<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Lasst das Licht an. Gedanken zu Ethnologie und Film.</title>
	<atom:link href="http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/</link>
	<description>Die Welt auf ethnologisch</description>
	<lastBuildDate>Wed, 25 Jan 2012 16:00:47 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
	<item>
		<title>Von: Friedemann Ebelt</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-168</link>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 11:40:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-168</guid>
		<description>&lt;strong&gt;@ Aletheia &lt;/strong&gt;
Ich habe mir ein paar Sachen von dir herausgesucht:
&lt;blockquote&gt;welchen konkreten Anspruch soll das audiovisuelle Medium Film für dich in der Wissenschaft erfüllen?&lt;/blockquote&gt;
Ich denke, ein Film kann nicht alles sein. Er fällt schwer, sich ein offenes, partizipatorisches Autorenkino vorzustellen. Das heißt, ich finde prinzipiell alles von Essayfilm, Mockumentary, Spielfilm, Beobachtung bis Experimentalfilm spannend, solange es mir gelingt, damit was anzufangen. Für mich ist die Frage mittlerweile vielmehr, warum Wissenschaft unfähig ist, Film zu nutzen. Also, warum Wissenschaft nicht den Anspruch haben sollte sich über Schriftsprache hinaus zu betätigen.

&lt;blockquote&gt;Ist es möglich, dass der Film mit dem gesamten Prozess seiner Genese eine Masterarbeit in geschriebener Form adäquat substituieren könnte?&lt;/blockquote&gt;

Natürlich, auf jeden Fall. Bleibt nur die Frage ob die Herren und Damen der Korrektur geneigt sind das so zu sehen. 



&lt;blockquote&gt;Erlaubt einem das Endprodukt Film überhaupt einen Einblick in seine Entstehung und Methode, die eine Diskussion überhaupt möglich machen?&lt;/blockquote&gt;


Ich glaube Film/Video sind genauso viel oder wenig methodentransparent wie soziologische Stochastik oder ethnologische Monografien. Letztendlich muss den AutorInnen alles geglaubt werden, was nicht vollständig überprüfbar ist. Um den Rest kann gestritten werden. Das gilt solange bis Lügendetektoren oder Gedankenlesemachinen in der Wissenschaft zum neuen Standard werden.

&lt;blockquote&gt;
– in Form eines Filmprojektes audiovisuell miteinander streiten. Ist das möglich?&lt;/blockquote&gt;
Das ist eine sehr gute Frage. Da bin ich auf ein Beispiel gespannt. Kennt jemand so ein Projekt?

&lt;strong&gt;Diskutieren mit Film?&lt;/strong&gt;

&lt;blockquote&gt;Aber gibt es eine Möglichkeit, ein Problem audiovisuell zu diskutieren und zu einem schlüssigen Resultat zu gelangen?&lt;/blockquote&gt;

In Bezug auf die Befürchtung, dass sich ein argumentativer Austausch schriftlich besser führen lässt als mit Filmen, schrieb ich oben im Artikel:

&lt;blockquote&gt;„Ein Film lässt sich schwierig zitieren und damit schwierig diskutieren. Wie könnte eine Aussage eines Filmes in einem anderen Film ergänzt oder angegriffen werden? Kann filmisch überhaupt eine Diskussion, oder ein Diskurs geführt werden?“&lt;/blockquote&gt;

Heute viel mir wie Schuppen von den Augen, dass das erstens sehr gut funktioniert und, dass zweitens der Fakt, dass es selten gemacht wird, kein Argument ist, daran zu zweifeln, dass Filmdiskussionen möglich sind. Hier kommt das Beispiel dazu: 

These (Darstellung):
&lt;em&gt;Fahrenheit 9/11 (2004) von Michael Moore&lt;/em&gt;
Gegenthesen (Gegendarstellungen):
&lt;em&gt;Fahrenhype 9/11 (2004) von Alan Peterson
Manufacturing Dissent (2007) von Rick Caine und Debbie Melnyk&lt;/em&gt;

Hinzu kommen noch die zahlreichen Diskussion in Fernsehbeiträgen und im Videoangebot dieses Internets, in Form von Themenabenden, Interviews, Gesprächen und so weiter.
Spannend finde ich, dass es so scheint, als würde dieser filmische Disput um &#039;Wahrheit&#039; und &#039;Authentizität&#039; so ambitioniert geführt, weil es um die Versorgung der Öffentlichkeit mit wahlentscheidenden Informationen geht. Diese Bedeutung hatte der Dokumentarfilm bereits bei &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/John_Grierson&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;John Grierson&lt;/a&gt;, dem Vater der britischen und kanadischen Dokumentarfilmbewegung. Sein Ideal war die staatsbürgerliche Aufklärung und demokratische Partizipation der Bürger einer Demokratie. Jetzt lautet die These, dass Moore den Dokumentarfilm mit genau den selben Reizthemen wiederbelebt, sogar zu einem Hype verholfen, hat, wie Grierson ihn 70 Jahre vorher durch die Gründung des National Film Boards of Canada institutionalisiert hat. Ihre jeweilige Haltung zu der jeweils amtierenden Regierung ist natürlich genau entgegengesetzt. Das heißt Moore greift die US Regierung an, während Grierson im Auftrag der britischen beziehungsweise kanadischen Regierung arbeitete. So gesehen zieht sich auch hier ein roter Disput-Faden durch die Dokumentarfilmgeschichte, ohne dass er von den FilmemacherInnen in ihren Filmen ausgewiesen wird.

