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	<title>Wildes Denken &#187; Medien</title>
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	<description>Die Welt auf ethnologisch</description>
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		<title>Visuelle Anthropologie: Eine Disziplin die glücklicherweise keine (mehr) ist?!</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 20:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Schräpel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft & Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieser Beitrag ist als Antwort auf die von Thorolf Lipp begonnene Diskussion im Emailverteiler der Arbeitsgruppe Visuelle Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde entstanden. Zugegeben, er kann vielleicht als naiv, unreif oder gar dekonstruktiv gelesen werden. Dafür will ich mich hier schon entschuldigt und vorweg nehmen: eine Ethnologie, die visuell arbeitet liegt mir sehr am Herzen. [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag ist als Antwort auf die von <a href="http://www.thorolf-lipp.de" target="_blank">Thorolf Lipp</a> begonnene <a href="http://www.ifeas.uni-mainz.de/workingpapers/AP123.pdf" target="_blank">Diskussion</a> im Emailverteiler der <a href="http://visuelle-anthropologie.de" target="_blank">Arbeitsgruppe Visuelle Anthropologie</a> der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde entstanden. Zugegeben, er kann vielleicht als naiv, unreif oder gar dekonstruktiv gelesen werden. Dafür will ich mich hier schon entschuldigt und vorweg nehmen: eine Ethnologie, die visuell arbeitet liegt mir sehr am Herzen. Auch aus diesem Grund sind die folgenden Zeilen entstanden:</p>
<p><strong>Visuelle Anthropologie: Eine Disziplin die glücklicherweise keine (mehr) ist?!</strong></p>
<p>Die Bedingungen für Visuelle Anthropologie sind nicht schlechter geworden. Genaugenommen sollte man sogar konstatieren, dass sie wohl niemals besser waren. Die Gründe dafür sind Vielfältig (ein <a title="Bildkonjunkturen – Unterwegs auf den Schnellstraßen des Ikonischen (Teil I)" href="http://www.wildes-denken.de/2010/02/bildkonjunkturen-teil-i/">neues Bildverständnis</a>, ein Interesse komplexe Zusammenhänge <a href="http://www.demoscience.org" target="_blank">sichtbar zu machen</a> um Globalisierungsprozesse zu verstehen oder die <a href="http://vimeo.com/19712297">Neu(Entdeckung)</a> des Fremden, usw.). Dementsprechend, so meine saloppe Schlussfolgerung, steigt auch die Nachfrage an Produkten mit dem Label Visuelle Anthropologie. Doch was ist das eigentlich? So richtig will diese Frage scheinbar niemand beantworten (deswegen müsste darüber wohl viel eher diskutiert werden). Oft wird sich scheinbar damit verholfen, dass es der Ethnologe oder die Ethnologin ist, die mit einem Fotoapparat oder einer Kamera ausgerüstet loszieht um Ethnologie zu betreiben. Dass diese Definition unzureichend ist, liegt auf der Hand. Noch erschreckender ist es dann, wenn man beginnt sich mit der Visuellen Anthropologie auseinanderzusetzen und erkennt, dass die meisten Filme die sich dem <em>Genre</em> verschriebene haben nicht das halten, was sie versprechen. Das soll keine Fundamentalkritik an bestehen Arbeiten sein, sondern verweist eher auf die strukturellen Problem die man hat, wenn man aus einer Methode/Repräsentationsform eine Disziplin machen will.<span id="more-531"></span></p>
<p>Hat man dann bei seiner Auseinandersetzung eine Liste der deutschen „Visuellen Anthropologen“ zusammengestellt, ist es erstaunlich das zumeist nur ein oder zwei Filme im Repertoire dieser zu finden sind. Außerdem sind diese Filme dann oft auch Erstlingswerke, die etwa als Abschlussarbeiten in einem Masterstudium (oder einer anderen Ausbildung) entstanden sind. Die weitere Karriere wird dann entweder bestritten indem man über Visuelle Anthropologie schreibt und reflektiert oder indem man als Filmemacher tätig ist, jedoch die Produkte eher nicht als Visuelle Anthropologie bezeichnen will.((Das ist natürlich nur radikale Vereinfachung und damit kann sich niemand persönlich angesprochen fühlen. Trotzdem scheint es erschreckend, mit wie wenig praktischer Erfahrung man zu einem „Visuellen Anthropologen“ wird (und doch scheint es gleichzeitig als wichtiges Kriterium und Aufnahmebedingung).)) Kurz auf den Punkt gebracht – und hier soll auf den Beitrag von Jay Ruby verwiesen werden – <a href="http://www.visuelle-anthropologie-halle.de/component/content/article/10-blog/78-jay-ruby-good-bye-to-all-that" target="_blank">Enough already!</a></p>
<p>Anders als die (Text)Ethnographie, die aus der Ethnologie geboren ist, bleibt das Visualisieren oft bei unzureichenden Versuchen, die darüber hinaus ein sehr spezielles Publikum benötigen und eben nicht den gleichen Grad an Professionalität bieten können, wie Filme von ausgebildeten Filmemachern.</p>
<p>Das heißt nicht, dass Visuelle Anthropologie nicht weiterhin kritisches Potential entwickeln muss: so sollte über Inhalte reflektieren werden oder über methodische Einfälle und Fehlschläge. Filme von Ethnologen sollten jedoch, wie Ethnographie im Allgemeinen, als ein Form des <em>Ethnologie-machens</em> verstanden werden. Sie sollten also nicht von einer (kleinen) Gruppe „ausgebildeter“ Experten beschlagnahmt werden (es würde auch keiner auf die Idee kommen Ethnographie in Form von Text als Disziplin zu bezeichnen). Anders als manchmal vorgeschlagen, würde ich entsprechend jeden empfehlen „auch mal einen Film zu machen“. Damit würden wahrscheinlich nicht nur eine Menge anregender Filme entstehen, sondern auch neue Wege der Reflexion (zumindest letzteres würde fast immer aus solchen Versuchen hervorgehen). Das scheint zunächst wie ein Widerspruch: Visuelle Anthropologen bitte keine Filme mehr machen und alle Ethnologen bitte Visuelle Anthropologie betreiben.</p>
<p>Diese scheinbare Schizophrenie versteht man, wenn man die Diskussion der letzten Monate vor allem als Forderung die Visuelle Anthropologie als Form der Repräsentation von ethnologischem Wissen zu etablieren liest. Zu diesem Punkt muss man sich jedoch eingestanden, dass viele Dokumentarfilme (manchmal sogar „große“ Kinofilme) besser Repräsentationen schaffen (aus Angst hier gleich zu viel Kritikfläche zu schaffen nenne ich vorerst keine Beispiele und verweise auf Filme die aus den eigenen Erfahrungen herangezogen werden können). Solche Filme müssen freilich kritisch betrachten und diskutiert werden, sind aber oft besser Ausgangspunkte als die Werke vieler Ethnologen (das sieht man auch daran, dass in der Ausbildung Visuelle Anthropologie, fast ausschließlich Klassiker herangezogen werden müssen um einen Punkt zu machen). Hier scheint es also wichtig den Staub endlich richtig abzuschütteln und über neue Formen der Repräsentation und damit auch Kooperation nachzudenken um ethnologisches Wissen über visuelle Formen zugänglich zu machen.</p>
<p>Mit diesen Betrachtungen will ich also zwei Erwartungen an die Visuelle Anthropologie aussprechen (die freilich nicht neu sind, jedoch nicht immer ganz klar werden). Die eine, ist sie als <em>Werkzeug </em>zu verbreiten, welches von jedem erlernt, erprobt und angewendet werden sollte (damit wird auch die irreführende Frage, was eine solche Ausbildung für den Arbeitsmarkt bringen könnte aus dem Weg geräumt). Dass dafür ein Korpus an methodologischer Literatur vorhanden sein muss scheint selbstverständlich und sollte Ziel der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sein. Die zweite Erwartung an Visuellen Anthropologie, ist es mögliche <em>Repräsentationsform</em> zu finden, die es schaffen ethnographisches Wissen zu visualisieren. Hier muss sich jedoch eingestanden werden, dass die Ethnologie allein dazu nicht in der Lage ist. Auch wenn das Filme machen in den letzten Jahren immer billiger und einfacher wurde, es gehört eben mehr dazu als mit einer Kamera ins Feld zu gehen. Technische, ästhetische und dramaturgische Expertise muss sich aus diesem Grund entweder erkauft werden (und in der Tat muss hier die Förderung reformiert werden) oder in zusätzlichen Ausbildungen mühsam und langsam erlernt werden.</p>
<p>All das lässt zum Schluss auf folgende Aussage schließen: die Visuelle Anthropologie ist zurecht keine Disziplin. Vielmehr Methode oder Repräsentationsform die glücklicherweise immer häufiger im Repertoire von Ethnologen zu finden ist oder zumindest dort aufgenommen werden soll. Ein wirklicher Beitrag wäre es nicht sie weiter zu schließen sondern sie weit über die Fächergrenzen zu öffnen. Wie das gelingen kann, sollte in vielen weiteren fruchtbaren Diskussionen gemeinsam erarbeitet werden.</p>
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		<title>Lasst das Licht an. Gedanken zu Ethnologie und Film.</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 19:09:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[audi-visuelle Anthropologie]]></category>
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		<description><![CDATA[﻿﻿Die audio-visuelle Anthropologie (gemeint ist wissenschaftliches Arbeiten über und mit Bild und Ton) hat sich innerhalb der Ethnologie zu einer Trenddisziplin entwickelt. Obwohl oder gerade weil sich Blogs, Seminare, Festivals, Sommerschulen und ganze Masterprogramme auf das Thema konzentrieren, ist die audio-visuelle Anthropologie einem Rechtfertigungsdruck ausgesetzt und muss darum ringen als wissenschaftliches Arbeiten anerkannt zu werden. [...]


