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	<title>Wildes Denken &#187; Internet</title>
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	<description>Die Welt auf ethnologisch</description>
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		<title>Das Leiden anderer betrachten: „Come on, let us shoot!“</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 14:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.collateralmurder.com/ Amy Goodman im Gespräch mit Julian Assange Es ist perfide über diese Aufnahmen zu schreiben, weil die Gefahr groß ist, diese grausamen Bilder falsch zu interpretieren, voreilige Urteile zu fällen und pauschale Feindbilder zu erschaffen. Jedes Kommentieren der Bilder ist gewollt oder ungewollt ein Beitrag zu einer medialen Unterhaltung, in der &#8216;Krieg&#8217; und &#8216;Mord&#8217; [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { size: 21.59cm 27.94cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="text-align: justify"><!-- 		@page { size: 21.59cm 27.94cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
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<p><!-- 		@page { size: 21.59cm 27.94cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://www.democracynow.org/2010/4/6/massacre_caught_on_tape_us_mili" target="_blank">Amy Goodman im Gespräch mit Julian Assange</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="text-align: justify">Es ist perfide über diese Aufnahmen zu schreiben, weil die Gefahr groß ist, diese grausamen Bilder falsch zu interpretieren, voreilige Urteile zu fällen und pauschale Feindbilder zu erschaffen. Jedes Kommentieren der Bilder ist gewollt oder ungewollt ein Beitrag zu einer medialen Unterhaltung, in der &#8216;Krieg&#8217; und &#8216;Mord&#8217; Schlagworte sind, die Erfolg in einer Aufmerksamkeitsökonomie versprechen.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-314" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/04/let_us_shoot_klein_00_08_09-300x218.jpg" alt="" width="261" height="189" /></a>Nichts ist bequemer und moralisch befriedigender, als eine kontroverse politische oder wissenschaftliche Diskussion über dieses Material aus sicherer Entfernung zu führen. Ein Einklinken in das kurzfristige Aufmerksamkeitshoch, das von der politischen Brisanz und menschlichen Grausamkeit der Aufnahmen genährt wird, widerspricht einer kritischen und vor allem selbstkritischen Auseinandersetzung mit Schuld im Krieg. Dennoch müssen Geistes- und Sozialwissenschaften zu dieser Diskussion etwas sagen, weil in ihr die Haltung der Gesellschaft zu Gewalt, Krieg und Militär ausgehandelt wird. Es geht darum zu verhindern, dass Gewalt, egal von wem sie ausgeht, als Konfliktlösung interpretiert und gerechtfertigt wird.</p>
<p style="text-align: justify"><span id="more-313"></span></p>
<p style="text-align: justify">Dabei ist es nicht möglich, dieses Video zu diskutieren, ohne sich selbst Voyeurismus und Anmaßung vorzuwerfen und die eigene Interpretation kritisch zu hinterfragen. Aber genau das geschieht zu selten, wenn Schüsse mit Schlagzeilen reflexiert werden. Dahinter verbirgt sich die große Gefahr einer einseitigen und verkürzten Interpretation eines Krieges, die lediglich eine politische Agenda unterstützt aber wichtige Probleme übersieht. Zum Beispiel die Frage, die sich stellen muss, wer die Aufnahmen der Bordkamera gesehen hat: Was hat das mit mir zu tun?</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Was kann über die gesagt werden, die das<em> „Leiden anderer betrachten“ </em>(S.Sontag) und das Verhalten ihrer Peiniger interpretieren und verurteilen?</p>