Zur Frage, ob und wie Diskussionen mit Film möglich sind, kommen noch die Filme, die eine verfilmte Diskussion sind. Ein Beispiel dafür ist der Film &lt;em&gt;&#039;Margaret Mead and Samoa&#039;&lt;/em&gt; (1988) von Frank Heiman, der die kontroverse und berühmte &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Mead#Mead-Freeman-Kontroverse&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Debatte zwischen der Ethnologin Margret Mead und dem Ethnologen Derek Freeman&lt;/a&gt;, aufrollt. (Zu sehen bei youtube)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>@ Aletheia </strong><br />
Ich habe mir ein paar Sachen von dir herausgesucht:</p>
<blockquote><p>welchen konkreten Anspruch soll das audiovisuelle Medium Film für dich in der Wissenschaft erfüllen?</p></blockquote>
<p>Ich denke, ein Film kann nicht alles sein. Er fällt schwer, sich ein offenes, partizipatorisches Autorenkino vorzustellen. Das heißt, ich finde prinzipiell alles von Essayfilm, Mockumentary, Spielfilm, Beobachtung bis Experimentalfilm spannend, solange es mir gelingt, damit was anzufangen. Für mich ist die Frage mittlerweile vielmehr, warum Wissenschaft unfähig ist, Film zu nutzen. Also, warum Wissenschaft nicht den Anspruch haben sollte sich über Schriftsprache hinaus zu betätigen.</p>
<blockquote><p>Ist es möglich, dass der Film mit dem gesamten Prozess seiner Genese eine Masterarbeit in geschriebener Form adäquat substituieren könnte?</p></blockquote>
<p>Natürlich, auf jeden Fall. Bleibt nur die Frage ob die Herren und Damen der Korrektur geneigt sind das so zu sehen. </p>
<blockquote><p>Erlaubt einem das Endprodukt Film überhaupt einen Einblick in seine Entstehung und Methode, die eine Diskussion überhaupt möglich machen?</p></blockquote>
<p>Ich glaube Film/Video sind genauso viel oder wenig methodentransparent wie soziologische Stochastik oder ethnologische Monografien. Letztendlich muss den AutorInnen alles geglaubt werden, was nicht vollständig überprüfbar ist. Um den Rest kann gestritten werden. Das gilt solange bis Lügendetektoren oder Gedankenlesemachinen in der Wissenschaft zum neuen Standard werden.</p>
<blockquote><p>
– in Form eines Filmprojektes audiovisuell miteinander streiten. Ist das möglich?</p></blockquote>
<p>Das ist eine sehr gute Frage. Da bin ich auf ein Beispiel gespannt. Kennt jemand so ein Projekt?</p>
<p><strong>Diskutieren mit Film?</strong></p>
<blockquote><p>Aber gibt es eine Möglichkeit, ein Problem audiovisuell zu diskutieren und zu einem schlüssigen Resultat zu gelangen?</p></blockquote>
<p>In Bezug auf die Befürchtung, dass sich ein argumentativer Austausch schriftlich besser führen lässt als mit Filmen, schrieb ich oben im Artikel:</p>
<blockquote><p>„Ein Film lässt sich schwierig zitieren und damit schwierig diskutieren. Wie könnte eine Aussage eines Filmes in einem anderen Film ergänzt oder angegriffen werden? Kann filmisch überhaupt eine Diskussion, oder ein Diskurs geführt werden?“</p></blockquote>
<p>Heute viel mir wie Schuppen von den Augen, dass das erstens sehr gut funktioniert und, dass zweitens der Fakt, dass es selten gemacht wird, kein Argument ist, daran zu zweifeln, dass Filmdiskussionen möglich sind. Hier kommt das Beispiel dazu: </p>
<p>These (Darstellung):<br />
<em>Fahrenheit 9/11 (2004) von Michael Moore</em><br />
Gegenthesen (Gegendarstellungen):<br />
<em>Fahrenhype 9/11 (2004) von Alan Peterson<br />
Manufacturing Dissent (2007) von Rick Caine und Debbie Melnyk</em></p>
<p>Hinzu kommen noch die zahlreichen Diskussion in Fernsehbeiträgen und im Videoangebot dieses Internets, in Form von Themenabenden, Interviews, Gesprächen und so weiter.<br />
Spannend finde ich, dass es so scheint, als würde dieser filmische Disput um &#8216;Wahrheit&#8217; und &#8216;Authentizität&#8217; so ambitioniert geführt, weil es um die Versorgung der Öffentlichkeit mit wahlentscheidenden Informationen geht. Diese Bedeutung hatte der Dokumentarfilm bereits bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Grierson" rel="nofollow">John Grierson</a>, dem Vater der britischen und kanadischen Dokumentarfilmbewegung. Sein Ideal war die staatsbürgerliche Aufklärung und demokratische Partizipation der Bürger einer Demokratie. Jetzt lautet die These, dass Moore den Dokumentarfilm mit genau den selben Reizthemen wiederbelebt, sogar zu einem Hype verholfen, hat, wie Grierson ihn 70 Jahre vorher durch die Gründung des National Film Boards of Canada institutionalisiert hat. Ihre jeweilige Haltung zu der jeweils amtierenden Regierung ist natürlich genau entgegengesetzt. Das heißt Moore greift die US Regierung an, während Grierson im Auftrag der britischen beziehungsweise kanadischen Regierung arbeitete. So gesehen zieht sich auch hier ein roter Disput-Faden durch die Dokumentarfilmgeschichte, ohne dass er von den FilmemacherInnen in ihren Filmen ausgewiesen wird.</p>
<p>Zur Frage, ob und wie Diskussionen mit Film möglich sind, kommen noch die Filme, die eine verfilmte Diskussion sind. Ein Beispiel dafür ist der Film <em>&#8216;Margaret Mead and Samoa&#8217;</em> (1988) von Frank Heiman, der die kontroverse und berühmte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Mead#Mead-Freeman-Kontroverse" rel="nofollow">Debatte zwischen der Ethnologin Margret Mead und dem Ethnologen Derek Freeman</a>, aufrollt. (Zu sehen bei youtube)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aletheia</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-160</link>
		<dc:creator>Aletheia</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 15:10:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-160</guid>
		<description>Ich bin froh auf diese Diskussion gestoßen zu sein. Ein gute, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wesen des Films und seiner Übertragbarkeit auf augenscheinlich abstrakte Sachverhalte.

Ist Text eine dichtere und sichere Basis für wissenschaftliches Arbeiten?
Ich muss gleich Eingangs fragen, welchen konkreten Anspruch soll das audiovisuelle Medium Film für dich in der Wissenschaft erfüllen? 