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<li><a href='http://www.wildes-denken.de/2009/12/c-copyrights/' rel='bookmark' title='(c) Copyrights: Was willst du? Was wollen die? &#8211; Ein Kommentar zum Film Bad Copy Good Copy'>(c) Copyrights: Was willst du? Was wollen die? &#8211; Ein Kommentar zum Film Bad Copy Good Copy</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>﻿﻿Die audio-visuelle Anthropologie (gemeint ist wissenschaftliches Arbeiten über und mit Bild und Ton) hat sich innerhalb der Ethnologie zu einer <a href="http://www.google.com/search?hl=en&amp;q=visuelle+anthropologie&amp;aq=f&amp;aqi=g1&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai">Trenddisziplin</a> entwickelt. Obwohl oder gerade weil sich Blogs, Seminare, Festivals, Sommerschulen und ganze Masterprogramme auf das Thema konzentrieren, ist die audio-visuelle Anthropologie einem Rechtfertigungsdruck ausgesetzt und muss darum ringen als wissenschaftliches Arbeiten anerkannt zu werden. Dabei geht es um die Frage, warum Film und nicht Text. Der audio-visuellen Anthropologie wird  Euphorie und Skepsis entgegengebracht, was ihr nur helfen kann bewusster mit Bild und Ton umzugehen. In diesem Sinn habe ich mich gefragt, was gegen das Präsentieren ethnologischer Arbeiten in Form von Audiovisionen spricht. Ich freue mich auf jeden Fall auf Kommentare, Links, Beispiele, Fragen und Kritik unter diesen Blogbeitrag und hoffe, dass er noch wächst.</p>
<p style="text-align: justify">Ich habe zwei Beispiele vom <a href="http://www.hkw.de/en/programm/2010/berlin_documentary_forum/projekt_detail.php">Berlin Documentary Forum I</a>, um besser verständlich zu machen, um was es mir geht. Weiter unten werde ich dann genereller und trage mehr oder weniger sortiert ein paar Gedanken zum Thema zusammen.<span id="more-399"></span></p>
<h3><strong>Beispiel 1: Der inszenierende Edgar Morin</strong></h3>
<h4><a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6040099.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-394" style="margin-left: 10px;margin-right: 10px" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6040099-300x225.jpg" alt="" width="206" height="154" /></a></h4>
<p style="text-align: justify">Die Künstler Ayreen Anastas, Rene Gabri (<a href="http://liminalspaces.org/?page_id=11">Kurz CV</a>) und <a href="http://www.vdb.org/smackn.acgi$artistdetail?BUCHERF">Francois Buch</a><a href="http://www.vdb.org/smackn.acgi$artistdetail?BUCHERF">er</a> stellten auf dem Berlin Documentary Forum I ihre filmische Wiederauferstehung von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Chronique_d%27un_%C3%A9t%C3%A9"><em>Chronicles of a Summer</em></a> von Edgar Morin und Jean Rouch vor. Sie haben Material, was Morin und Rouch im Film selbst nicht verwendetet haben, in Archiven gefunden und wieder in den Film eingefügt und damit sozusagen ein full-footage von <em>Chronicles of a Summer</em> hergestellt. In der restaurierten Abschlussdiskussion der ProtagonisInnen in einem Pariser Kino, die auch den originalen Film abschließt, kritisiert ein Mädchen Edgar Morin. Sie sagt, er habe in der Szene in der alle beim Abendessen zusammen sitzen und diskutieren, vorgegeben, was sie sagen sollten. Edgar Morin antworte darauf in etwa, dass er an dieser Stelle wahrscheinlich etwas zu sehr &#8216;den Rahmen vorgegeben&#8217; habe. Dieser Dialog taucht, obwohl er für einen selbstreflexiven Film durchaus relevant ist, in<a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6040118.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-398" style="margin-left: 10px;margin-right: 10px" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6040118-300x225.jpg" alt="" width="195" height="146" /></a> <em>Chronicles of a Summer</em>, nicht auf.</p>
<p style="text-align: justify">Sind die selektiven Eingriffe in Film einfach zu schwerwiegend, um einer Filmaussage trauen zu können und wenn ja woran liegt das? Kann im Film zu viel verheimlicht, manipuliert und verdeckt werden? Ist Text eine dichtere und sichere Basis für wissenschaftliches Arbeiten?</p>
<p style="text-align: justify">
<h3><strong>Beispiel 2: Frederick Wiseman liest nicht, worüber er filmt.</strong></h3>
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6050146.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-395" style="margin-left: 10px;margin-right: 10px" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6050146-300x225.jpg" alt="" width="198" height="148" /></a>Es ist nichts neues, dass Frederick Wiseman von sich sagt, keine explizit politischenFilme zu machen. Wer <em>Titticut Follys</em> gesehen hat, mag vielleicht glauben, dass Wiseman <em>Überwachen und Strafen</em> von Michel Foucault oder Ähnliches gelesen hat, um diesen Film zu machen. Aber: im Gespräch nach dem Screening von <em>Primate </em>wurde klar, dass dem nicht so ist. Eyal Sivan fragte Frederik Wiseman nach Michel Foucault und erhielt in etwa die Antwort, dass er versucht habe Foucault zu lesen, er aber nicht das Gefühl hatte es gut zu verstehen und es sein lies. Im nächsten Satz sagte Wiseman über Erving Goffman, dass er so schlecht schreibe, dass er auch seine Bücher sein lies. Frederick Wiseman verkündete <em>Chroniken eines Sommers</em> nie gesehen zu haben und kommentierte das mit: „Is that a crime?“.</p>
<p style="text-align: justify">Mit seinem Pragmatismus brachte Frederick Wiseman die Hälfte der versammelten Intellektuellen zum Lachen und die andere Hälfte stieß er mächtig vor den Kopf.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6050183.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-396" style="margin-left: 10px;margin-right: 10px" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/6050183-300x225.jpg" alt="" width="170" height="127" /></a>Ich fragte mich danach, ob die ganze Sozialkritik in Wisemans Filmen, nur eine von vielen Lesarten und nicht definitiv im Film angelegt sei. (Zu seiner Zeit waren Wisemans Filme kaum kritisch.) Ist es möglich ethnologisch wertvolle Filme ohne große Forschung zu machen? Verlieren die Filme von Wiseman dadurch an Wert, dass sie von einem Filmhandwerker und nicht von einem theoretisch und methodisch ausgebildeten Ethnologen gemacht wurden? Und überhaupt: wie kann ethnologisches Wissen in Filme eingebracht werden? Ist das der Grund, warum Text besser geeignet ist, weil er streitbar ist und Missinterpretationen in peniblen wissenschaftlichen Grabenkriegen diskutiert werden?</p>
<h3><strong>Gedankensammlung zur audio-visuellen Anthropologie</strong></h3>
<p style="text-align: justify">Sind die beiden Filme oben, als ethnologische oder wissenschaftliche Filme gescheitert, obwohl sie zu den Dinosauriern der Filmgeschichte zählen? Kann das    	 	 	 	 	überhaupt  sein, oder sind die Ansprüche an ethnologischen Film falsch gesetzt? Zu allem Überfluss gibt es noch mehr <a href="http://www.kunst-der-vermittlung.de/dossiers/bildforschung-farocki/harun-farocki-drueckebergerei-vor-der-wirklichkeit/"><em>Ärger mit den Bildern</em></a>, der es Film schwer macht einen Platz im wissenschaftlichen Arbeitsprozess zu finden, damit meine ich den Austausch von Wissen unter WissenschaftlerInnen und auch mit einem Publikum. Dafür gibt es gute und weniger gute Gründe:</p>
<ul style="text-align: justify">
<li>Film und Video sind zu wenig 	statisch: 24 bzw. 25 Bilder rasen pro Sekunde an den Augen vorbei 	ohne, dass sich das Publikum eine wichtige Stelle markieren kann, 	wie es in jedem Buch möglich ist. Dabei bleibt wenig Zeit zum 	innehalten um Inhalte aufzunehmen.</li>
<li>Ein Film lässt sich schwierig 	zitieren und damit schwierig diskutieren. Wie könnte eine 	Aussage eines Filmes in einem anderen Film ergänzt oder 	angegriffen werden? Kann filmisch überhaupt eine Diskussion, 	oder ein Diskurs geführt werden?</li>
<li>Mit Film wird in der Ethnologie 	noch nicht entsprechend wissenschaftlich umgegangen, wie mit Text. 	Als Beispiel eine Selbstbeobachtung: noch bevor der Film beginnt 	wird es dunkel und ich verrenke mich auf meinem Sitz, versuche meine 	Zettel etwas in Richtung der Leinwand zu drehen damit von ihr etwas 	Licht zum Notieren auf meine Blätter fällt. Schließlich 	sehe ich einen Film auf einem Festival vermutlich nur einmal und 	vertraue meinen (Bild)-gedächtnis nur eingeschränkt. Das 	dabei entstehende Gekritzel kann ich nachher kaum noch entziffern. 	Was ich mit dieser verknoteten Metapher sagen möchte ist: 	„lasst das Licht an“, denn Audiovisionen, im wissenschaftlichen 	Kontext, müssen genauso akribisch zerlegt werden, wie Texte. 	Beim einmaligen Betrachten eines Films bleibt wahrscheinlich genauso 	viel hängen, wie beim schnellen Überfliegen eines Texts in 	der S-Bahn. Film verstehen heißt Film zerlegen. Beim 	Rezipieren gehören Filme auf den Seziertisch, dessen 	Instrumente sich die audio-visuelle Anthropologie entweder bauen, 	oder klauen muss (aus der Film- und Medienwissenschaft?).</li>
<li>Die wirklich relevanten Themen 	sind nicht einfach spannende Verfilmungen von &#8216;exotischen&#8217; Thesen, 	sondern die Erkenntnisse die durch die Bearbeitung eines Themas mit 	Bild und Ton entstehen. Zum Beispiel sind das Fragen der 	Repräsentation und Darstellung. Wie kann ich mit einer Kamera 	losziehen und zu Rassismen filmen, ohne dabei automatisch in 	rassistische Muster und Denkschienen zu verfallen? Wie sind 	Rassismen zufilmen, ohne mit der Kamera Jagd auf Andersaussehende zu 	machen? In einer Welt in der Wissen zu großen Teilen 	audiovisuell vermittelt wird (Bild und Ton in Wissenschaft, Technik, 	Werbung, Freizeit&#8230;), sind solche Fragen wichtige Schnittstellen 	zwischen ethnologischem Inhalt und audiovisueller Form.</li>
<li>Mit Bildern des Fremden und des 	Eigenen wird ungleich umgegangen. Seit einiger Zeit laufen große 	Debatten zu den Themen &#8216;Rechte am eigenen Bild&#8217;, &#8216;Recht auf 	informationelle Selbstbestimmung&#8217; und &#8216;Datensicherheit&#8217;. Wer sich 	dieser Dinge bewusst ist, wird sehr genau achten, welche privaten 	Informationen er von sich selbst in sozialen Netzwerken im Internet 	veröffentlicht. Mit Rücksicht darauf werden in 	wissenschaftlichen Texten (z.B. Ethnografien), wenn nötig, 	InformantInnen anonymisiert. Auf der Suche nach Nähe zu einem 	Protagonisten, die aus einem noch nicht geklärten Grund oft als 	Ziel ethnologischer Filme gilt, besteht die Gefahr diese Rechte zu 	verletzten. Auch im Film haben Menschen ein Recht darauf ihre 	Persönlichkeit vor dem Zugriff eines unbekannten Publikums in 	unbekannten und unvorhersehbaren Rezeptionssituationen zu schützen. 	Das gilt besonders, wenn Bilder zwischen Kulturen bewegt werden. 	Eine klassisch-kritische Debatte innerhalb der visuellen Ethnologie 	ist die Frage, ob Bilder von Frauen, für die es nicht schamhaft 	ist oben unbekleidet zu sein, ohne weiteres in Europa gezeigt werden 	sollten.</li>
<li>Film wird zu stark als Endprodukt 	verstanden. Film ist zum 	geringsten Teil Licht, was von einem Projektor auf eine Leinwand 	fällt, Film ist was vor- und nachher geschieht. Der Beitrag den 	ein Film zu einem Thema leisten kann wird minimiert, wenn der 	Produktionsprozess (Drehbedingungen, Entscheidungen in Dramaturgie, 	Schnitt, Szenenauswahl, Auswahl der Aussagen nicht zu diskutieren 	etc.) und der Rezeptionsprozess (Kontextwissen, Filmgeschichte, 	Filmanalyse etc.) nicht als Teil des Films verstanden werden.</li>
<li>„Viele Filme &#8216;funktionieren&#8217; 	einfach nicht, sie sind nicht &#8216;gut&#8217;.“ Mit solchen Aussagen ist 	gemeint, dass ein Film nicht spannend ist oder er &#8216;komisch&#8217; wirkt, 	weil wir ihn nicht intuitiv als angenehmes/verstehbares Seherlebnis 	empfinden. Dieser Umgang mit Film ist problematisch, wenn lediglich 	der Unterhaltungswert des Films aus einer Konsumentenperspektive 	beurteilt wird. Wissenschaftliche Texte werden im Idealfall auch 	nicht nach ihrem Funktionieren oder Unterhalten bewertet.</li>