<p style="text-align: justify">Ich denke, die Aufnahmen sind Teil eines ganzen Netzes von verurteilenden Interpretationen.</p>
<p style="text-align: justify">George Bush und seine Regierung haben den Irak als Bedrohung für die westliche Welt interpretiert und daraufhin den Irak und die U.S.A. zu einem Krieg verurteilt. In den Aufnahmen der Bordkanone interpretieren die Soldaten die Menschen am Boden als bewaffnete Teilnehmer in einem Gefecht und verurteilen sie mit einem Angriff aus der Luft. Medien interpretieren das Verhalten der Hubschrauberbesatzungen entweder im Kontext eines &#8216;normalen Kriegsalltags&#8217; (<a href="http://www.newsrealblog.com/2010/04/06/supporting-the-decision-of-the-soldiers-in-the-wikileaks-video/" target="_blank">NRB</a>) oder eines &#8216;unmenschlichen Gewaltexzesses&#8217; (<a href="http://www.jungewelt.de/2010/04-07/063.php" target="_blank">JW</a>). Die U.S. Soldaten werden entsprechend entweder als ordentlich reagierende Militärs oder als skrupellose Mörder verurteilt. Mit einiger Sicherheit werden diese Interpretationen illegitim verallgemeinert und das Verhalten und &#8216;<em>die</em> Mentalität <em>der</em> Amerikaner&#8217; wird als &#8216;feige&#8217;, &#8216;imperialistisch&#8217; oder &#8216;aggressiv&#8217; verurteilt.<br />
Hauptsächlich wird eine editierte, 17 minütige Videoaufnahme diskutiert. Den Aufnahmen der Bordkamera wurden mit Zugabe von Texten, Fotos, Pfeilen, Untertiteln, Vergroesserungen, Wiederholungen und Schnitten dramaturgisch bearbeitet. Im Abspann werden jeweils ein creative director, story development, visual editor und producer genannt, die das Material dramaturgisch bearbeitet haben. Besonders deutlich ist die wiederholte Szene ab 00:15:54. Ein Mann öffnet die seitliche Schiebetür des Autos, mit welchem mindestens ein Verwundeter abtransportiert werden soll. Ein digitaler Zoom fasst die Rettungsaktion näher, als im Material davor. Zwei Pfeile und ein Hinweis, dass sich in dem Auto zwei Kinder befinden erscheinen. Funkspruch: „I try to get permission to engage, come on let us shoot“. Zwei Männer nehmen den Verletzten vom Gehweg auf. Sie tragen ihn vorn um das Auto herum in Richtung der offenen Tür. Beim sehen ist sofort antizipierbar was folgt: die tödlichen Schüsse aus den Hubschraubern durchschlagen das Auto in dem die Kinder sitzen. Diese antizipierte Zoom-Einstellung der einschlagenden Kugeln lässt ein grauenhaftes Bild vor dem inneren Auge entstehen. Doch statt der Schüsse folgt eine Schwarzblende und ein Zitat von Ahmad Sahib.</p>
<p style="text-align: justify">Das heißt, das Material wurde in verschiedener Hinsicht editiert und ihm wurde eine Aussage eingeschrieben, es wurde also auf die Verbreitung und Interpretation im Internet vorbereitet. Erreicht WikiLeaks damit eine wirkungsreiche, notwendige Berichterstattung, die das etablierte Mediensystem nicht gewährleistet? Das Medium ist die Botschaft. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan" target="_blank">Marshall McLuhan</a>)</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Susan Sontag schreibt in <em><a href="http://www.lyrikwelt.de/gedichte/sontagg2.htm" target="_blank">Das Leiden anderer betrachten</a>:</em></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 60px"><span style="color: #000000">„Das Fernsehen, dessen Zugang zum Schauplatz durch staatliche Kontrolle und Selbstzensur beschränkt ist, serviert den Krieg in Gestalt von Bildern. Aber auch der Krieg selbst wird soweit wie möglich aus der Distanz geführt – durch Bombenangriffe, deren Ziele dank der neuen Technologien zur blitzschnellen Informations- und Bildverarbeitung