Siehst du seine Aufgabe nur in audiovisueller Veranschaulichung einer bereits in Textform diskutierten Theorie oder könnte dieses Medium womöglich eine vollkommen neue Methode sein, sich wissenschaftliche Fragestellung zu nähern? Ist es möglich, dass der Film mit dem gesamten Prozess seiner Genese eine Masterarbeit in geschriebener Form adäquat substituieren könnte? Erlaubt einem das Endprodukt Film überhaupt einen Einblick in seine Entstehung und Methode, die eine Diskussion überhaupt möglich machen? Also kann man das Korsett der wissenschaftlichen Methode auf den Film übertragen und wollen? Karikiert er sich nicht selbst, wenn der Film versucht sich selbst bei seiner Entwicklung abzubilden? 
Meiner Meinung nach muss ein Film schon durch sein Wesen am wissenschaftlichen Anspruch scheitern. 
Bilder und Szenen rufen bei jedem Betrachter unterschiedliche Interpretationen und Emotionen hervor, die nicht vom Betrachters und dessen Vorbildung zu einem Thema abhängen sondern auch von im als Individuum, dass die Welt durch seine Sinne zwangsläufig subjektiv wahrnehmen muss. Nun könnte man entgegenhalten, dass beim Lesen von Texten in jedem Menschen unterschiedliche Phantasiebilder entstehen, aber gilt das auch für abstrakte, wissenschaftliche Texte? Dort ist doch der Anspruch ein Problem so objektiv wie nur irgendmöglich zu beleuchten und zu diskutieren.
Dem Filmemacher stehen einfach zu viele Werkzeuge und Möglichkeiten zur Verfügung eine konkrete Textaussage in eine Szene zu gießen. Für mich ist das keine Frage von fehlenden Schlüsseln für Bildsprache, Farbcodes und dergleichen. Dies ist schon allein durch die grenzenlose Vielfalt Bild, Ton und Text miteinander zu verknüpfen höchst kompliziert. Durch diese Fülle entstehen auch zufällige Kombinationen, die dem Regisseur selbst nicht beim Dreh, Schnitt, etc. bewusst waren. Gerade weil diese Vielfältigkeit ein essentieller Teil des Wesens von Film ist, kann er keine eindeutige Aussage machen. Er kann doch nur veranschaulichen.

Aber gibt es eine Möglichkeit, ein Problem audiovisuell zu diskutieren und zu einem schlüssigen Resultat zu gelangen? 
Wie beim Lesen eines wissenschaftlichen Textes könnte man dem Zuschauer die Gelegenheit geben den Film kurz zu verlassen, um „Querzusehen“: interaktiv von einer Szene in eine von ihm gewählte Szene wechseln. Dies ist natürlich schon von daher schwierig, weil er dann den Film allein schauen müsste, und auch die wählbaren Szenen nicht kennt. Das impliziert womöglich, dass die Aussage des Regisseurs und das zu visualisierende Thema dahinter vollkommen verzerrt und entstellt wird. 
Daher könnte man den Zuschauer auch schon in den Schnitt bei der Auswahl und Kombination von Szenen mit einbeziehen oder ihn gleich Storyboards oder gar selbst gedrehte Szenen als Vorschlag mit einbringen lassen – das wäre creativ commons in Reinform. Eine Art Film 2.0! Auch wenn der Begriff zu oft bemüht wird und nicht gerade vor Kreativität sprüht. 
Ein Ansatz sich filmisch speziell mit einer ethnologischen Fragestellung auseinander zu setzen, wäre also den künftigen Zuschauer in den gesamten Prozess des Filmemachens mit einzubeziehen. Die Vorstellung sich so vom Film als rein zu konsumierendes Medium zu lösen ist für mich außerordentlich reizvoll – in Form eines Filmprojektes audiovisuell miteinander streiten. Ist das möglich?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin froh auf diese Diskussion gestoßen zu sein. Ein gute, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wesen des Films und seiner Übertragbarkeit auf augenscheinlich abstrakte Sachverhalte.</p>
<p>Ist Text eine dichtere und sichere Basis für wissenschaftliches Arbeiten?<br />
Ich muss gleich Eingangs fragen, welchen konkreten Anspruch soll das audiovisuelle Medium Film für dich in der Wissenschaft erfüllen? </p>
<p>Siehst du seine Aufgabe nur in audiovisueller Veranschaulichung einer bereits in Textform diskutierten Theorie oder könnte dieses Medium womöglich eine vollkommen neue Methode sein, sich wissenschaftliche Fragestellung zu nähern? Ist es möglich, dass der Film mit dem gesamten Prozess seiner Genese eine Masterarbeit in geschriebener Form adäquat substituieren könnte? Erlaubt einem das Endprodukt Film überhaupt einen Einblick in seine Entstehung und Methode, die eine Diskussion überhaupt möglich machen? Also kann man das Korsett der wissenschaftlichen Methode auf den Film übertragen und wollen? Karikiert er sich nicht selbst, wenn der Film versucht sich selbst bei seiner Entwicklung abzubilden?<br />
Meiner Meinung nach muss ein Film schon durch sein Wesen am wissenschaftlichen Anspruch scheitern.<br />
Bilder und Szenen rufen bei jedem Betrachter unterschiedliche Interpretationen und Emotionen hervor, die nicht vom Betrachters und dessen Vorbildung zu einem Thema abhängen sondern auch von im als Individuum, dass die Welt durch seine Sinne zwangsläufig subjektiv wahrnehmen muss. Nun könnte man entgegenhalten, dass beim Lesen von Texten in jedem Menschen unterschiedliche Phantasiebilder entstehen, aber gilt das auch für abstrakte, wissenschaftliche Texte? Dort ist doch der Anspruch ein Problem so objektiv wie nur irgendmöglich zu beleuchten und zu diskutieren.<br />