</ul>
<h3><strong>Gibt es ein Fazit?</strong></h3>
<p style="text-align: justify">Selbst wenn die Argumentation Text sei streitbarer, expliziter, fokussierter und langlebiger und erlaube bessere theoretische Entfaltung als Film (was ich nicht glaube), ist es kein Weg die Bedeutung von Audiovisionen für die Gegenwart zu ignorieren. Wahrscheinlich hat jede Veränderung von Medien- und Kommunikationsgewohnheiten bei KritikerInnen Bedenken hervorgerufen. In der Lesesucht-Debatte des 18. Jahrhunderts wurde hinlänglich bekannt, dass Bücherlesen eine extreme Form des Eskapismus ist und die Lesekranken den Bezug zur realen Welt verlieren, wenn sie in die Welt der Drucklettern eintauchen. Platon kritisierte an der Schrift, sie trockne das Gedächtnis aus, weil sie die Tugend des Auswendiglernens unterwandere. Malerei zerstört die Phantasie, Fotografie zerstört die Malerei, der Spielfilm vernichtet das Theaterstück und SMS machen konversationsimpotent. Diese Erkenntnisse ziehe ich als Sicherheit heran, um zu behaupten, dass es nicht um eine Frage des Informationsträgers (Papier, miniDV oder Festplatte) geht, sondern um Kompetenzen im Umgang mit ihnen. Bilder und Ton pauschal ablehnen, weil sie irgendwie anders sind als Text, halte ich für eine bildungsresistente Haltung, die einer Geisteswissenschaft nicht steht. In diesem Sinne ist es erfrischender sich nach Gilles Deleuze einen Filmemacher als einen Philosophen vorzustellen, der mit Bildern und Tönen denkt. Der Druck, der auf audio-visueller Anthropologie lastet, rüht auch daher, dass audio-visuelle Rezeptionskompetenzen gegenüber einer ausgereiften wissenschaftlichen Schriftkultur schlicht aufgeholt werden müssen: sprachliche Stilfiguren sind Schulstoff, Paralellmontagen nicht.</p>
<p style="text-align: justify">Das Anliegen dieses Blogbeitrags in einem Satz, denke ich, lautet: audio-visuelle Anthropologie muss, um sich qualitativ entfalten zu können, den impressionistischen Wert von Filmen, jedes Genres, den auch Literatur hat, als Beitrag für Wissenschaft aufnehmen und gleichzeitig die theoretischen, analytischen und diskursiven Kompetenzen im Umgang mit Audiovisionen ausbauen.</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm">zählen</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über Vuvuzelarisierung und den Beginn einer neuen Weltordnung</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 00:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Schräpel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feste]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Nein, die bisherigen Fußballspiele der WM in Südafrika halten bisher noch nicht, was sich die meisten Fans versprochen hatten. Viel zu wenig Tore, unüblich viele Unentschieden, keine Zauberfußball der Superstars. Was ist denn da los? Ein Blick in die Zeitungen und die Berichterstattung der letzen Woche entlarvt einen ‚afrikanischen’ Teilnehmer der WM als Schuldigen. Die [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, die bisherigen Fußballspiele der WM in Südafrika halten bisher noch nicht, was sich die meisten Fans versprochen hatten. Viel zu wenig Tore, unüblich viele Unentschieden, keine Zauberfußball der Superstars. Was ist denn da los? Ein Blick in die Zeitungen und die Berichterstattung der letzen Woche entlarvt einen ‚afrikanischen’ Teilnehmer der WM als Schuldigen.<a href="http://www.wildes-denken.de/2010/06/vuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung/" target="_self"><img class="alignright size-medium wp-image-379" title="Vuvuzela" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/vuvuzela2-300x186.jpg" alt="" width="300" height="186" /></a></p>
<p>Die Vuvuzela ist das Ärgernis der meisten Fußballkommentatoren, die es in der ersten Woche nicht lassen konnten die Fernsehzuschauer immer wieder darauf hinzuweisen, wie grausam diese Form des afrikanischen Fangesangs doch ist. Die Begründungen sind freilich ganz verschieden: da gibt es ein paar Nostalgiker, die sich an wunderbaren Fangesänge in europäischen Stadien erinnern, andere fürchten um die Qualität des Spiels, denn die „nervtrötende Dröhnung“ der Vuvuzelas zerstört die Kommunikation unter Spielern, Trainern und wahrscheinlich auch unter den Kommentatoren. Zuweilen glaubte man wohl, dass mit dieser Kritik, wenn sie nur oft genug gesagt würde, ein Verbot der Vuvuzelas in den Stadien zu erzwingen. Deshalb war es wohl auch nur ein logischer Schritt öffentliche Kritiker zu finden. Und tatsächlich Messi findet die Vuvuzelas nicht gut, auch Bierhoff nicht so richtig und die SPIEGEL-ONLINE-Leser sind auch unbedingt dagegen.<span id="more-378"></span></p>
<p>Alle Klagen haben bisher jedoch noch nicht gefruchtet, denn die Vuvuzelas sind hartnäckig, sie dröhnen weiter, wie Bienen in einem Nest. Dass die Forderung eines Verbots einen bedeutenden Widerspruch mit sich bringt, wird scheinbar einfach vergessen. Man stelle sich vor welch enormer Wettbewerbsnachteil entstehen würde, wenn eine solche Änderung erst in der Mitte des Turniers stattfindet. Vielleicht werden deshalb auch die Protestrufe (die im Übrigen fast noch lauter und nerviger sind als die Vuvuzelas jemals sein könnten) mit Beginn der zweiten WM-Woche etwas leiser. Bestimmt aber auch, weil dass „europäische Gehör“ jetzt doch noch anders gerettet werden kann. Die Angst der Fernsehmacher vor dem &#8220;Stadion-Tinnitus&#8221; wird durch einen neuen <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700931,00.html" target="_blank">Anti-Vuvuzela-Filter</a> ausgeschaltet. Damit liegt die Kontrolle wieder in der Hand derjenigen die sie scheinbar auch haben müssen. <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,693190,00.html" target="_blank">123,9 Dezibel</a> Vuvuzelatröte werden durch einen Lautstärkeregler einfach wegretuschiert und Fangesänge, die wohl nur wenige Dezibel darunter liegen, werden etwas lauter gedreht. Mit dieser Lösung sollten doch (fast) alle zufrieden sein? „Die Afrikaner“ können weiter ihrem Kult tröten, jedoch nicht mehr ganz so laut, „die Europäer“ hören wieder ein paar Fangesänge, auch wenn mit ungewohnten Unterton und die Kommentatoren bekommen „Lippenmikrofone“ und hören den Stadionton sowieso über ihre Kopfhörer. Da die Vorstellung das Spieler über den Fußballplatz rufen „Hey, schieß mal den Ball rüber“ absurd ist, sollten diese eigentlich auch d’accord gehen und den wütenden Trainer am Seitenrand versteht man so oder so. Alle zufrieden, also?</p>
<p>Nein, denn <em>wir</em> sollten es nicht sein! Nimmt man einen solchen medial-konstruierten Diskurs nämlich ernst, auch wenn es um eine (naja, beinahe) unernste Sache geht, dann sollte dieser unbedingt kritisch hinterfragt werden. Genaugenommen sind die Vuvuzelas eben nicht Gegner des guten Spiels oder der fröhlichen Fangesänge, sondern der Fernsehmacher, Stadienbetreiber und Trommelverkäufer (wer fällt dir noch ein?) die eine Vuvuzelarisierung fürchten. Das Plastikhorn ist auch bei weitem nicht die oft proklamierte Form afrikanischen Fußball zu feiern.[<a href="http://www.wildes-denken.de/2010/06/vuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung/#footnote_0_378" id="identifier_0_378" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leider fehlt bisher jedes Anzeichen einer &bdquo;Geschichte der Vuvuzela&ldquo;. Man wei&szlig; nur, dass sie ein amerikanisches Produkt ist, welches durch einen pfiffigen (indischen) Gesch&auml;ftsmann nach S&uuml;dafrika gekommen ist. Der niedrige Preis spielte bestimmt eine gro&szlig;e Rolle, dass die Vuvuzelas in den letzten vier, f&uuml;nf Jahren in einigen Stadien S&uuml;dafrikas Anh&auml;nger finden konnte. Ihren Ruhm und die weite Verbreitung erhielt sie jedoch erst mit der aufkommenden WM-Euphorie im letzen Jahr.">1</a>] Tatsächlich zeigt ein genauerer Blick: in den WM-Stadien tröten alle Nationen, in Deutschland hört man sie in den Kleingartenanlagen und erst recht auf den Public Viewing Plätzen.</p>
<p>Mit Beginn der nächsten Bundesligasaison stehen also zwei Szenarien zur Verfügung. Entweder haben alle genug getrötet und man besinnt sich aufs trommeln und singen, oder, und das ist die wahrscheinlichere Variante, Ööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö auch in Hamburg, Stuttgart und München (nicht in Dortmund, denn dort haben sie bereits Stadionverbot, aus Sicherheitsgründen!). Aus gutem Grund beginnt man also früh die Vuvuzela zu verfluchen und sie zum <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,700556,00.html" target="_blank">Hölleninstrument</a> zu machen.</p>
<p>Der Diskurs um die Vuvuzelas könnte auch auf eine andere Art gelesen werden, zugegeben etwas subtiler, dafür jedoch noch gefährlicher. Denn die scheinbare afrikanische Gelassenheit, der etwas tollpatschige Ausdruck der Freude, der immer wieder (wie oben schon gesagt fälschlicherweise) der Vuvuzela zugeschrieben wird, ist ein Erfolgsmodell. Somit wird die Vuvuzela also auch Ausdruck der Angst vor einer Afrikanisierung der europäischen Fankultur. Schlagen die ehemals Kolonialisierten zurück? Ja, denn die Welt trötet mit und das ist gut so!</p>
<p>Allein die Anzahl der Artikel auf SPIEGEL ONLINE zum Thema sind bemerkenswert:</p>
<ul>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700931,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700931,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,700556,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,700556,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,700434,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,700434,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700405,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700405,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700362,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700362,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700342,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700342,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700246,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700246,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,693190,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,693190,00.html</a></li>
<li><a href="# http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,675376,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,675376,00.html</a></li>