auf einem anderen Erdteil ausgewählt werden können: Die täglichen Bomberoperationen in Afghanistan Ende 2001 und Anfang 2002 wurden vom amerikanischen Central Command in Tampa, Florida, gesteuert. Das Ziel besteht darin, dem Feind hinreichend schmerzhafte Verluste zuzufügen und gleichzeitig seine Möglichkeiten zu minimieren, den eigenen Kräften überhaupt Verluste zuzufügen; amerikanische und verbündete Soldaten, die bei Fahrzeugunfällen oder durch Beschuß aus den eigenen Reihen, sogenanntes »friendly fire«, umkommen, zählen und zählen zugleich auch nicht. Auch in der Ära des ferngelenkten Krieges gegen die unzähligen Feinde der amerikanischen Macht werden noch Regeln darüber aufgestellt, was die Öffentlichkeit sehen darf und was nicht.“</span></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Damit Krieg einen Nachrichtenwert in unserem Mediensystem erhält und Aufmerksamkeit erweckt, muss er personalisiert und konkretisiert werden. Die Bearbeitung des Materials versucht in die Bilder den Faktor Mensch hineinzubringen, die die moderne Kriegstechnik mit Kameras, Messtechnik und Displays verstellt. Es ist naiv anzunehmen, dass Kriege ohne solche Vorfälle stattfindet und dennoch sind es Bilder, die das für die kurze Zeit, in denen sie in den Medien kursieren, deutlich machen.</p>
<p style="text-align: justify">Verschiedene medienkulturelle Krisen werden sichtbar. Beispielsweise existiert eine gefährliche Vorstellungen eines &#8216;entfernten, notwendigen, gerechten, sauberen und humanen Krieges&#8217;, die durch &#8216;alltägliche&#8217; Kriegsberichterstattung bestätigt, zumindest jedoch nicht widerlegt wird.</p>
<p style="text-align: justify">Der selbe Luftangriff erregte 2007 als Wort- oder Textmeldung bedeutend weniger Aufmerksamkeit. Wie wichtig ist die also die Verpackung von Inhalten in einer von Bildern dominierten und kurzlebigen Medienlandschaft?</p>
<p style="text-align: justify">Die kollektiven, gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen scheinen diese vom WikiLeaks-Team für eine öffentliche Diskussion bearbeiteten Aufnahmen schwieriger zu verdauen, als anders gefilterte Kriegsberichterstattung.</p>
<p style="text-align: justify">Stärker als in den Artikeln der großen tagesaktuellen Zeitungen sind es Leser-Kommentare in denen immer wieder die Frage enthalten ist, wie die Gesellschaft dieses Material verarbeiten wird:</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/706/507858/text/" target="_blank">Kommentar von <em>Sinnfurt</em></a></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Vermutlich wird das Thema von den Amerikanern aufgearbeitet in dem Hollywood sich die Filmrechte der beiden Kinder kauft und einen Actionfilm über den Jungen dreht, der den Tot seiner Familie blutig rächt und dafür die Piloten in Amerika aufspürt. Natürlich bekommt der Film dann einen Oscar, weil er sich traut einen Iraker als Helden zu zeigen!“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Welches-BIldungsniveau-laesst-man-hier-schiessen/forum-177342/msg-18352352/read/" target="_blank">ManagedDemocracy</a></em></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Dafür gehören eigentlich Offiziershälse gekürzt, aber Kirche und<br />