Dem Filmemacher stehen einfach zu viele Werkzeuge und Möglichkeiten zur Verfügung eine konkrete Textaussage in eine Szene zu gießen. Für mich ist das keine Frage von fehlenden Schlüsseln für Bildsprache, Farbcodes und dergleichen. Dies ist schon allein durch die grenzenlose Vielfalt Bild, Ton und Text miteinander zu verknüpfen höchst kompliziert. Durch diese Fülle entstehen auch zufällige Kombinationen, die dem Regisseur selbst nicht beim Dreh, Schnitt, etc. bewusst waren. Gerade weil diese Vielfältigkeit ein essentieller Teil des Wesens von Film ist, kann er keine eindeutige Aussage machen. Er kann doch nur veranschaulichen.</p>
<p>Aber gibt es eine Möglichkeit, ein Problem audiovisuell zu diskutieren und zu einem schlüssigen Resultat zu gelangen?<br />
Wie beim Lesen eines wissenschaftlichen Textes könnte man dem Zuschauer die Gelegenheit geben den Film kurz zu verlassen, um „Querzusehen“: interaktiv von einer Szene in eine von ihm gewählte Szene wechseln. Dies ist natürlich schon von daher schwierig, weil er dann den Film allein schauen müsste, und auch die wählbaren Szenen nicht kennt. Das impliziert womöglich, dass die Aussage des Regisseurs und das zu visualisierende Thema dahinter vollkommen verzerrt und entstellt wird.<br />
Daher könnte man den Zuschauer auch schon in den Schnitt bei der Auswahl und Kombination von Szenen mit einbeziehen oder ihn gleich Storyboards oder gar selbst gedrehte Szenen als Vorschlag mit einbringen lassen – das wäre creativ commons in Reinform. Eine Art Film 2.0! Auch wenn der Begriff zu oft bemüht wird und nicht gerade vor Kreativität sprüht.<br />
Ein Ansatz sich filmisch speziell mit einer ethnologischen Fragestellung auseinander zu setzen, wäre also den künftigen Zuschauer in den gesamten Prozess des Filmemachens mit einzubeziehen. Die Vorstellung sich so vom Film als rein zu konsumierendes Medium zu lösen ist für mich außerordentlich reizvoll – in Form eines Filmprojektes audiovisuell miteinander streiten. Ist das möglich?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Friedemann Ebelt</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-158</link>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 13:37:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-158</guid>
		<description>&lt;em&gt;In den meisten Fällen wird das Wissen, das man aus einem Film zieht, eine Zusammenstellung aus den verschiedenen Quellen sein (Sprache, Bild usw.).&lt;/em&gt;
Genau das haben wir bei unserer Sommerschule probiert. Theresa George, Kirsten Reichert und ich, haben einen Film (&lt;em&gt;Vorstellungen&lt;/em&gt; 8:09 Min.) gemacht, der eine ethnologische Aussage sein will. Wir waren im Leipziger Zoo zu einer Veranstaltung namens „Dschungelnacht“, haben mit verschiedenen Menschen gesprochen, fotografiert und gefilmt. Zusammen mit Zitaten aus Texten (u.a. &lt;em&gt;Die Welt als Ausstellung&lt;/em&gt; von &lt;em&gt;Timothy Mitchell&lt;/em&gt;) haben wir dann in unserer „Experimentalgruppe“ versucht einen theoriehaltigen Text-Film zu montieren und verschieden formuliertes Wissen einzubauen. Dabei sind wir auf &#039;handwerkliche Probleme&#039; gekommen:
Es ist ungewöhnlich mehr als eine Einstellung lang zu lesen. Wenn Bild und Text gleichzeitig zu sehen sind, lenkt das eine oft vom anderen ab. Verschiedene Leute haben verschiedene Lesegeschwindigkeiten, aber der Film gibt ein bestimmtes Tempo vor. Zitieren funktioniert, glaube ich, ganz gut. Aus irgendeinem Grund sind Filme, in denen gelesen werden muss, gleich &#039;Experimentalfilme&#039; und irgendwie nicht gleichberechtigt mit etablierten Formen, wie Portrait und Co. Gleichzeitigkeit von, &#039;natürlich&#039; nicht zusammenhängendem Ton, Bild und Text, ist eine Rezeptionsherausforderung, die ein entspanntes Filmgucken schwer macht. Aber generell funktioniert es gut, Bilder und Text zu mischen, um Inhalte konzentriert als Text und anschaulich als Bild zu verbinden. 
&lt;em&gt;
Interessant fände ich dann natürlich die Frage, wie eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Film aussehen könnte (...) Kennst du Beispiele dafür, wie so etwas aussehen könnte?&lt;/em&gt;
Das Thema, wie Wissenschaft-machen mit Film-machen zusammengehen ist mir eben ein Rätsel, es gibt, so weit ich weiß, auch wenige Filme, die als &#039;wissenschaftlich&#039; gelten, so wie Chronicles of a Summer. Aber es müsste doch eine Reihe soziologischer Filme geben? Es gibt da eben diese Lücke zwischen wissenschaftlich akzeptiertem Text und eher illustrierendem Film. Es gibt den Film &lt;a href=&quot;http://www.anth.ucsb.edu/projects/axfight/updates/index.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;The Ax Fight&lt;/a&gt; (1975) von &lt;em&gt;Tim Asch&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Napoleon Chagnon &lt;/em&gt;der beides ist: 
Der besteht aus 4 Teilen.
1. Teil: ungeschnittenes, unkommentiertes Footage (gesammelte Daten)
2. Teil: Audioaufnahme der beiden Filmemacher, die kurz nach dem Ereignis darüber reden was passiert ist (Feldnotiz)
3. Interpretation und Analyse mit Diagrammen, Erklärungen, Pfeilen, Standbildern etc. (Theoriebildung)
4. Eine geschnittene Version der Aufnahmen (Präsentation)