</ul>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref">[1]</a> Leider fehlt bisher jedes Anzeichen einer „Geschichte der Vuvuzela“. Man weiß nur, dass sie ein amerikanisches Produkt ist, welches durch einen pfiffigen (indischen) Geschäftsmann nach Südafrika gekommen ist. Der niedrige Preis spielte bestimmt eine große Rolle, dass die Vuvuzelas in den letzten vier, fünf Jahren in einigen Stadien Südafrikas Anhänger finden konnte. Ihren Ruhm und die weite Verbreitung erhielt sie jedoch erst mit der aufkommenden WM-Euphorie im letzen Jahr.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_378" class="footnote">Leider fehlt bisher jedes Anzeichen einer „Geschichte der Vuvuzela“. Man weiß nur, dass sie ein amerikanisches Produkt ist, welches durch einen pfiffigen (indischen) Geschäftsmann nach Südafrika gekommen ist. Der niedrige Preis spielte bestimmt eine große Rolle, dass die Vuvuzelas in den letzten vier, fünf Jahren in einigen Stadien Südafrikas Anhänger finden konnte. Ihren Ruhm und die weite Verbreitung erhielt sie jedoch erst mit der aufkommenden WM-Euphorie im letzen Jahr.</li></ol><p><!--[if IE]><iframe frameborder="0" allowTransparency="true" class="addtoany_special_service facebook_like" src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;layout=button_count&amp;show_faces=false&amp;width=75&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;height=20&amp;ref=addtoany" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:90px;height:21px"></iframe><![endif]--><!--[if !IE]><!--><iframe class="addtoany_special_service facebook_like" src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;layout=button_count&amp;show_faces=false&amp;width=75&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;height=20&amp;ref=addtoany" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:90px;height:21px"></iframe><!--<![endif]--><!--[if IE]><iframe frameborder="0" allowTransparency="true" class="addtoany_special_service twitter_tweet" src="http://platform.twitter.com/widgets/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;count=none&amp;text=%C3%9Cber%20Vuvuzelarisierung%20und%20den%20Beginn%20einer%20neuen%20Weltordnung" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:55px;height:20px"></iframe><![endif]--><!--[if !IE]><!--><iframe class="addtoany_special_service twitter_tweet" src="http://platform.twitter.com/widgets/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;count=none&amp;text=%C3%9Cber%20Vuvuzelarisierung%20und%20den%20Beginn%20einer%20neuen%20Weltordnung" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:55px;height:20px"></iframe><!--<![endif]--><!--[if IE]><iframe frameborder="0" allowTransparency="true" class="addtoany_special_service google_plusone" src="https://plusone.google.com/u/0/_/%2B1/fastbutton?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;size=medium&amp;count=false" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:32px;height:20px"></iframe><![endif]--><!--[if !IE]><!--><iframe class="addtoany_special_service google_plusone" src="https://plusone.google.com/u/0/_/%2B1/fastbutton?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;size=medium&amp;count=false" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:32px;height:20px"></iframe><!--<![endif]--><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fvuvuzelarisierung-und-neuen-weltordnung%2F&amp;title=%C3%9Cber%20Vuvuzelarisierung%20und%20den%20Beginn%20einer%20neuen%20Weltordnung" id="wpa2a_6">Weitersagen</a></p>

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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>PR mit Knopfaugen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 09:09:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">﻿In Wien gibt es seit mehreren Jahren eine kritische Kampagne gegen das Markenzeichen der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Meinl">Julius Meinl AG</a>. Die Initiative <a href="http://www.meinjulius.at/">&#8220;Mein Julius&#8221;</a> hat das Logo der Traditionsfirma in ein Protestzeichen umgewandelt und damit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adbusters">adbusting</a> betrieben:</p>
<p style="text-align: justify"><img class="alignright" style="margin-left: 10px;margin-right: 10px" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/meinjulius.gif" alt="Mein Julius" width="102" height="143" /><em>„Mein Julius hat keine Lust mehr auf ein dienstbotenartig gesenktes Haupt. Er geht,</em><em> wann er will. Und wohin er will. Wenn er nicht will, bleibt er. Sein Leben ist</em><em> kein</em><em> </em><em>Schicksal, und er nimmt es selbst in die Hand. Wie die Bilder, die in der Öffentlichkeit von ihm existieren.</em><em> Rassistische Klischees haben im öffentlichen Raum nichts verloren, egal ob es dabei um verhetzende Beschmierungen auf Hauswänden oder um das &#8220;traditionsreiche&#8221; Logo einer Kolonialwarenhandlung geht.“</em> (<a href="http://www.meinjulius.at/">Quelle</a>)</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/kind1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-349" style="border: 0pt none;margin: 10px" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/kind1-205x300.jpg" alt="" width="103" height="151" /></a><br />
Der Dokumentarfilm  <em>Here to Stay &#8211;  Rassismus in Österreich</em> von Markus Wailand (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=roLiPbr-JkU">ORF-Ausstrahlung auf Youtube</a>) beschäftigt sich unter anderem genau mit dieser Kampagne. Ob rassistische Sprüche an einer Wand, nach der Hautfarbe urteilende Türsteher oder plakative Werbebilder – Rassismen liegt oft eine extrem oberflächliche visuelle Verurteilung zu Grunde. &#8216;Auf den ersten Blick&#8217; wird das Aussehen eines Menschen erfasst, bewertet und beurteilt. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf fiel mir eine Werbetafel in Berlin auf&#8230;</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><span id="more-344"></span></p>
<p style="text-align: justify">Das Bild des kleinen Jungen wurde sicherlich nicht ohne Grund zum Teil der PR-Strategie der Firma. Das sind meine Gedanken zu dem Bild: der karge Hintergrund soll im Kontext der allgemeinen Stigmatisierung Afrikas als Problemkontinent Mitleid erzeugen und dem Kunden dieser Firma das gute Gefühl geben, beim Anmieten einer Wohnung dieser Firma, etwas pauschal Gutes und Wichtiges zu tun. Das sympathische, fotogene Lächeln des Jungen bestätigt diese Hoffnung und lässt jeden Kunden zu einem Teil einer philanthropischen Unternehmung werden.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/wohnung2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-348" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/wohnung2-287x300.jpg" alt="" width="215" height="223" /></a><a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/wohnung1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-347" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/06/wohnung1-267x300.jpg" alt="" width="208" height="232" /></a></p>
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<p style="text-align: justify"><!-- 		@page { size: 21.59cm 27.94cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Das Foto des Jungen steht nun im Schaufenster eines Unternehmens und ist Teil der Corporate Identity des Immobilienunternehmens, die bei den vorbeigehenden Passanten einen, im Sinne der PR-Strategie, positiven Eindruck hinterlassen soll. So funktionierte es zumindest bei mir. Ich sah den Jungen, erinnerte mich an die Julius Meindl-Kritik und wollte wissen, für was hier philantropisch-unternehmerisch-emotional geworben wird. Es geht um teure Wohnungen im Zentrum Berlins (Preisniveau siehe Bilder). Ich würde gern wissen, mit welchen Überlegungen die PR-Abteilung der Firma auf dieses plakative und klischeehafte Werbekonzept gekommen ist, das schließlich mit einem oberflächlichen Exotismus versucht Wohnungen zu vermieten und dabei das afrikanische Opferstigma wiederholt. Was sagen diese beiden Beispiele über unsere Werbe-Bildkultur? Überschreitet die Aufmerksamkeitsökonomie ethisch-moralische Grenzen? Mit welchen Bildern von Europa wird in Afrika geworben?<br />
<strong><br />
Ich habe dazu ein paar Seiten gefunden:</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf der Seite des Departement für Wirtschaft und Politik der Uni Hamburg hat Wulf D. Hund zu <a href="http://www.wulfdhund.de/forschung/?Werbung_Whiteness_Rassismus"> Werbung Whiteness Rassismus</a> einige Beispiele aus der Werbung analysiert.</p>
<p style="text-align: justify">Auf freiburg-postkolonial.de gibt es einen Artikel von  Adibeli Nduka-Agwu und Daniel Bendix : <a href="http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/2007-Afrikabild.htm">Die  weiße Darstellung ‘Afrikas’ in der deutschen Öffentlichkeit.</a> Wie ein Kontinent genormt, verformt und verdunkelt wird.</p>
<p><!--[if IE]><iframe frameborder="0" allowTransparency="true" class="addtoany_special_service facebook_like" src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;layout=button_count&amp;show_faces=false&amp;width=75&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;height=20&amp;ref=addtoany" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:90px;height:21px"></iframe><![endif]--><!--[if !IE]><!--><iframe class="addtoany_special_service facebook_like" src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;layout=button_count&amp;show_faces=false&amp;width=75&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;height=20&amp;ref=addtoany" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:90px;height:21px"></iframe><!--<![endif]--><!--[if IE]><iframe frameborder="0" allowTransparency="true" class="addtoany_special_service twitter_tweet" src="http://platform.twitter.com/widgets/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;count=none&amp;text=PR%20mit%20Knopfaugen" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:55px;height:20px"></iframe><![endif]--><!--[if !IE]><!--><iframe class="addtoany_special_service twitter_tweet" src="http://platform.twitter.com/widgets/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;count=none&amp;text=PR%20mit%20Knopfaugen" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:55px;height:20px"></iframe><!--<![endif]--><!--[if IE]><iframe frameborder="0" allowTransparency="true" class="addtoany_special_service google_plusone" src="https://plusone.google.com/u/0/_/%2B1/fastbutton?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;size=medium&amp;count=false" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:32px;height:20px"></iframe><![endif]--><!--[if !IE]><!--><iframe class="addtoany_special_service google_plusone" src="https://plusone.google.com/u/0/_/%2B1/fastbutton?url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;size=medium&amp;count=false" scrolling="no" style="border:none;overflow:hidden;width:32px;height:20px"></iframe><!--<![endif]--><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.wildes-denken.de%2F2010%2F06%2Fpr-mit-knopfaugen%2F&amp;title=PR%20mit%20Knopfaugen" id="wpa2a_8">Weitersagen</a></p>

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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bildkonjunkturen Teil II oder Eine Replik auf „das Leiden anderer betrachten“</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/04/bildkonjunkturen-teil-ii-oder-eine-replik-auf-das-leiden-anderer-betrachten/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 19:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildanthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das fliegende Auge Das Fliegende Auge (1983) Trailer [Braddock and Murphy have watched Blue Thunder perform a selective firepower demonstration] Icelan: Well, look at that, all the red dummies are blown to hell. Frank Murphy: And a few white ones! Fletcher: One civilian dead for every ten terrorists. That&#8217;s an acceptable ratio. Frank Murphy : [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Das fliegende Auge</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=sd3lDhyM21M&amp;feature=related" target="_blank">Das Fliegende Auge (1983) Trailer</a></p>
<p style="text-align: left;">[<em>Braddock and Murphy have watched Blue Thunder perform a selective firepower demonstration</em>]<br />
<span style="color: #000000;"><a href="http://www.imdb.com/name/nm0736259/" target="_blank">Icelan</a>: Well, look at that, all the red dummies are blown to hell.<br />
<a href="http://www.imdb.com/name/nm0001702/" target="_blank">Frank Murphy</a>: And a few white ones!<br />
<a href="http://www.imdb.com/name/nm0790905/" target="_blank">Fletcher</a>: One civilian dead for every ten terrorists. That&#8217;s an acceptable ratio.<br />
<a href="http://www.imdb.com/name/nm0001702/" target="_blank">Frank Murphy</a></span> : [<em>Leaning closer to Braddock</em>] Unless you&#8217;re one of the civilians!</p>