Militär stehen da wohl etwas über dem Recht, gell?“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Heuchler/forum-177342/msg-18352288/read/" target="_blank">Loisek</a></em></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Das passiert jeden Tag. Das ist jedem klar, der sich Gedanken darüber macht. Wer den Krieg bisher ignoriert hat, dem wird es auch zukünftig egal sein. Viele werden im Schützenverein mit ihren Kameraden gegröhlt haben, am nächsten Tag auf Arbeit wurde Betroffenheit geheuchelt. Nachdem unsere Massenmedien den Fall aufgegriffen und als einmaligen Unfall heruntergespielt haben, kann der Großteil der Bevölkerung im freien Westen wieder zum Alltag übergehen und weiter Botoxbehandlungen von Prominenten im Fernsehen kosumieren. Schön, dass dieses Video zusammengeschnitten und zensiert den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hatte (schließlich muß auch der Mainstream auf sowas reagieren) und wenn man es nicht täglich senden muß, hat es auch einen gewissen Mehrwert gegenüber einer Brustvergrößerung, aber es wird sich nicht lange im Gedächtnis der breiten Masse befinden.“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px"><em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Geheimdienste/forum-177342/msg-18351712/read/" target="_blank">janste</a></em></p>
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><span style="color: #333333">„Beim Lesen kam mir der Gedanke, das Wikileaks eine Methode eines Geheimdienstes sein könnte, Lecks im eigenen Dienst zu identifizieren. Das was ich bisher von dort gehört habe ist zwar schlimm, aber es scheint letztlich doch beherrschbar.  Andererseits wird dort auch berichtet wie in Frankreich und Deutschland gezielt manipuliert werden soll um in der Bevölkerung mehr Zustimmung zum Krieg zu erreichen. Seltsamerweise erreicht diese Nachricht in Deutschland nicht die dieselbe Öffentlickeit, wie das Video. Für mich bedeutet das: Den Krieg schonungslos in der Öffentlichkeit darzustellen soll uns für zukünftiges Abhärten, ist also vertretbar. “</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: left;padding-left: 30px"><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/759/507911/text/" target="_blank">Anton969: schreibt unter „Kriegskultur“</a> <span style="color: #333333">zur medialen Halbwertszeit der Aufnahmen: „Überdies demonstriert der Fall, dass verstörende Wirklichkeiten wie diese konsequent vertuscht werden, dass sie nur über Umwege (wikileaks) an die Öffentlichkeit kommen und dass die Berichterstattung in den Leitmedien selbst dann zurückhaltend ist. Gestern wurde zögerlich berichtet, heute ist das Thema medial kaum noch präsent (dass die Süddeutsche heute noch einen Artikel bringt, stellt eine Ausnahme dar; sp, zeit, faz haben nichts mehr, stattdessen geht es um die Ausstattung der Bundeswehr).“</span></p>
<p style="text-align: justify;padding-left: 30px">
<p style="text-align: justify">Ich bin wirklich sehr interessiert an Kommentaren und Meinungen zu der Frage von oben: Was gibt es zu sagen, über die, die das<em> „Leiden anderer betrachten“ </em>(S.Sontag). Mit anderen Worten: Wie urteilen wir über uns selber, die wir uns mit diesen Aufnahmen beschäftigen, über sie lesen und schreiben, sie für wichtig halten und doch irgendwie nicht wissen wie wir mit ihnen umgehen sollen. Wir als Individuen und als Gesellschaft. FE</p>
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		<title>(c) Copyrights: Was willst du? Was wollen die? &#8211; Ein Kommentar zum Film Bad Copy Good Copy</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 23:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Schräpel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Achtung ein Experiment: Du drehst ein Video oder schreibst einen Text. Es gefällt dir was du produziert hast und du willst es der Welt zeigen. Zum Glück ist dies dank der neuen Technologien der letzten zehn Jahre beinahe kein Problem mehr. Innerhalb weniger Minuten kannst du dein Produkt weltweit zugänglich machen. Auch wenn die Konkurrenz [...]