Es wäre spannend sich zu überlegen, ob solche Konventionen auch für wissenschaftlichen Film denkbar wären.
Stimmt, aber wie setzen sich Konventionen durch, indem sie jemand aufschreibt, der wichtig genug ist, so dass sie auch ernst genommen werden, oder enstehen die Konventionen einfach im Laufe der Zeit? Das hat doch bestimmt schon mal jemand gemacht....

&lt;em&gt;Man könnte nun vermuten, dass die Korallenvisualisierung Entwicklungen wie beispielsweise den Sozialdarwinismus nicht so ohne weiteres getragen hätte. Geht das in die Richtung, die du dir vorstellen kannst?&lt;/em&gt;
Ja, ja genau, also schönes Beispiel, die Frage ist, wenn Wissenschaft sowieso oft mit Visualisierungen arbeitet, weil sie es muss, weil sie Teil einer visuellen Gesellschaft ist, wieso macht sie einen Bogen um Film, während sie Diagramme, Schemata, Abbildungen und Graphen anhimmelt und wieso bekennt sie sich nicht dazu, dass ihre Ergebnisse früher oder später audio-visualisiert werden. Wenn die Wissenschaft sich selbst nicht überlegt, wie sie ihr Wissen visualisiert, dann macht es der Journalismus oder die Kunst (was auch gut ist), oder jeder für sich zu Hause auf dem Notizblock. Damit umgeht die Wissenschaft zwar viele Probleme, die mit dem Ton und den Bildern kommen, aber sie zieht auch einen tiefen Graben um ihren Elfenbeinturm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><em>In den meisten Fällen wird das Wissen, das man aus einem Film zieht, eine Zusammenstellung aus den verschiedenen Quellen sein (Sprache, Bild usw.).</em><br />
Genau das haben wir bei unserer Sommerschule probiert. Theresa George, Kirsten Reichert und ich, haben einen Film (<em>Vorstellungen</em> 8:09 Min.) gemacht, der eine ethnologische Aussage sein will. Wir waren im Leipziger Zoo zu einer Veranstaltung namens „Dschungelnacht“, haben mit verschiedenen Menschen gesprochen, fotografiert und gefilmt. Zusammen mit Zitaten aus Texten (u.a. <em>Die Welt als Ausstellung</em> von <em>Timothy Mitchell</em>) haben wir dann in unserer „Experimentalgruppe“ versucht einen theoriehaltigen Text-Film zu montieren und verschieden formuliertes Wissen einzubauen. Dabei sind wir auf &#8216;handwerkliche Probleme&#8217; gekommen:<br />
Es ist ungewöhnlich mehr als eine Einstellung lang zu lesen. Wenn Bild und Text gleichzeitig zu sehen sind, lenkt das eine oft vom anderen ab. Verschiedene Leute haben verschiedene Lesegeschwindigkeiten, aber der Film gibt ein bestimmtes Tempo vor. Zitieren funktioniert, glaube ich, ganz gut. Aus irgendeinem Grund sind Filme, in denen gelesen werden muss, gleich &#8216;Experimentalfilme&#8217; und irgendwie nicht gleichberechtigt mit etablierten Formen, wie Portrait und Co. Gleichzeitigkeit von, &#8216;natürlich&#8217; nicht zusammenhängendem Ton, Bild und Text, ist eine Rezeptionsherausforderung, die ein entspanntes Filmgucken schwer macht. Aber generell funktioniert es gut, Bilder und Text zu mischen, um Inhalte konzentriert als Text und anschaulich als Bild zu verbinden.<br />
<em><br />
Interessant fände ich dann natürlich die Frage, wie eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Film aussehen könnte (&#8230;) Kennst du Beispiele dafür, wie so etwas aussehen könnte?</em><br />
Das Thema, wie Wissenschaft-machen mit Film-machen zusammengehen ist mir eben ein Rätsel, es gibt, so weit ich weiß, auch wenige Filme, die als &#8216;wissenschaftlich&#8217; gelten, so wie Chronicles of a Summer. Aber es müsste doch eine Reihe soziologischer Filme geben? Es gibt da eben diese Lücke zwischen wissenschaftlich akzeptiertem Text und eher illustrierendem Film. Es gibt den Film <a href="http://www.anth.ucsb.edu/projects/axfight/updates/index.html" rel="nofollow">The Ax Fight</a> (1975) von <em>Tim Asch</em> und <em>Napoleon Chagnon </em>der beides ist:<br />
Der besteht aus 4 Teilen.<br />
1. Teil: ungeschnittenes, unkommentiertes Footage (gesammelte Daten)<br />
2. Teil: Audioaufnahme der beiden Filmemacher, die kurz nach dem Ereignis darüber reden was passiert ist (Feldnotiz)<br />
3. Interpretation und Analyse mit Diagrammen, Erklärungen, Pfeilen, Standbildern etc. (Theoriebildung)<br />
4. Eine geschnittene Version der Aufnahmen (Präsentation)</p>
<p>Es wäre spannend sich zu überlegen, ob solche Konventionen auch für wissenschaftlichen Film denkbar wären.<br />
Stimmt, aber wie setzen sich Konventionen durch, indem sie jemand aufschreibt, der wichtig genug ist, so dass sie auch ernst genommen werden, oder enstehen die Konventionen einfach im Laufe der Zeit? Das hat doch bestimmt schon mal jemand gemacht&#8230;.</p>
<p><em>Man könnte nun vermuten, dass die Korallenvisualisierung Entwicklungen wie beispielsweise den Sozialdarwinismus nicht so ohne weiteres getragen hätte. Geht das in die Richtung, die du dir vorstellen kannst?</em><br />
Ja, ja genau, also schönes Beispiel, die Frage ist, wenn Wissenschaft sowieso oft mit Visualisierungen arbeitet, weil sie es muss, weil sie Teil einer visuellen Gesellschaft ist, wieso macht sie einen Bogen um Film, während sie Diagramme, Schemata, Abbildungen und Graphen anhimmelt und wieso bekennt sie sich nicht dazu, dass ihre Ergebnisse früher oder später audio-visualisiert werden. Wenn die Wissenschaft sich selbst nicht überlegt, wie sie ihr Wissen visualisiert, dann macht es der Journalismus oder die Kunst (was auch gut ist), oder jeder für sich zu Hause auf dem Notizblock. Damit umgeht die Wissenschaft zwar viele Probleme, die mit dem Ton und den Bildern kommen, aber sie zieht auch einen tiefen Graben um ihren Elfenbeinturm.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Björn Rohles</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-156</link>
		<dc:creator>Björn Rohles</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 15:20:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-156</guid>
		<description>&lt;em&gt;&quot;Damit währen wir bei der Frage, ob Wissen/Theorie auch im Film nach wie vor in Schrift und Sprache steckt, aber filmische Gestaltungsmittel bei der Wissensvermittlung helfen…?&quot;&lt;/em&gt;
Interessante Frage, die man recht gut untersuchen könnte. Ich glaube aber nicht, dass man eine wirklich saubere Trennung hinbekommen wird, höchstens in sehr künstlichen Experimenten. In den meisten Fällen wird das Wissen, das man aus einem Film zieht, eine Zusammenstellung aus den verschiedenen Quellen sein (Sprache, Bild usw.).

&lt;em&gt;&quot;Bleibt die Frage, wie der Kommunikationsbereich von Film aussieht. Kann er in die Wissenschaft hineinwirken, oder bleibt er auf einem populären Bereich beschränkt? Hier denke ich, wie oben schon gesagt, sind nicht die Eigenschaften von Film als Medium entscheidet, sondern die Menschen, die ihn als Wissenschaft wollen oder nicht.&quot;&lt;/em&gt;
Guter Punkt. Das passt gut zu der Idee, dass Sinn nicht irgendwie in einem Medium steckt, sondern vom Rezipienten in der Auseinandersetzung mit dem Material und seinem Wissen konstruiert wird.
Interessant fände ich dann natürlich die Frage, wie eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Film aussehen könnte oder welche Fähigkeiten man entwickeln müsste, um so etwas zu tun. Dabei könnten Experimente sicher helfen, einen Weg zu finden. Kennst du Beispiele dafür, wie so etwas aussehen könnte?