<p style="text-align: left;">Die oben zitierte Passage stammt aus dem Film Blue Thunder, aus dem Jahre 1983 und ist den deutschen Lesern wohl eher unter dem Titel: “Das fliegende Auge” (ein für unser Anliegen bemerkenswert, konsistenter Titel) bekannt. Die Szene aus der dieses Zitat stammt, zeigt einerseits den High-Tech Kampfhubschrauber „Blue Thunder“ wie er fachgerecht einen Schießplatz mit menschlichen Attrappen, mit Hilfe seiner Bordkanone ohne viel Mühe, in tausend Teile dividiert. Dies geht scheinbar ohne große Rücksicht darüber von statten, ob es sich bei den verschieden, farbig markierten Attrappen um imaginäre Opfer oder Täter handelt. Die hochgerüstete Maschine mit ihrer gewaltigen Bewaffnung ist trotz feinster Boardelektronik  und Überwachungstechnologie inklusive eines eigens dafür ausgebildeten Piloten, scheinbar nicht dazu gemacht worden, den „feinen Unterschied“ erkennen zu sollen. Die Actionsequenz wird goutiert von einer Personengruppe, scheinbar hochrangiger Vertreter von Militär und Sicherheitsinstitutionen postiert auf einer Zuschauertribüne. Sie scheinen durchaus beeindruckt von der Durchschlagskraft dieser „Wunderwaffe“ und die finale Replik des Protagonisten Frank Murphy (Roy Scheider): „Unless you’re one of the civilians!“, kann eher als sarkastischer Kommentar der indirekten Bewunderung, denn als wirklich ernst gemeinte Kritik an dem Gesehenen gewertet werden. Der Film, ein Mix aus Science Fiction (wissenschaftlicher Fiktion) und Actionthriller mit Roy Scheider in der Hauptrolle, soll genutzt werden als Ausgangspunkt, für eine Replik auf den Beitrag von Friedemann Ebelt „das Leiden anderer betrachten: „Come on, let us shoot!“. Gleichzeitig soll hiermit auch die Fortführung der Kolumne „Bildkonjunkturen – Auf den Schnellstraßen des Ikonischen“ voran getrieben werden.<span id="more-332"></span></p>
<p style="text-align: left;">Diese Zusammenführung macht daher Sinn, da ich im ersten Teil meiner Kolumne bereits von einem „mit Bildern bewaffneten Konflikt zum Erhalt unserer systemischen Ordnung“ sprach und damit durchaus, nicht nur im übertragenen Sinne, die propagandistischen Bilder, innerhalb bewaffneter Konflikte meinte. Es soll im Folgenden hier nun versucht werden den rezeptiven Mittelweg zu suchen, den Friedemann in seinem Beitrag als das Dazwischen eines „‘normalen Kriegsalltags’ (<a href="http://www.newsrealblog.com/2010/04/06/supporting-the-decision-of-the-soldiers-in-the-wikileaks-video/" target="_blank">NRB</a>) oder eines ‘unmenschlichen Gewaltexzesses’ (<a href="http://www.jungewelt.de/2010/04-07/063.php" target="_blank">JW</a>)“ beschrieben hat.</p>
<p style="text-align: left;">Das kollektive Gedächtnis der Kultur</p>
<p style="text-align: left;">Mein Ansatz lautet demnach: Das Einsetzen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit diesen Bildern / Aufnahmen / medialen Repräsentationen ist erst dann möglich, wenn man beachtet, dass sie bereits eine tief im „kollektiven Gedächtnis unserer Kultur“ (Belting 2001: S.66) verankertes Pendant haben. Dieses verankerte Pendant von Bildern, wird von Hans Belting als ein möglicher Ort der Bilder klassifiziert, dem sich jeder Mensch nicht entziehen kann, da sein eigener Körper im Wechselspiel mit diesem kollektiven Gedächtnis, seine eigenen örtlichen und räumlichen Erfahrungen und Erinnerungen umwandelt in Bilder. Ein jeder Mensch kompensiert damit „die Flucht der Zeit und den Verlust des Raumes, den wir in unseren Körpern erleiden.“ (Belting 2001: S.65.)</p>
<p style="text-align: left;">Die Annahme die sich im Rekurs auf diese Argumentation, beim Sichten des Videos ergab, war das wir in unserem „kollektiven Gedächtnis“ bereits über ein mannigfaltiges Repertoire an ähnlichen Bildern verfügen. Dieses Repertoire ist dafür verantwortlich, uns den Umgang mit diesem Video, doch auf einer Seite erheblich zu erleichtern, und letztlich auf einer moralischen oder gewissenhaften Umgangsebene jedoch, extrem zu erschweren. Denn einerseits und dies ist doch beachtlich, versteht der geneigte Betrachter sehr schnell was scheinbar in diesem Dokument aus Bewegtbildern passiert. Die Assoziationen um die es hier letztlich geht, sind nämlich alle bereits scheinbar mehr oder weniger in uns verankert: Krieg, Tötung aus dem sicheren Hinterhalt der Aviationsperspektive, Luftaufnahmen der Überwachung, Explosionen und die Relation von Schuss und Einschlag ballistischer Projektile trotz gehemmter Geräuschkulisse etc.…</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Kann das Gesehene noch authentisch sein?</p>
<p style="text-align: left;">Andererseits fragen sich bestimmt nicht wenige Betrachter ob es wirklich richtig ist, sich diesen Bildern auszusetzen, solange es sich  (wie es die Philosophie von Wikileaks, dem Distributor dieses Videos, vorschreibt) um authentisches Material handelt. Material also, in dem reale Menschen in einem realen Akt der Ungerechtigkeit ums Leben kamen. Doch die Frage die sich daraus ableitet ist doch ob wir, ganz ähnlich der enthobenen Perspektive der Piloten, überhaupt noch in der Lage sein können, diese Bilder als etwas wirklich Authentisches zu klassifizieren? Folgen wir Beltings Argumentation weiter, so lässt sich doch feststellen dass wir bei allen verinnerlichten und in zweiter Instanz erinnerten Bildern stets zum Regisseur unserer eigenen Bilderwelt werden und ganz automatisch zwischen Fakt und Fiktion eine muntere Montage betreiben, die der räumlichen Wirklichkeit in keinem Fall entsprechen kann. Der Körper bewegt sich zwar stets in einem eigenen Chronotopos, die Erinnerungen und demnach auch die erinnerten Bilder jedoch introspektiv ohne diese Konstanten auskommen müssen (wenn man von der Annahme absieht, dass ein sich erinnernder Mensch niemals ortsungebunden seine Erinnerungsphasen vollführen kann).</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Die Trennung von Imagination und Fiktion und schließlich die Lossagung der selbst gemachten Erfahrung</p>
<p style="text-align: left;">Weiter mit Belting argumentiert, kommt aber noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu der auch die Kernthese dieser Kolumne werden soll: Der Mensch hat in seinem Umgang mit den Bildern eine Trennung vollzogen, zwischen der Imagination und der Fiktion. Diese Trennung wird katalytisch befeuert durch die neuen Medien und ihren „Bildern von einer virtuellen Welt“ (Belting 2001: S.81). In dieser Welt gibt der menschliche Körper sich der Illusion hin, nur noch als Schnittstelle aufzutreten um die entkörperlichten Reize in Form von digitalen Bildern und Informationen zu verarbeiten. Ein wichtiger Punkt des menschlichen Seins scheint hier übersprungen und sich immer weiter fortwährend zu marginalisieren. Gemeint ist die Tatsache, dass ein Körper überhaupt noch dazu befähigt wird, Erfahrungen und Erlebnisse selbst tätigen zu können. Eine aktive körperliche Präsenz in der Raumzeit wird nach und nach ersetzt, durch eine avatarische Präsenz in virtuellen Räumen. Es geht dabei natürlich nicht darum eine dystopische Welt heraufzubeschwören, die tatsächlich ist wie die Welt in den Romanen der Neuromancer-Trilogie oder eben deren filmischer Entsprechung der Matrix-Trilogie. Es geht vielmehr darum diese Entwicklung transparent zu machen, die von der ausgiebigen Nutzung des Fernsehers über den Kinobesuch hinüberreicht, in die sich immer weiter auffächernden virtualisierten Erfahrungsumgebungen die, die neuen Medien bereithalten.</p>
<p style="text-align: left;">Eine Ikonografie und Bildgeschichte der anonymen Tötung aus der Luft</p>
<p style="text-align: left;">Zurück zum Beispiel des in Friedemann Ebelts Beitrag verhandelten Videos von der Tötung der vermeintlich Unschuldigen Personen durch den Kampfhubschrauber der US-Streitkräfte. Wie mein Eingangs präsentiertes Zitat zeigt, haben wir in unserem „kollektiven kulturellen Gedächtnis“ bereits mindestens ein Beispiel für den ungestümen Einsatz von Kampfhubschraubern auf einer fiktionalen Ebene. Sowohl eine Ausarbeitung der Ikonografie und der Bildgeschichte der anonymen Tötung aus der Luft und im speziellen, der totbringende Einsatz durch High-Tech Kampfhubschrauber alleine im Nordamerikanischen Kino, würde zahllose weitere Beispiele hier zu Tage fördern (Airwolf, Rambo, Platoon, Der Krieg des Charly Wilson etc.). Eine Erfassung von Videoformaten mit vergleichbarem Inhalt aus den verschiedenen Bereichen des World Wide Web, würde ebenso eine schwer quantifizierbare Aufgabe (eine einmalige Eingabe des Begriffs „Kampfhubschrauber“ ergab bei der Google-Videosuche bereits über 200 Resultate).</p>
<p style="text-align: left;">Das Privileg der von der Realität enthobenen Bilderkreisläufe</p>
<p style="text-align: left;">Die Frage die sich daraus ergibt ist: wieviele Menschen könnten sich hier einfinden, die von all diesen Dingen aus ihrer eigenen persönlichen Erfahrung heraus berichten könnten? Und damit möchte ich keineswegs den Umstand verharmlosen, dass viele Menschen auf dieser Welt täglich ihr Leben lassen in bewaffneten Konflikten und Kriegen. Doch wie Friedemann bereits erkannte, finden diese Umstände und deren Bilder davon zu aller erst in einer Umgebung statt, die sich eben nicht an dem Ort abspielen, in denen wir sie konsumieren und betrachten. Wir rezipieren diese Bilder die für die meisten Betrachter (außer den direkt Betroffenen und deren Verwandten, Angehörigen, Freunden, Kollegen und Familien) aus einer Perspektive in der diese Bilder lediglich Bilder „von einer virtuellen Welt sind“ an der wir keinen realen Bezug und Anteil mehr zu haben scheinen. Und hierin liegt das bereits im ersten Teil dieser Kolumne bereits angeführte Privileg von den enthobenen Bilderkreisläufen der westlichen Welt. Wir tragen unsere Konflikte, Kriege, Tötungen fort in eine Welt die weit genug entfernt zu sein scheint, dass wir sie als lediglich virtuell wahrnehmen können. Diese Front wird verteidigt bis zur letzten Patrone und letzten Cruise-Missile. Es bleibt ein Wink des Schicksals, wenn nicht sogar der schrecklichen Ironie, dass unter den Opfern dieser Szenerie wohl auch Journalisten waren. Manifestierte Repräsentanten der „alten (Bild)Weltordnung die noch in der unwirklich gewordenen Wirklichkeit nach den wahren Abbildern des „dort Draußen“ fahnden. Sie machten hierbei die schmerzliche Erfahrung, ganz genau wie alle anderen Beteiligten und Opfer des realen Krieges und der Zerstörung, dass die Welt ein tatsächlich gefährlicher Ort sein kann, in dem ein bloßes Betrachten vom „Leiden der Anderen“ reine Fiktion ist und ein gewaltiger Akt der arroganten Imagination sein muss, der pervertierter nicht sein kann. Die Frage scheint auf diese Weise einhellig beantwortet zu sein, ob wir nach derzeitigem Stand wirklich in der willentlichen Position sind, emanzipatorisch tätig zu werden, alle „Anderen“ in die Kreisläufe der westlichen Bildkonjunkturen aufzunehmen.</p>
<p style="text-align: left;">Im nächsten Teil der Kolumne stelle ich mich der Frage ob und wie die westlichen Bildkonjunkturen in der Lage sind, die anderen, die primitiven, die fremden Bilder am Ort ihres Entstehens zu verändern, zu manipulieren, zu verdrängen oder gar zu beseitigen.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Verwendete Literatur</p>
<p style="text-align: left;">Belting, Hans: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3770534492?ie=UTF8&amp;tag=ethnologiestu-21" target="_blank">Bild-Anthropologie</a>: Entwürfe für eine Bildwissenschaft / Hans Belting. – München: Fink, 2001.</p>
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		<title>Das Leiden anderer betrachten: „Come on, let us shoot!“</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 14:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[collateral murder]]></category>
		<category><![CDATA[Irak 2007]]></category>
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		<category><![CDATA[WikiLeaks Video]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.collateralmurder.com/ Amy Goodman im Gespräch mit Julian Assange Es ist perfide über diese Aufnahmen zu schreiben, weil die Gefahr groß ist, diese grausamen Bilder falsch zu interpretieren, voreilige Urteile zu fällen und pauschale Feindbilder zu erschaffen. Jedes Kommentieren der Bilder ist gewollt oder ungewollt ein Beitrag zu einer medialen Unterhaltung, in der &#8216;Krieg&#8217; und &#8216;Mord&#8217; [...]


