristen verbergen wollen.

Diese Regieanweisungen führen dazu, dass in dem Scanner immer und immer wieder die selben Szenen von verschiedenen Menschen gespielt werden. Kann eine falsche Pose verräterisch sein?

Es sind verschieden Bilder, die beim Fotoshooting der Generation optische Aufklärung gemacht werden. Die letzte Gerätegeneration kann gestochen scharfe dreidimensionale Darstellungen des nackten Körpers erzeugen, wenn ein Mensch vor der Kamera vorbeiläuft.

Die Kamera sieht den Körper, der Körper sieht die Kamera nicht. Wer sieht die Bilder und wo befindet sich das Publikum, für das diese Aufnahmen gemacht werden?

In der ersten Zuschauerreihe sitzt das Sicherheitspersonal am Flughafen und bestaunt die Show auf einem Bildschirm als Liveübertragung. Wenn diese mit einem IPhone abfotografiert wird, kann das Scanbild als Video seine Internet-Karriere auf Youtube beginnen. Wird dieses Bild an eine elektornisch Personalakte angehängt, wie in Deutschland der ELENA Dateien, wird das Bild in Zukunft die Biografie des Körpers bestimmten, der vor der Kamera vorbeilief. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
10 Jan 2010 / Norman Schräpel

Scanne mich, denn es ist hübsch! – Über Nacktscanner

Wir leben in einer Welt voller Bilder. Zugegeben das ist keine neue Aussage und sie ist noch nicht einmal besonders aufregend. Und doch kann sie helfen um die aktuelle Diskussion um Nacktscanner um einige Punkte zu erweitern.

Irgendwann Anfang der 1990er Jahre wurde in den Sozialwissenschaften die ikonische Wende ausgerufen (pictorial turn). Diese Wende weißt auf das Aufkommen einer visuellen Kultur hin, die immer wieder mit der Entwicklung bildgebender Technologien (Foto, Film, Röntgenaufnahmen) historisch skizziert wird. Visualisierungen durchdringen heute beinahe jeden Bereich von Gesellschaft. Längst haben wir gelernt Bilder im Alltag auf eine bestimmte Weise zu lesen. Wird der Begriff auf alle Visualisierungsformen erweitert, also auch auf Diagramme, Karten, Symbole oder Modelle bemerken wir schnell, dass Bilder eine große Menge an Wissen in unseren Alltag tragen. In der Werbung wird dies gegen uns angewendet. Längst weiß man dort welche Wirkung Visualisierungen auf Wahrnehmung und Wissenstransfer haben. Aber auch der Erfolg von Webseiten wie youtube oder flickr lassen erahnen wie wichtig die Wissenskommunikation über Bilder geworden ist. Freilich hat dieser Prozess verschiedene Auswirkungen auf unsere soziale Praxis. In der Medizin wendet sich der ärztliche Blick vom Körper der Patienten auf die Monitore, wir entdecken unbekannte und ferne Plätze durch Reportagen und Bilder im Fernsehen und wir produzieren eben auch Geräte die angeblich zu unseren eigenen Sicherheit durch unsere Kleidung sehen kann. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
8 Jan 2010 / Norman Schräpel

‘Geocultural’ Literatur und andere Szenarien über die Welt

Am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle finden in regelmäßigen Abständen Konferenzen und Vorträge statt. Der erste Vortrag in diesem Jahr wurde von dem schwedischen Ethnologen Ulf Hannerz gehalten. Unter dem Titel Images of the World, Now and Next: global scenarios as texts and transnational cultural phenomena stellte er eine Reihe von Büchern (oder vielmehr eine Textgattung) vor, in denen (ethnologische) Themen scheinbar populistisch diskutiert werden. Hannerz versuchte zu zeigen, dass zumeist im englischsprachigen Raum immer wieder Werke in den „Buchläden der Flughafen“ liegen, die im politisch-rechten Spektrum eine fragliche Sicht auf die unterschiedlichsten Themen wie kulturelle Vielfalt (Huntington) oder die politische Rolle der USA (Joffe) haben. Vor allem aber, werden in diesen Texten globale Zukunftsszenarien geschaffen, was Hannerz dazu veranlasst diese Bücher als „geocultural“ Literatur zu bezeichnen. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
7 Jan 2010 / Norman Schräpel

Wild denken – Gastbeiträge

Gestern habe ich eine Email bekommen, in der gefragt wurde ob es möglich ist Beiträge auf dem Blog zu veröffentlichen. Eilig habe ich zurück geschrieben, dass dies unbedingt so sein sollte. Damit soll auch hier noch einmal die Einladung an alle ausgesprochen werden wild zu denken.