&lt;em&gt;&quot;Das geht dann in die Richtung, eine Filmsprache zur Verfilmung von Theorie zu entwickeln?&quot;&lt;/em&gt;
Genau so sehe ich das auch. Ich vermute allerdings, dass man keine allgemeingültige Filmsprache entwickeln kann, sondern eher filmische Konventionen. So etwas gibt es im Bereich des Unterhaltungsfilms schon vielfach. 
Ein Beispiel: Wir sind es gewohnt, dass wir Bilder miteinander verketten. Wenn uns ein Film erst ein Haus von außen zeigt und dann einen Menschen in einem Haus, gehen wir davon aus, dass er sich in dem Haus von vorhin befindet – auch wenn wir nicht gesehen haben, wie die Kamera hineingegangen ist. Solche Sehgewohnheiten haben sich im Laufe der Filmgeschichte herausgebildet, und wir haben sie in unserer lebenslangen Erfahrung mit Filmen gelernt. Das führt zu interessanten Ergebnissen: Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass kleine Kinder Bilder noch nicht so stark verketten wie Erwachsene, und vielleicht ist das ein Grund dafür, warum Kindersendungen oft episodisch angelegt sind. Und es gibt immer wieder Filme, die mit Konventionen spielen, zum Beispiel wenn in &quot;Das Schweigen der Lämmer&quot; der Zuschauer zuerst denkt &quot;Gleich haben sie den Psychopathen&quot;, weil er erst die Polizei vor der Tür außen sieht und dann der Psychopath von innen Richtung Haustür geht, und erst so nach und nach klar wird, dass sie nicht beim richtigen Haus sind.
Es wäre spannend sich zu überlegen, ob solche Konventionen auch für wissenschaftlichen Film denkbar wären. Dein Vorschlag mit den Komplementärkontrasten ist eine spannende Idee, wie man These und Antithese visualisieren könnte. Es müsste sich dann in den Wissenschaftlern der Glaube durchsetzen, dass solche Kontraste Bedeutung haben und nicht nur nach visuellen Gesichtspunkten ausgesucht worden sind.

&lt;em&gt;&quot;Was fehlt, ist eine wissenschaftliche Betrachtung von Visualisierungen sozialwissenschaftlichen Wissens. Oder gibt es das?&quot;&lt;/em&gt;
Gute Frage, die ich so direkt nicht beantworten kann. Ich würde vermuten, dass die Bildwissenschaft dazu einiges erarbeitet hat. Ich habe mal in einem Vortrag von &lt;a href=&quot;http://www.dctp.tv/#/150-jahre-darwin-und-kein-ende/bredekamp_darwins-korallen&quot; title=&quot;DCTP.TV über Darwins Korallen&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Horst Bredekamps &quot;Darwins Korallen&quot;&lt;/a&gt; gehört, in dem er Darwins Theorie auf die Visualisierung der Theorie bezieht. Das Bild der Koralle hat ganz andere Eigenschaften als das Bild des Baumes, das sich schließlich als Visualisierung der Evolutionstheorie durchgesetzt hat. Man könnte nun vermuten, dass die Korallenvisualisierung Entwicklungen wie beispielsweise den Sozialdarwinismus nicht so ohne weiteres getragen hätte. Geht das in die Richtung, die du dir vorstellen kannst?

Übrigens danke für die Beispiele, die du genannt hast, die finde ich sehr interessant. Irgendwann werde ich mich mit denen mal näher beschäftigen :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Damit währen wir bei der Frage, ob Wissen/Theorie auch im Film nach wie vor in Schrift und Sprache steckt, aber filmische Gestaltungsmittel bei der Wissensvermittlung helfen…?&#8221;</em><br />
Interessante Frage, die man recht gut untersuchen könnte. Ich glaube aber nicht, dass man eine wirklich saubere Trennung hinbekommen wird, höchstens in sehr künstlichen Experimenten. In den meisten Fällen wird das Wissen, das man aus einem Film zieht, eine Zusammenstellung aus den verschiedenen Quellen sein (Sprache, Bild usw.).</p>
<p><em>&#8220;Bleibt die Frage, wie der Kommunikationsbereich von Film aussieht. Kann er in die Wissenschaft hineinwirken, oder bleibt er auf einem populären Bereich beschränkt? Hier denke ich, wie oben schon gesagt, sind nicht die Eigenschaften von Film als Medium entscheidet, sondern die Menschen, die ihn als Wissenschaft wollen oder nicht.&#8221;</em><br />
Guter Punkt. Das passt gut zu der Idee, dass Sinn nicht irgendwie in einem Medium steckt, sondern vom Rezipienten in der Auseinandersetzung mit dem Material und seinem Wissen konstruiert wird.<br />
Interessant fände ich dann natürlich die Frage, wie eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Film aussehen könnte oder welche Fähigkeiten man entwickeln müsste, um so etwas zu tun. Dabei könnten Experimente sicher helfen, einen Weg zu finden. Kennst du Beispiele dafür, wie so etwas aussehen könnte?</p>
<p><em>&#8220;Das geht dann in die Richtung, eine Filmsprache zur Verfilmung von Theorie zu entwickeln?&#8221;</em><br />
Genau so sehe ich das auch. Ich vermute allerdings, dass man keine allgemeingültige Filmsprache entwickeln kann, sondern eher filmische Konventionen. So etwas gibt es im Bereich des Unterhaltungsfilms schon vielfach.<br />
Ein Beispiel: Wir sind es gewohnt, dass wir Bilder miteinander verketten. Wenn uns ein Film erst ein Haus von außen zeigt und dann einen Menschen in einem Haus, gehen wir davon aus, dass er sich in dem Haus von vorhin befindet – auch wenn wir nicht gesehen haben, wie die Kamera hineingegangen ist. Solche Sehgewohnheiten haben sich im Laufe der Filmgeschichte herausgebildet, und wir haben sie in unserer lebenslangen Erfahrung mit Filmen gelernt. Das führt zu interessanten Ergebnissen: Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass kleine Kinder Bilder noch nicht so stark verketten wie Erwachsene, und vielleicht ist das ein Grund dafür, warum Kindersendungen oft episodisch angelegt sind. Und es gibt immer wieder Filme, die mit Konventionen spielen, zum Beispiel wenn in &#8220;Das Schweigen der Lämmer&#8221; der Zuschauer zuerst denkt &#8220;Gleich haben sie den Psychopathen&#8221;, weil er erst die Polizei vor der Tür außen sieht und dann der Psychopath von innen Richtung Haustür geht, und erst so nach und nach klar wird, dass sie nicht beim richtigen Haus sind.<br />
Es wäre spannend sich zu überlegen, ob solche Konventionen auch für wissenschaftlichen Film denkbar wären. Dein Vorschlag mit den Komplementärkontrasten ist eine spannende Idee, wie man These und Antithese visualisieren könnte. Es müsste sich dann in den Wissenschaftlern der Glaube durchsetzen, dass solche Kontraste Bedeutung haben und nicht nur nach visuellen Gesichtspunkten ausgesucht worden sind.</p>
<p><em>&#8220;Was fehlt, ist eine wissenschaftliche Betrachtung von Visualisierungen sozialwissenschaftlichen Wissens. Oder gibt es das?&#8221;</em><br />
Gute Frage, die ich so direkt nicht beantworten kann. Ich würde vermuten, dass die Bildwissenschaft dazu einiges erarbeitet hat. Ich habe mal in einem Vortrag von <a href="http://www.dctp.tv/#/150-jahre-darwin-und-kein-ende/bredekamp_darwins-korallen" title="DCTP.TV über Darwins Korallen" rel="nofollow">Horst Bredekamps &#8220;Darwins Korallen&#8221;</a> gehört, in dem er Darwins Theorie auf die Visualisierung der Theorie bezieht. Das Bild der Koralle hat ganz andere Eigenschaften als das Bild des Baumes, das sich schließlich als Visualisierung der Evolutionstheorie durchgesetzt hat. Man könnte nun vermuten, dass die Korallenvisualisierung Entwicklungen wie beispielsweise den Sozialdarwinismus nicht so ohne weiteres getragen hätte. Geht das in die Richtung, die du dir vorstellen kannst?</p>
<p>Übrigens danke für die Beispiele, die du genannt hast, die finde ich sehr interessant. Irgendwann werde ich mich mit denen mal näher beschäftigen <img src='http://www.wildes-denken.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Friedemann Ebelt</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-154</link>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 10:48:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-154</guid>
		<description>&lt;strong&gt;Wissen als gesprochener Text&lt;/strong&gt;
&lt;em&gt;„Steckt Theorie dann nicht eher in der Sprache, die Wittgenstein nutzt? Welche Rolle spielt der Film selbst bei dieser Art Theorie im Film, außer dass er halt Ton aufzeichnen kann?&lt;/em&gt;“
Stimmt, der Gedanken, dass Empirie keine Gewissheit verschafft (Thema der &lt;a href=&quot;http://www.rhinoresourcecenter.com/index.php?s=1&amp;act=refs&amp;CODE=note_detail&amp;id=1165251908&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Rhinozerosdiskussion&lt;/a&gt;), steckt in der Sprache. Verpackt ist die Aussage in einer Szene, die ich mir bildlich gut merken kann. Der junge Wittgenstein kommt nach dem Gespräch zwischen Bertrand Russel und dem &#039;alten&#039; Wittgenstein mit einer Nashornmaske unter dem Tisch hervor gekrochen. (Screenshots: &lt;a href=&quot;http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/screenshot.jpg&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;A&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/screenshot2.jpg&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;B&lt;/a&gt;)