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<p style="margin-bottom: 0cm"><a href="http://www.democracynow.org/2010/4/6/massacre_caught_on_tape_us_mili" target="_blank">http://www.collateralmurder.com/</a></p>
<p><!-- 		@page { size: 21.59cm 27.94cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://www.democracynow.org/2010/4/6/massacre_caught_on_tape_us_mili" target="_blank">Amy Goodman im Gespräch mit Julian Assange</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="text-align: justify">Es ist perfide über diese Aufnahmen zu schreiben, weil die Gefahr groß ist, diese grausamen Bilder falsch zu interpretieren, voreilige Urteile zu fällen und pauschale Feindbilder zu erschaffen. Jedes Kommentieren der Bilder ist gewollt oder ungewollt ein Beitrag zu einer medialen Unterhaltung, in der &#8216;Krieg&#8217; und &#8216;Mord&#8217; Schlagworte sind, die Erfolg in einer Aufmerksamkeitsökonomie versprechen.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-314" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/04/let_us_shoot_klein_00_08_09-300x218.jpg" alt="" width="261" height="189" /></a>Nichts ist bequemer und moralisch befriedigender, als eine kontroverse politische oder wissenschaftliche Diskussion über dieses Material aus sicherer Entfernung zu führen. Ein Einklinken in das kurzfristige Aufmerksamkeitshoch, das von der politischen Brisanz und menschlichen Grausamkeit der Aufnahmen genährt wird, widerspricht einer kritischen und vor allem selbstkritischen Auseinandersetzung mit Schuld im Krieg. Dennoch müssen Geistes- und Sozialwissenschaften zu dieser Diskussion etwas sagen, weil in ihr die Haltung der Gesellschaft zu Gewalt, Krieg und Militär ausgehandelt wird. Es geht darum zu verhindern, dass Gewalt, egal von wem sie ausgeht, als Konfliktlösung interpretiert und gerechtfertigt wird.</p>
<p style="text-align: justify"><span id="more-313"></span></p>
<p style="text-align: justify">Dabei ist es nicht möglich, dieses Video zu diskutieren, ohne sich selbst Voyeurismus und Anmaßung vorzuwerfen und die eigene Interpretation kritisch zu hinterfragen. Aber genau das geschieht zu selten, wenn Schüsse mit Schlagzeilen reflexiert werden. Dahinter verbirgt sich die große Gefahr einer einseitigen und verkürzten Interpretation eines Krieges, die lediglich eine politische Agenda unterstützt aber wichtige Probleme übersieht. Zum Beispiel die Frage, die sich stellen muss, wer die Aufnahmen der Bordkamera gesehen hat: Was hat das mit mir zu tun?</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Was kann über die gesagt werden, die das<em> „Leiden anderer betrachten“ </em>(S.Sontag) und das Verhalten ihrer Peiniger interpretieren und verurteilen?</p>
<p style="text-align: justify">Ich denke, die Aufnahmen sind Teil eines ganzen Netzes von verurteilenden Interpretationen.</p>
<p style="text-align: justify">George Bush und seine Regierung haben den Irak als Bedrohung für die westliche Welt interpretiert und daraufhin den Irak und die U.S.A. zu einem Krieg verurteilt. In den Aufnahmen der Bordkanone interpretieren die Soldaten die Menschen am Boden als bewaffnete Teilnehmer in einem Gefecht und verurteilen sie mit einem Angriff aus der Luft. Medien interpretieren das Verhalten der Hubschrauberbesatzungen entweder im Kontext eines &#8216;normalen Kriegsalltags&#8217; (<a href="http://www.newsrealblog.com/2010/04/06/supporting-the-decision-of-the-soldiers-in-the-wikileaks-video/" target="_blank">NRB</a>) oder eines &#8216;unmenschlichen Gewaltexzesses&#8217; (<a href="http://www.jungewelt.de/2010/04-07/063.php" target="_blank">JW</a>). Die U.S. Soldaten werden entsprechend entweder als ordentlich reagierende Militärs oder als skrupellose Mörder verurteilt. Mit einiger Sicherheit werden diese Interpretationen illegitim verallgemeinert und das Verhalten und &#8216;<em>die</em> Mentalität <em>der</em> Amerikaner&#8217; wird als &#8216;feige&#8217;, &#8216;imperialistisch&#8217; oder &#8216;aggressiv&#8217; verurteilt.<br />
Hauptsächlich wird eine editierte, 17 minütige Videoaufnahme diskutiert. Den Aufnahmen der Bordkamera wurden mit Zugabe von Texten, Fotos, Pfeilen, Untertiteln, Vergroesserungen, Wiederholungen und Schnitten dramaturgisch bearbeitet. Im Abspann werden jeweils ein creative director, story development, visual editor und producer genannt, die das Material dramaturgisch bearbeitet haben. Besonders deutlich ist die wiederholte Szene ab 00:15:54. Ein Mann öffnet die seitliche Schiebetür des Autos, mit welchem mindestens ein Verwundeter abtransportiert werden soll. Ein digitaler Zoom fasst die Rettungsaktion näher, als im Material davor. Zwei Pfeile und ein Hinweis, dass sich in dem Auto zwei Kinder befinden erscheinen. Funkspruch: „I try to get permission to engage, come on let us shoot“. Zwei Männer nehmen den Verletzten vom Gehweg auf. Sie tragen ihn vorn um das Auto herum in Richtung der offenen Tür. Beim sehen ist sofort antizipierbar was folgt: die tödlichen Schüsse aus den Hubschraubern durchschlagen das Auto in dem die Kinder sitzen. Diese antizipierte Zoom-Einstellung der einschlagenden Kugeln lässt ein grauenhaftes Bild vor dem inneren Auge entstehen. Doch statt der Schüsse folgt eine Schwarzblende und ein Zitat von Ahmad Sahib.</p>
<p style="text-align: justify">Das heißt, das Material wurde in verschiedener Hinsicht editiert und ihm wurde eine Aussage eingeschrieben, es wurde also auf die Verbreitung und Interpretation im Internet vorbereitet. Erreicht WikiLeaks damit eine wirkungsreiche, notwendige Berichterstattung, die das etablierte Mediensystem nicht gewährleistet? Das Medium ist die Botschaft. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan" target="_blank">Marshall McLuhan</a>)</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Susan Sontag schreibt in <em><a href="http://www.lyrikwelt.de/gedichte/sontagg2.htm" target="_blank">Das Leiden anderer betrachten</a>:</em></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 60px"><span style="color: #000000">„Das Fernsehen, dessen Zugang zum Schauplatz durch staatliche Kontrolle und Selbstzensur beschränkt ist, serviert den Krieg in Gestalt von Bildern. Aber auch der Krieg selbst wird soweit wie möglich aus der Distanz geführt – durch Bombenangriffe, deren Ziele dank der neuen Technologien zur blitzschnellen Informations- und Bildverarbeitung auf einem anderen Erdteil ausgewählt werden können: Die täglichen Bomberoperationen in Afghanistan Ende 2001 und Anfang 2002 wurden vom amerikanischen Central Command in Tampa, Florida, gesteuert. Das Ziel besteht darin, dem Feind hinreichend schmerzhafte Verluste zuzufügen und gleichzeitig seine Möglichkeiten zu minimieren, den eigenen Kräften überhaupt Verluste zuzufügen; amerikanische und verbündete Soldaten, die bei Fahrzeugunfällen oder durch Beschuß aus den eigenen Reihen, sogenanntes »friendly fire«, umkommen, zählen und zählen zugleich auch nicht. Auch in der Ära des ferngelenkten Krieges gegen die unzähligen Feinde der amerikanischen Macht werden noch Regeln darüber aufgestellt, was die Öffentlichkeit sehen darf und was nicht.“</span></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Damit Krieg einen Nachrichtenwert in unserem Mediensystem erhält und Aufmerksamkeit erweckt, muss er personalisiert und konkretisiert werden. Die Bearbeitung des Materials versucht in die Bilder den Faktor Mensch hineinzubringen, die die moderne Kriegstechnik mit Kameras, Messtechnik und Displays verstellt. Es ist naiv anzunehmen, dass Kriege ohne solche Vorfälle stattfindet und dennoch sind es Bilder, die das für die kurze Zeit, in denen sie in den Medien kursieren, deutlich machen.</p>
<p style="text-align: justify">Verschiedene medienkulturelle Krisen werden sichtbar. Beispielsweise existiert eine gefährliche Vorstellungen eines &#8216;entfernten, notwendigen, gerechten, sauberen und humanen Krieges&#8217;, die durch &#8216;alltägliche&#8217; Kriegsberichterstattung bestätigt, zumindest jedoch nicht widerlegt wird.</p>
<p style="text-align: justify">Der selbe Luftangriff erregte 2007 als Wort- oder Textmeldung bedeutend weniger Aufmerksamkeit. Wie wichtig ist die also die Verpackung von Inhalten in einer von Bildern dominierten und kurzlebigen Medienlandschaft?</p>
<p style="text-align: justify">Die kollektiven, gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen scheinen diese vom WikiLeaks-Team für eine öffentliche Diskussion bearbeiteten Aufnahmen schwieriger zu verdauen, als anders gefilterte Kriegsberichterstattung.</p>
<p style="text-align: justify">Stärker als in den Artikeln der großen tagesaktuellen Zeitungen sind es Leser-Kommentare in denen immer wieder die Frage enthalten ist, wie die Gesellschaft dieses Material verarbeiten wird:</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/706/507858/text/" target="_blank">Kommentar von <em>Sinnfurt</em></a></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Vermutlich wird das Thema von den Amerikanern aufgearbeitet in dem Hollywood sich die Filmrechte der beiden Kinder kauft und einen Actionfilm über den Jungen dreht, der den Tot seiner Familie blutig rächt und dafür die Piloten in Amerika aufspürt. Natürlich bekommt der Film dann einen Oscar, weil er sich traut einen Iraker als Helden zu zeigen!“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Welches-BIldungsniveau-laesst-man-hier-schiessen/forum-177342/msg-18352352/read/" target="_blank">ManagedDemocracy</a></em></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Dafür gehören eigentlich Offiziershälse gekürzt, aber Kirche und<br />
Militär stehen da wohl etwas über dem Recht, gell?“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Heuchler/forum-177342/msg-18352288/read/" target="_blank">Loisek</a></em></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Das passiert jeden Tag. Das ist jedem klar, der sich Gedanken darüber macht. Wer den Krieg bisher ignoriert hat, dem wird es auch zukünftig egal sein. Viele werden im Schützenverein mit ihren Kameraden gegröhlt haben, am nächsten Tag auf Arbeit wurde Betroffenheit geheuchelt. Nachdem unsere Massenmedien den Fall aufgegriffen und als einmaligen Unfall heruntergespielt haben, kann der Großteil der Bevölkerung im freien Westen wieder zum Alltag übergehen und weiter Botoxbehandlungen von Prominenten im Fernsehen kosumieren. Schön, dass dieses Video zusammengeschnitten und zensiert den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hatte (schließlich muß auch der Mainstream auf sowas reagieren) und wenn man es nicht täglich senden muß, hat es auch einen gewissen Mehrwert gegenüber einer Brustvergrößerung, aber es wird sich nicht lange im Gedächtnis der breiten Masse befinden.“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Geheimdienste/forum-177342/msg-18351712/read/" target="_blank">janste</a></em></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Beim Lesen kam mir der Gedanke, das Wikileaks eine Methode eines Geheimdienstes sein könnte, Lecks im eigenen Dienst zu identifizieren. Das was ich bisher von dort gehört habe ist zwar schlimm, aber es scheint letztlich doch beherrschbar.  Andererseits wird dort auch berichtet wie in Frankreich und Deutschland gezielt manipuliert werden soll um in der Bevölkerung mehr Zustimmung zum Krieg zu erreichen. Seltsamerweise erreicht diese Nachricht in Deutschland nicht die dieselbe Öffentlickeit, wie das Video. Für mich bedeutet das: Den Krieg schonungslos in der Öffentlichkeit darzustellen soll uns für zukünftiges Abhärten, ist also vertretbar. “</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/759/507911/text/" target="_blank">Anton969: schreibt unter „Kriegskultur“</a> <span style="color: #333333">zur medialen Halbwertszeit der Aufnahmen: „Überdies demonstriert der Fall, dass verstörende Wirklichkeiten wie diese konsequent vertuscht werden, dass sie nur über Umwege (wikileaks) an die Öffentlichkeit kommen und dass die Berichterstattung in den Leitmedien selbst dann zurückhaltend ist. Gestern wurde zögerlich berichtet, heute ist das Thema medial kaum noch präsent (dass die Süddeutsche heute noch einen Artikel bringt, stellt eine Ausnahme dar; sp, zeit, faz haben nichts mehr, stattdessen geht es um die Ausstattung der Bundeswehr).