Ständig stolperte ich in den letzten Tagen über Dinge (in der Öffentlichkeit) die mich erfreuten oder verärgerten. Es sind genau diese, die hier neu oder anders besprochen werden sollten.

Wenn du also auch einen solchen Beitrag hast und ihn hier veröffentlichen willst, einfach ein LogIn beantragen, indem du eine Email an post@wildes-denken.de sendest.

Mehr Informationen zur Idee des Blogs findest du hier…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
1 Jan 2010 / Norman Schräpel

Gesundes neues Jahr 2010

Für wildes-denken.de beginnt in 2010 nun wirklich Jahr 1. Es wird sich zeigen, ob es gelingt regelmäßig Beiträge zu posten. Allen die es auf diese Seiten schaffen wünsche ich ein gesundes neues Jahr.

Was sich 2009 alles in der Ethnologie getan hat, kann man in folgenden Beiträgen nachlesen:

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
30 Dez 2009 / Norman Schräpel

Eine Woche wildes Denken: Zeit für eine Reflexion?

Jede wissenschaftliche Disziplin entwickelt, abhängig von aktuellen Trends, Debatten und Kontroversen, ein bestimmtes Vokabular und bestimmte Traditionen. Thomas Kuhn nannte dies Paradigmen. Auch die Ethnologie zehrt schon seit einigen Jahrzehnten an einem methodologischen Paradigma: der Selbstreflexion. Dabei werden eigen produzierten Texte kritisch hinterfragt und beurteilt. Zumeist hat solch eine Selbstreflexion einen Schutzmechanismus. Bestimmte Kritikpunkte sollen schon bevor sie überhaupt aufkommen benannt und verbannt werden. Außerdem muss sich die Ethnologie fast dreißig Jahre nach der Writing Culture Debatte immer noch ihrer Methode entschuldigen. Die Selbstreflexion ist dabei ein Entschuldigungstext, indem qualitative Forschungsmethoden gerechtfertigt werden und gleichzeitig auf ihre Grenzen hingewiesen wird. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
27 Dez 2009 / Norman Schräpel

(c) Copyrights: Was willst du? Was wollen die? – Ein Kommentar zum Film Bad Copy Good Copy

Achtung ein Experiment: Du drehst ein Video oder schreibst einen Text. Es gefällt dir was du produziert hast und du willst es der Welt zeigen. Zum Glück ist dies dank der neuen Technologien der letzten zehn Jahre beinahe kein Problem mehr. Innerhalb weniger Minuten kannst du dein Produkt weltweit zugänglich machen. Auch wenn die Konkurrenz groß ist, dein Video oder dein Text wird ein Erfolg. Millionen greifen darauf zu, kommentieren, reproduzieren, verändern. Nun die Frage: soll das so sein?

Charles Igwe in Nollywood

Genau hier beginnt die Diskussion um den Schutz und den Anspruch auf den Besitz deines Produktes. Bist du ein multinationaler Konzern, abhängig von den Einnahmen die das Video oder der Text bringen kann, wirst du versuchen dein Produkt zu schützen. Nicht zuletzt musst du ein riesiges Netzwerk aufrechterhalten, welches nur überleben kann, wenn du die ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung stellst. weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter
25 Dez 2009 / Norman Schräpel

Weihnachten – Gabentausch, Übergangsriten und Ahnenbesuch

Foto by Axel Bührmann

Heute ist Weihnachten! Wir lassen uns beschenke, verbringen einige Stunden mit der Familie und freuen uns auf die reiche Symbolik (Weihnachtsbäume, Sterne,…) die den Alltag in den letzten Tagen des Jahres schmückt. Die christlichen Wurzeln des Festes spielen dabei in den meisten Kontexten keine wichtige Rolle mehr. Ein ethnologische Blick (ähnlich die eines Fremden der das Fest nicht kennt) eröffnent die vielen Variationen des Festes (auf der ganzen Welt).

weiter lesen…

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Post on Twitter