Dieses Bild hilft mir, mich an dieses bekannte Zitat zu erinnern, während ich es in einem Buch vielleicht gelesen und leider, wie so oft, wieder vergessen hätte. Damit währen wir bei der Frage, ob Wissen/Theorie auch im Film nach wie vor in Schrift und Sprache steckt, aber filmische Gestaltungsmittel bei der Wissensvermittlung helfen...?

&lt;strong&gt;verschiedene Register&lt;/strong&gt;
&lt;em&gt;„Es sind einfach nur zwei verschiedene Wege, auf die gleiche Frage Antworten zu finden.“&lt;/em&gt; Das ist eine Feststellung, die ich mir übernehmen will. Das macht Mut mit Film zu experimentieren und steht freundlich über der leidlichen Diskussion, ob nun Text oder Film der Königsweg sei. Register wird bei Wiki als &#039;Sprechweise&#039; umschrieben. Ich finde, dass trifft es. Ein Register ist &lt;em&gt;„eine für einen bestimmten Kommunikationsbereich charakteristische Rede- und Schreibweise.“&lt;/em&gt; (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Register_(Linguistik)&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Quelle&lt;/a&gt;) Bleibt die Frage, wie der Kommunikationsbereich von Film aussieht. Kann er in die Wissenschaft hineinwirken, oder bleibt er auf einem populären Bereich beschränkt? Hier denke ich, wie oben schon gesagt, sind nicht die Eigenschaften von Film als Medium entscheidet, sondern die Menschen, die ihn als Wissenschaft wollen oder nicht. 
&lt;strong&gt;
step by step&lt;/strong&gt;
Dein Vorschlag, die Frage: Kann Film wissenschaftlich und theoriehaltig sein? kleinschrittiger anzugehen klingt gut. Bei Farben anzufangen finde ich extrem spannend, weil ich mir über Farben keine großen Gedanken gemacht habe. Das geht dann in die Richtung, eine Filmsprache zur Verfilmung von Theorie zu entwickeln? Komplementärkontraste könnten etwa These- und Antithese illustrieren, die Mischung daraus ist dann die Synthese. Geht auf diese Weise vermitteltes Wissen durch das Auge in den Kopf? Nehmen wir Wissen visuell auf? Sind wir logo- oder pictozentrische Wesen? Klar, bei dem Versuch eine Filmsprache zu definieren/nutzen stellt sich die Frage, ob die Ambivalenz/interpretative Freiheit der im Film enthaltenen Theorie zunimmt. Aber: wie viele ambivalente Auslegungen großer Philosophen haben die Textakademien hervorgebracht. 