“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify">Ich bin wirklich sehr interessiert an Kommentaren und Meinungen zu der Frage von oben: Was gibt es zu sagen, über die, die das<em> „Leiden anderer betrachten“ </em>(S.Sontag). Mit anderen Worten: Wie urteilen wir über uns selber, die wir uns mit diesen Aufnahmen beschäftigen, über sie lesen und schreiben, sie für wichtig halten und doch irgendwie nicht wissen wie wir mit ihnen umgehen sollen. Wir als Individuen und als Gesellschaft. FE</p>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 10:11:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Schräpel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der (öffentliche) Intellektualismus ist tot! Warum? Die Postmoderne hat ihn zerstört. Seitdem es für alle Fragen scheinbar unzählige Antworten gibt und alle irgendwie stimmen glauben wir niemanden mehr der Universalien predigt. Doch halt! Es gibt ja doch noch welche. Wer sind eigentlich die vielen Experten in den Nachrichten? Ihre Namen werden zumeist von irgendeinenem-zum-teil-recht-irrsinnigen Expertenstatus [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der (öffentliche) Intellektualismus ist tot! Warum? Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qwd36cYnbQk" target="_blank">Postmoderne</a> hat ihn zerstört. Seitdem es für alle Fragen scheinbar unzählige Antworten gibt und alle irgendwie stimmen glauben wir niemanden mehr der Universalien predigt. <img class="alignright size-medium wp-image-271" title="goethe_blogger" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/02/goethe_blogger-300x237.jpg" alt="" width="300" height="237" />Doch halt! Es gibt ja doch noch welche. Wer sind eigentlich die vielen Experten in den Nachrichten? Ihre Namen werden zumeist von irgendeinenem-zum-teil-recht-irrsinnigen Expertenstatus begleitet: da gibt es Experten für Schneekatastrophen oder Tiernahrung. Alle haben sie etwas zu sagen und ihnen wird auch das Wort erteilt. Sie kommentieren Nachrichten, geben scheinbar wichtige Hintergrundinformationen doch wiederholen zumeist genau die Aussagen die sowieso schon jeder kennt. Nein, dass sind nicht die neuen Intellektuellen. Vielmehr sind sie ein Beispiel warum der in Deutschland so lang gepflegt Intellektualismus zu Grabe gelegt wurde. In einem <a href="http://www.jstor.org/pss/1557995" target="_blank">Artikel</a> des holländischen Wissenschafts- und Technikforscher Wiebe Bijker wird also richtigerweise nach neuen Intellektuellen gefragt. Bijker sieht diese Rolle innerhalb seiner Disziplin und kann auch ein durchaus nachvollziehbares Argument machen. <span id="more-198"></span>Die Science and Technology Studies (STS) haben sich in den letzten 20 Jahren zu einer Disziplin entwickelt, die vor allem immer wieder Wissen produziert, dass als Beitrag in und für öffentliche Debatten gesehen werden kann. Bijker nennt das den STS-kiss:</p>
<blockquote><p>the STS reseracher in the role of the prince, kissing the sleeping beauty (i.e., the scientist, engineer, or other actor beeing studied) awake with a detailed study of the actors behavior (Bijker 2003: 446).</p></blockquote>
<p>Mit der Idee Wissenschaft und Technik auf ihre sozialen, politischen und kulturellen Einschreibungen zu überprüfen entstehen wichtige Untersuchungen über die Rolle und vor allem über die Auswirkungen von Forschungsprogrammen und Wahrheitskonstituierung in Politik und Öffentlichkeit. Leider vergisst Bijker dabei jedoch (obwohl er im Ansatz auf dieses Problem hinweist) das auch die STSer nicht den Platz der öffentlicher Intellektuellen einnehmen können. Sie sind genauso Sklave der postmodernen Kritik wie sie Produkt derselben sind. Eine Loslösung des Wissens von seiner Relativiertheit ist trotz verschiedener Versuche bisher nicht gelungen.</p>
<p>Wer also kann für einen neuen Intellektualismus sorgen? Freilich muss der neue Intellektuelle, ähnlich wie die STS, eine Meta-Ebene erschaffen von der er auf die Welt blicken kann. Dabei wird er scharfer Beobachter und Kritiker zugleich. Er sieht Dinge, die in der Unübersichtlichkeit der unterschiedlichen Bereiche verborgen bleiben und hat damit die Möglichkeit neue Verbindungen zu zeigen und andere, scheinbar existierende, verschwinden zu lassen. Der neue Intellektuelle muss aber auch werten, urteilen und handeln. Anders als das symmetrische Programm der STS, sind die neuen Intellektuellen gestaltend und zerstörerisch. Sie entwickeln eine Stimme die die öffentliche Ordnung leitet und stört. Aus diesem Grund wird hier plädiert, dass der neue Intellektualismus aus der Blogger-Gemeinschaft kommt. Vielleicht liegt die Kritik nahe, dass ausgerechnet in einem Blog angekündigt wird, dass die neuen öffentlichen Intellektuellen Blogger sind. Und trotzdem sollte dies den hier gebrachten Argumenten nicht im Wege stehen. Nachzulesen ist dies im Übrigen auch in dem <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518125710?ie=UTF8&amp;tag=ethnologiestu-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3518125710" target="_blank">Buch</a> von Tobias Moorstedt. Bereits kurz nach der Wahl Barack Obama’s hat er einen Text vorgelegt, in dem er zeigt welchen Einfluss Blogger auf das Meinungsbild der Wähler in den USA hatten. Und es würden sich noch viele weitere Beispiele finden, in denen die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blogosph%C3%A4re" target="_blank">Blogosphäre</a> oft eine detaillierte Analyse und Meinungsbild einer Sache wiedergeben. Ein zusätzlicher Hinweis für ein solches Argument könnte sein, dass das Medium in dem sich solch ein Wissen bewegt von vornherein keine einzelne Argumentation zulässt. Ähnlich schnell wie es die Postmoderne will, wird in Blogs Wissen immer wieder überprüft, verworfen und entsteht neu.</p>
<p><em>Leseempfehlung:</em></p>
<p>Bijker, Wiebe E. 2003. <a href="http://www.jstor.org/pss/1557995" target="_blank">The Need for Public Intellectuals: A Space for STS</a>. <em>Science, Technology, &amp; Human Values</em> 28 (4):443-450.</p>
<p>Moorstedt, Tobias. 2008. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518125710?ie=UTF8&amp;tag=ethnologiestu-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3518125710" target="_blank"><em>Jeffersons Erben. Wie die digitalen Medien die Politik verändern</em></a>. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.</p>
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		<title>Bildkonjunkturen &#8211; Unterwegs auf den Schnellstraßen des Ikonischen (Teil I)</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/02/bildkonjunkturen-teil-i/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 17:58:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal lohnt es sich doch ein wenig genauer hinzuschauen. Bilder haben Konjunktur, Bilder repräsentieren Konjunkturen, Bilder sind Repräsentanten ideologisch, politischer Konjunkturen. Sie lassen sich mobilisieren und auf Reisen schicken an Orte an denen sie Sogwirkungen und Spiralen, manchmal infernalische Strudel auslösen können, die eine Gesellschaft an den Rand ihrer funktionalen Ordnungen zu bringen drohen. Der Karikaturenstreit bleibt in aller Munde, ein Indiz dafür, dass die Bilder etwas anrichten, wenn sie zum darüber Reden und vor allem zum Handeln animieren.


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal lohnt es sich doch ein wenig genauer hinzuschauen. Bilder haben Konjunktur, Bilder repräsentieren Konjunkturen, Bilder sind Repräsentanten ideologisch, politischer Konjunkturen. Sie lassen sich mobilisieren und auf Reisen schicken an Orte an denen sie Sogwirkungen und Spiralen, manchmal infernalische Strudel auslösen können, die eine Gesellschaft an den Rand ihrer funktionalen Ordnungen zu bringen drohen. Der Karikaturenstreit bleibt in aller Munde, ein Indiz dafür, dass die Bilder etwas anrichten, wenn sie zum darüber Reden und vor allem zum Handeln animieren. In den westlichen Gesellschaften argumentieren wir gerne mit dem obersten Gebot der Presse- und Meinungsfreiheit und vergessen dabei scheinbar im Kollektiv den Umstand, dass eine gesellschaftlich, institutionalisierte und in die Welt getragene Meinungsfreiheit auch immer deren heimische Weltanschauung und Moralvorstellung transportiert. Es geht hierbei nicht darum, die wertvollen weil mit nichts aufzuwiegenden Potentiale von Minderheitsmeinungen in Abrede stellen zu wollen. Vielmehr ist zu betonen, dass westliche Medienindustrien und Bilderdistribuierungsinstanzen, Presse- und Meinungsfreiheit hin oder her, vornehmlich gern ein exklusives Package von Mehrheitsmeinungen und Bildern mit kleinem Umfang in Umlauf bringen und fluktuieren lassen.<span id="more-243"></span></p>
<p>Wie diese Mehrheitsmeinungen entstehen, würde von hier aus zu weit führen, ein kurzes Beispiel sei jedoch genannt: Friedliche Revolutionen haben in Deutschland Konjunktur, wie der Medienspiegel aus dem Jahr 2009 eindrucksvoll aufzeigt. Aus einem historisch, beschrittenen Pfad für das Eigene, ist eine Meinungs-, Themen- und Bilderkonjunktur entwachsen, die sich nun auch überträgt auf das Fremde, das Entfernte und das Andere. Der leise Abgang der Orangenen Revolution oder die schwellende Opposition in Iran, sie wecken deutsch-deutsche Begehrlichkeiten. Wir wollen sagen: &#8220;Tut es uns gleich, seid so erfolgreich wie wir es damals waren. Als wir aufbrachen in eine neue gesellschaftliche Ordnung die vor allem Wohlstand und Angliederung offerierten, in das fluktuierende System freier Meinungs- und Bildkonjunkturen.“</p>
<p>Es sind andererseits aber auch Instanzen der Ordnungserhaltung, der Bestätigung, dass das freie Fluktuieren der Bilder und ihnen immanenten Meinungen der einzige Weg sind, unsere westliche Mehrheitsgesellschaft zu erhalten. Die Ränder an denen die abartigen, die bösen und die schlechten Bilder fluktuieren sind die Grenzen unserer gesellschaftlichen Ordnung. Wenn eine junge Frau dabei gefilmt wird, wie sie vermutlich getroffen von einem ballistischen Geschoss zu Boden sinkt und ihr die letzten Lebensgeister entweichen, dem Blick die Todesstarre einkehrt. Dann sind wir an den abgebildeten Orten angelangt die wir nicht sehen wollen aber müssen, um zu begreifen, dass wir diese Raumzeiten längst hinter uns gelassen haben. Den Armen, den Kranken, den Unterdrückten und den Verfolgten bleiben jedoch nur diese schockierenden Bilder des Dokumentarischen, als einzige Chance um aufmerksam zu machen auf das ihrige Elend. Nur mit diesen bösen, schrecklichen Bildern sind sie in der Lage, in unsere Kreisläufe von außen einzudringen. Wir hingegen können in Umlauf bringen wonach es uns beliebt. Piktorale Verkürzungen und unwahre, als fiktiv klassifizierte und somit geschützte und gesiegelte Harmlosigkeiten die im Kern nichts weiter sind als Degradierungen die Provokation evozieren. Der lässig, feuilletonistische Blick und Zugang zur Welt erlaubt es uns, ins Blickfeld zu rücken, wonach es uns beliebt. Diesen gesellschaftlichen Zustand zu erreichen, dafür haben wir lange gekämpft. Und weil wir im Insgeheimen wissen, wie hart und vor allem zufallsbestimmt dieser Kampf in Wirklichkeit war, glauben wir zu wissen, dass auch alle anderen nichtwestlichen Gesellschaften das Verlangen haben, diesen gegenwärtigen Zustand endlich erreichen zu können.</p>
<p>Doch ist dem so? Bedeutet der Wunsch nach Wohlstand und Freiheit auch den gleichzeitigen Wunsch nach einer freien Fluktuation der Bilder? Bestehen nicht auch Skepsis und Zweifel? Besteht nicht vor allem vielerorts ein tabuisierter, geschützter Blick auf die Bilder? Beruhen nicht oftmals, ganze gesellschaftliche Ordnungen auf dem Prinzip unterdrückter oder zumindest nicht frei verfügbarer Bilder? &#8221;Unreine&#8221; Bilder sollten vielleicht gar nicht so frei fluktuieren dürfen, wie man diesseits gemeinhin annimmt.</p>