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<li><a href='http://www.wildes-denken.de/2010/06/aufruf-zum-wilden-denken/' rel='bookmark' title='Aufruf zum wilden Denken'>Aufruf zum wilden Denken</a></li>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p>Achtung ein Experiment: Du drehst ein Video oder schreibst einen Text. Es gefällt dir was du produziert hast und du willst es der Welt zeigen. Zum Glück ist dies dank der neuen Technologien der letzten zehn Jahre beinahe kein Problem mehr. Innerhalb weniger Minuten kannst du dein Produkt weltweit zugänglich machen. Auch wenn die Konkurrenz groß ist, dein Video oder dein Text wird ein Erfolg. Millionen greifen darauf zu, kommentieren, reproduzieren, verändern. Nun die Frage: soll das so sein?</p>
<div id="attachment_99" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-99" title="charles_shop" src="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2009/12/charles_shop-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /><p class="wp-caption-text">Charles Igwe in Nollywood</p></div>
<p>Genau hier beginnt die Diskussion um den Schutz und den Anspruch auf den Besitz deines Produktes. Bist du ein multinationaler Konzern, abhängig von den Einnahmen die das Video oder der Text bringen kann, wirst du versuchen dein Produkt zu schützen. Nicht zuletzt musst du ein riesiges Netzwerk aufrechterhalten, welches nur überleben kann, wenn du die ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung stellst.<span id="more-85"></span></p>
<p>Vielleicht bist du aber auch (nur) ein kreativer Nutzer, der es gelernt hat die unterschiedlichsten Dinge miteinander zu verbinden und die Welt mit spannenden und neuen Produktionen zu bereichern. Du wirst versuchen deine Veröffentlichung so schnell wie möglich bekannt zu machen. Dir macht es nur wenig aus, wenn andere damit arbeiten, es verändern oder es weitergeben.</p>
<p>In einer dritten Variante bist du ein Künstler. Du lebst von den Dingen die du produzierst. Deine Arbeit ist es Neues zu schaffen, welches die du irgendwie recht breit und schnell unter die Leute bringen willst, weil du weißt das das was du machst gut ist. Gleichzeitig musst du darauf achten, dass du dafür Geld bekommst, sonst könntest du nicht überleben.</p>
<p>Dies sind drei unterschiedliche Perspektiven, die offensichtlich alle ihre eigene Logik besitzen. Der Film <a href="http://www.goodcopybadcopy.net/" target="_blank">Good Copy Bad Copy</a> von 2007 versucht genau diese unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Seit kurzer Zeit ist der Film auch mit deutschen Untertiteln verfügbar und sollte von jedem, der sich für das Thema interessiert gesehen werden. Nicht zuletzt weil er eine anthropologische Perspektive, also aus den unterschiedlichen Blickrichtungen ohne direkt Anzuklagen oder zu Verurteilen, auf die Debatte um Urheberrechte bietet. In der Ethnologie wird das Thema in dieser Art und Weise bislang wenig diskutiert. Trotzdem finden sich einige Texte innerhalb der Medizinethnologie, die einen interessanten Vergleich zulassen. Das 1994 geschaffene TRIPS-Abkommen (<em>Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) </em>wird in diesen Texten heftig in Bezug auf seine Anwendung bezüglich der Medikamente zur Behandlung von AIDS diskutiert. Auch hier steht die (Pharma)Industrie in der Kritik, die das Monopol für Medikamente besitzen die in Teilen der Welt gebraucht werden wo es nicht möglich ist die hohen Preise für die lebenswichtigen Medikamente zu bezahlen. Erst mit der Doha-Dekleration im Jahr 2001 wurde es unter bestimmten Umständen möglich die viel billigeren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Generikum" target="_blank">Generika</a> zu produzieren und zu vertreiben. Freilich ist diese Debatte um Medikamente von ganz anderen ethischen und moralischen Dilemmata gezeichnet. Und doch wird klar – wie auch in dem Film, der sich vor allem auf die Film- und Musikindustrie bezieht –  in welcher Absurdität die verschiedenen Rechtslagen den Handlungsspielraum einschränken. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure mit ihren unterschiedlichen Interessen kann nur gelingen, wenn die verschiedenen Perspektiven bekannt sind. Ein multinationaler Konzern muss verstehen warum ein Nutzer verweigert für ein Produkt Geld zu bezahlen (und eben andere Möglichkeiten und Märkte finden um die Produkte zu vertreiben) und gleichzeitig müssen Nutzer, Künstler, Produzenten, Händler,&#8230; die Blick in die unterschiedlichen Lebenswelten wagen. Die Ethnologie kann dabei helfen, sie muss nur gefragt werden.</p>
<p>Hier der Film in voller länger mit deutschen Untertiteln:</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7833058&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7833058&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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