<p>Vor allem der menschliche Körper hat sich im Kontinuum der fluktuierenden Bilder nachweislich bis zur Unkenntlichkeit dekonstruieren und brechen lassen, ohne dass man ihn besser verstehen, oder im übertragenen Sinne &#8220;begreifen&#8221; würde. Den Vertretern der westlichen Welt hierbei eine höhere Bildkompetenz im Bezug auf Körperdiskurse zuzuschanzen, nur weil sie dem Körper in all seinen Brechungen und Öffnungen mehr Bilder und Abbilder gegenüberstellt haben, bleibt gefährlich. Bis ins Pervertierte entseelt und bis zur Unkenntlichkeit deklinierte Körperabbildungen und Bebilderungen erzeugen keinen höheren moralischen Wert ihnen gegenüber. Bilder, desto detaillierter sie sind, erzeugen im Gegenteil vielmehr, einen moralischen Ballast den man so leicht nicht mehr abgeschüttelt bekommt. Gerade auch dann nicht, wenn eine freie Fluktuation die gewünschte Ordnungsinstanz sein soll, die man ihnen gewährt. Genau dazu dienen Tabus, als Schutz vor einer gesellschaftlichen Isolation und Ächtung. Der Weg in die Unabhängigkeit war verlockend, hart und steinig. Der Erhalt eben dieser Ordnung ist es ebenso. Der Preis den wir zahlen ist der, einer konstitutiven Abschottung von einer Welt, der nicht frei fluktuierenden Bilder. Wir führen mit unserer vermeintlichen Freiheit deshalb einen Bilderkrieg oder besser gesagt, einen mit Bildern bewaffneten Konflikt zum Erhalt unserer eigenen systemischen Ordnung. Wir denken mit Vereinnahmung und hinterhältiger Schmeichelei denen gerecht zu werden, die offensichtlich unfrei sind. Dass wir dabei scheinbar gar nicht die Absicht hegen ihnen zum Aufstieg in unseren elitären Zirkel zu verhelfen, soll beim nächsten Mal näher erläutert werden.</p>
<p>Der obige Artikel ist auch auf dem Blog des Autors <a href="http://larue-dystopie.blogspot.com/">Kissing und Blankets</a> erschienen.</p>


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		<title>&#8216;Geocultural&#8217; Literatur und andere Szenarien über die Welt</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 21:34:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Schräpel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle finden in regelmäßigen Abständen Konferenzen und Vorträge statt. Der erste Vortrag in diesem Jahr wurde von dem schwedischen Ethnologen Ulf Hannerz gehalten. Unter dem Titel Images of the World, Now and Next: global scenarios as texts and transnational cultural phenomena stellte er eine Reihe von Büchern (oder vielmehr [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle finden in regelmäßigen Abständen Konferenzen und Vorträge statt. Der erste Vortrag in diesem Jahr wurde von dem schwedischen Ethnologen <a href="http://www.socant.su.se/pub/jsp/polopoly.jsp?d=6216" target="_blank">Ulf Hannerz</a> gehalten. Unter dem Titel <a href="http://www.eth.mpg.de/events/current/1262876400.html" target="_blank">Images of the World, Now and Next: global scenarios as texts and transnational cultural phenomena</a> stellte er eine Reihe von Büchern (oder vielmehr eine Textgattung) vor, in denen (ethnologische) Themen scheinbar populistisch diskutiert werden. Hannerz versuchte zu zeigen, dass zumeist im englischsprachigen Raum immer wieder Werke in den „Buchläden der Flughafen“ liegen, die im politisch-rechten Spektrum eine fragliche Sicht auf die unterschiedlichsten Themen wie kulturelle Vielfalt (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442151902?ie=UTF8&amp;tag=ethnologiestu-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3442151902" target="_blank">Huntington</a>) oder die politische Rolle der USA (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0393061353?ie=UTF8&amp;tag=ethnologiestu-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0393061353" target="_blank">Joffe</a>) haben. Vor allem aber, werden in diesen Texten globale Zukunftsszenarien geschaffen, was Hannerz dazu veranlasst diese Bücher als „geocultural“ Literatur zu bezeichnen. <span id="more-161"></span></p>
<p>Etwas überraschend zeigt er in seinem Vortrag, wie viele solcher Texte existieren. Er wiederholt einige Male, dass sich vor allem vor den Flughafenbuchläden in Acht genommen werden muss. Diese sind Herd für fundamentale, amerika-zentristische, rechtspopulistische Literatur die zumeist die Welt aus den Angeln heben will.</p>
<p>Am ende bleiben zwei Fragen. Die eine sucht nach den Auswirkungen dieser Literatur. Folgt man nämlich den Utopien und Dystopien in den Büchern, ist schnell der Ausnahmezustand hergestellt, in dem ungewollte Interventionen und politische Handlungen entstehen können. Hannerz gibt jedoch nur wenige Informationen inwieweit solche Ideen öffentlich Diskurse tatsächlich beeinflussen.</p>
<p>In der zweiten Frage versucht er nachzuvollziehen, warum genau diese Literatur auf den Ladentischen landet. Auch hier gibt Hannerz nur ein paar wenige Hinweise. Auf der einen Seite haben große Verlage (und ihr Marketing) die Möglichkeit diese Bücher zu verbreiten. Gleichzeitig findet sich der Leserkreis in der amerikanischen Elite, die vor allem die Nachfrage nach solcher Literatur ankurbelt.</p>
<p>In der Tat ist die Idee spannend. Es ist der Versuch nachzuvollziehen welche Bücher in hohen Auflagen verkauft werden und wie diese öffentliche Diskurse beeinflussen bzw. schaffen (nicht zuletzt wenn man auch weiß, dass die meisten ethnologischen Werke eine eher geringe Auflage haben). Schnell stellt sich heraus, dass dies zumeist Literatur ist, die mit „<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0552151297?ie=UTF8&amp;tag=ethnologiestu-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0552151297" target="_blank">catchy phrases</a>“ arbeitet und eine These auf wenige Punkte reduziert. Doch es scheint etwas weit hergeholt, dass diese Methodik auf einen bestimmten Bereich beschränkt sein soll. Findet man doch auch schnell Werke, die ähnliche Themen ansprechen, aber nicht unbedingt auf ihre politische Richtung (und ihr fundamentalistischen Weltzeitszenarien) reduziert werden können. Nicht zuletzt ist ein zusätzlicher Faktor von erfolgreichen Sachbüchern gezielt aktuelle Probleme aufzunehmen und etwas brachial anzuklagen. Vielleicht sollte dies als eine Übung verstanden werden, in der man diese Literatur auf Grund ihrer Klarheit (in Text und Argumentation) zum Vorbild nimmt um dann Antworten in der gleichen Art und Weise auf solche Reduktionen gibt. Denn bedauerlicherweise ist festzustellen, dass es in den letzten Jahren kein Ethnologe geschafft hat in den Bestsellerlisten (und demzufolge auch nicht in den Buchläden der Flughäfen) zu landen.</p>
<p>Der Vortrag von Ulf Hannerz hat mich dazu angeregt ab sofort regelmäßig Bücher vorzustellen, die ich für lesenswert halte. Auf der rechten Seite werden in unregelmäßigen Abständen Buchempfehlungen erscheinen, die anders als die von Hannerz vorgestellten Bücher, recht komplexe, anti-fundamentalistische, angenehme Literatur ist. Deshalb sollten diese es auch unbedingt schaffen öffentliche Diskurse zu beeinflussen oder sie sogar beginnen.</p>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 23:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Schräpel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p>Achtung ein Experiment: Du drehst ein Video oder schreibst einen Text. Es gefällt dir was du produziert hast und du willst es der Welt zeigen. Zum Glück ist dies dank der neuen Technologien der letzten zehn Jahre beinahe kein Problem mehr. Innerhalb weniger Minuten kannst du dein Produkt weltweit zugänglich machen. Auch wenn die Konkurrenz groß ist, dein Video oder dein Text wird ein Erfolg. Millionen greifen darauf zu, kommentieren, reproduzieren, verändern. Nun die Frage: soll das so sein?</p>
<div id="attachment_99" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-99" title="charles_shop" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2009/12/charles_shop-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /><p class="wp-caption-text">Charles Igwe in Nollywood</p></div>
<p>Genau hier beginnt die Diskussion um den Schutz und den Anspruch auf den Besitz deines Produktes. Bist du ein multinationaler Konzern, abhängig von den Einnahmen die das Video oder der Text bringen kann, wirst du versuchen dein Produkt zu schützen. Nicht zuletzt musst du ein riesiges Netzwerk aufrechterhalten, welches nur überleben kann, wenn du die ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung stellst.<span id="more-85"></span></p>
<p>Vielleicht bist du aber auch (nur) ein kreativer Nutzer, der es gelernt hat die unterschiedlichsten Dinge miteinander zu verbinden und die Welt mit spannenden und neuen Produktionen zu bereichern. Du wirst versuchen deine Veröffentlichung so schnell wie möglich bekannt zu machen. Dir macht es nur wenig aus, wenn andere damit arbeiten, es verändern oder es weitergeben.</p>
<p>In einer dritten Variante bist du ein Künstler. Du lebst von den Dingen die du produzierst. Deine Arbeit ist es Neues zu schaffen, welches die du irgendwie recht breit und schnell unter die Leute bringen willst, weil du weißt das das was du machst gut ist. Gleichzeitig musst du darauf achten, dass du dafür Geld bekommst, sonst könntest du nicht überleben.</p>
<p>Dies sind drei unterschiedliche Perspektiven, die offensichtlich alle ihre eigene Logik besitzen. Der Film <a href="http://www.goodcopybadcopy.net/" target="_blank">Good Copy Bad Copy</a> von 2007 versucht genau diese unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Seit kurzer Zeit ist der Film auch mit deutschen Untertiteln verfügbar und sollte von jedem, der sich für das Thema interessiert gesehen werden. Nicht zuletzt weil er eine anthropologische Perspektive, also aus den unterschiedlichen Blickrichtungen ohne direkt Anzuklagen oder zu Verurteilen, auf die Debatte um Urheberrechte bietet. In der Ethnologie wird das Thema in dieser Art und Weise bislang wenig diskutiert. Trotzdem finden sich einige Texte innerhalb der Medizinethnologie, die einen interessanten Vergleich zulassen. Das 1994 geschaffene TRIPS-Abkommen (<em>Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) </em>wird in diesen Texten heftig in Bezug auf seine Anwendung bezüglich der Medikamente zur Behandlung von AIDS diskutiert. Auch hier steht die (Pharma)Industrie in der Kritik, die das Monopol für Medikamente besitzen die in Teilen der Welt gebraucht werden wo es nicht möglich ist die hohen Preise für die lebenswichtigen Medikamente zu bezahlen. Erst mit der Doha-Dekleration im Jahr 2001 wurde es unter bestimmten Umständen möglich die viel billigeren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Generikum" target="_blank">Generika</a> zu produzieren und zu vertreiben. Freilich ist diese Debatte um Medikamente von ganz anderen ethischen und moralischen Dilemmata gezeichnet. Und doch wird klar – wie auch in dem Film, der sich vor allem auf die Film- und Musikindustrie bezieht –  in welcher Absurdität die verschiedenen Rechtslagen den Handlungsspielraum einschränken. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure mit ihren unterschiedlichen Interessen kann nur gelingen, wenn die verschiedenen Perspektiven bekannt sind. Ein multinationaler Konzern muss verstehen warum ein Nutzer verweigert für ein Produkt Geld zu bezahlen (und eben andere Möglichkeiten und Märkte finden um die Produkte zu vertreiben) und gleichzeitig müssen Nutzer, Künstler, Produzenten, Händler,&#8230; die Blick in die unterschiedlichen Lebenswelten wagen. Die Ethnologie kann dabei helfen, sie muss nur gefragt werden.</p>
<p>Hier der Film in voller länger mit deutschen Untertiteln:</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7833058&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7833058&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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