&lt;strong&gt;&quot;Lassen sich Theorien visuell darstellen?&quot;&lt;/strong&gt;
Wenn wir beim Einzelbild, statt beim Film anfangen, werden immerhin zahlreiche Versuche unternommen das zu tun:
&lt;a href=&quot;http://www.gwa-netz.ch/tagung03/Theorie-Praxis-gr.gif&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Theorie und Praxis Cartoon&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.peter.baumgartner.name/weblog/images/ant-folie-3.jpg/image_preview&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Akteur-Netzwerk-Theorie&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.kulturdisplace.net/upload/bourdieu.gif&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Bourdieus Raum der sozialen Positionen und Raum der Lebensstile&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://quantengravitation.de/Quantengrav-6-html-Dateien/image036.jpg&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Gravitationstheorie&lt;/a&gt;
Diese Visualisierungen werden in der Wissenschaft akzeptiert und sind auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Ich glaube die Science and Technology Studies (&lt;a href=&quot;http://www.stswiki.org/index.php?title=Main_Page&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;STS-Wiki&lt;/a&gt;) machen das (Zum Beispiel zu dem Problem, dass wir technologische Fakten sehr oft von Messgeräten als Tabellen, Graphen etc. geliefert bekommen und diese Interpretieren müssen.) Zumindest gibt es Wissenschaft über das technisch erzeugte Bild. Was fehlt, ist eine wissenschaftliche Betrachtung von Visualisierungen sozialwissenschaftlichen Wissens. Oder gibt es das?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wissen als gesprochener Text</strong><br />
<em>„Steckt Theorie dann nicht eher in der Sprache, die Wittgenstein nutzt? Welche Rolle spielt der Film selbst bei dieser Art Theorie im Film, außer dass er halt Ton aufzeichnen kann?</em>“<br />
Stimmt, der Gedanken, dass Empirie keine Gewissheit verschafft (Thema der <a href="http://www.rhinoresourcecenter.com/index.php?s=1&amp;act=refs&amp;CODE=note_detail&amp;id=1165251908" rel="nofollow">Rhinozerosdiskussion</a>), steckt in der Sprache. Verpackt ist die Aussage in einer Szene, die ich mir bildlich gut merken kann. Der junge Wittgenstein kommt nach dem Gespräch zwischen Bertrand Russel und dem &#8216;alten&#8217; Wittgenstein mit einer Nashornmaske unter dem Tisch hervor gekrochen. (Screenshots: <a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/screenshot.jpg" rel="nofollow">A</a> und <a href="http://www.wildes-denken.de/wp-content/uploads/2010/07/screenshot2.jpg" rel="nofollow">B</a>)</p>
<p>Dieses Bild hilft mir, mich an dieses bekannte Zitat zu erinnern, während ich es in einem Buch vielleicht gelesen und leider, wie so oft, wieder vergessen hätte. Damit währen wir bei der Frage, ob Wissen/Theorie auch im Film nach wie vor in Schrift und Sprache steckt, aber filmische Gestaltungsmittel bei der Wissensvermittlung helfen&#8230;?</p>
<p><strong>verschiedene Register</strong><br />
<em>„Es sind einfach nur zwei verschiedene Wege, auf die gleiche Frage Antworten zu finden.“</em> Das ist eine Feststellung, die ich mir übernehmen will. Das macht Mut mit Film zu experimentieren und steht freundlich über der leidlichen Diskussion, ob nun Text oder Film der Königsweg sei. Register wird bei Wiki als &#8216;Sprechweise&#8217; umschrieben. Ich finde, dass trifft es. Ein Register ist <em>„eine für einen bestimmten Kommunikationsbereich charakteristische Rede- und Schreibweise.“</em> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Register_(Linguistik)" rel="nofollow">Quelle</a>) Bleibt die Frage, wie der Kommunikationsbereich von Film aussieht. Kann er in die Wissenschaft hineinwirken, oder bleibt er auf einem populären Bereich beschränkt? Hier denke ich, wie oben schon gesagt, sind nicht die Eigenschaften von Film als Medium entscheidet, sondern die Menschen, die ihn als Wissenschaft wollen oder nicht.<br />
<strong><br />
step by step</strong><br />
Dein Vorschlag, die Frage: Kann Film wissenschaftlich und theoriehaltig sein? kleinschrittiger anzugehen klingt gut. Bei Farben anzufangen finde ich extrem spannend, weil ich mir über Farben keine großen Gedanken gemacht habe. Das geht dann in die Richtung, eine Filmsprache zur Verfilmung von Theorie zu entwickeln? Komplementärkontraste könnten etwa These- und Antithese illustrieren, die Mischung daraus ist dann die Synthese. Geht auf diese Weise vermitteltes Wissen durch das Auge in den Kopf? Nehmen wir Wissen visuell auf? Sind wir logo- oder pictozentrische Wesen? Klar, bei dem Versuch eine Filmsprache zu definieren/nutzen stellt sich die Frage, ob die Ambivalenz/interpretative Freiheit der im Film enthaltenen Theorie zunimmt. Aber: wie viele ambivalente Auslegungen großer Philosophen haben die Textakademien hervorgebracht. </p>
<p><strong>&#8220;Lassen sich Theorien visuell darstellen?&#8221;</strong><br />
Wenn wir beim Einzelbild, statt beim Film anfangen, werden immerhin zahlreiche Versuche unternommen das zu tun:<br />
<a href="http://www.gwa-netz.ch/tagung03/Theorie-Praxis-gr.gif" rel="nofollow">Theorie und Praxis Cartoon</a><br />
<a href="http://www.peter.baumgartner.name/weblog/images/ant-folie-3.jpg/image_preview" rel="nofollow">Akteur-Netzwerk-Theorie</a><br />
<a href="http://www.kulturdisplace.net/upload/bourdieu.gif" rel="nofollow">Bourdieus Raum der sozialen Positionen und Raum der Lebensstile</a><br />
<a href="http://quantengravitation.de/Quantengrav-6-html-Dateien/image036.jpg" rel="nofollow">Gravitationstheorie</a><br />
Diese Visualisierungen werden in der Wissenschaft akzeptiert und sind auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Ich glaube die Science and Technology Studies (<a href="http://www.stswiki.org/index.php?title=Main_Page" rel="nofollow">STS-Wiki</a>) machen das (Zum Beispiel zu dem Problem, dass wir technologische Fakten sehr oft von Messgeräten als Tabellen, Graphen etc. geliefert bekommen und diese Interpretieren müssen.) Zumindest gibt es Wissenschaft über das technisch erzeugte Bild. Was fehlt, ist eine wissenschaftliche Betrachtung von Visualisierungen sozialwissenschaftlichen Wissens. Oder gibt es das?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Björn Rohles</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-152</link>
		<dc:creator>Björn Rohles</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 09:29:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-152</guid>
		<description>@Friedemann

&quot;Denn damit ist klar, dass sich Film im Film theoretisch-reflexiv behandeln lässt und seinem ‘Konkurenten’ Text in der Beziehung grundsätzlich nicht nachsteht.&quot;
Das auf keinen Fall. Film ist voll von Bezügen zu anderen Filmen, übrigens auch das Mainstream-Kino. In gewisser Weise gibt es sogar für beide Arten von intertextuellen Bezügen Entsprechungen. Dem wörtlichen Zitat des Textes würde der 1:1 Ausschnitt aus einem Film entsprechen, dem indirekten (oder geistigen) Zitat typische visuelle Mittel, die zitiert werden (jemand springt hoch und die Zeit steht still… = Matrix). Wirken können solche Zitate natürlich nur, wenn der zitierte Film dem Betrachter bekannt ist.

&quot;Norman Schräpel hat über das Gesichtsbuch die wirklich interessante (aber noch nicht fertige) Seite medien-verstehen verlinkt.&quot;
Vielen Dank dafür: extrem interessante Seite, muss ich mir merken – wenn sie auch in meinem Browser ziemlich zerschossen aussieht und kaum zu bedienen ist.

&quot;Theorie steckt in zwei Arten im Film: explizit (beispielsweise wenn Jarman seinen Wittgenstein über das berühmte Rhinozeros referieren lässt)…&quot;
Steckt Theorie dann nicht eher in der Sprache, die Wittgenstein nutzt? Welche Rolle spielt der Film selbst bei dieser Art Theorie im Film, außer dass er halt Ton aufzeichnen kann?

&quot;… und implizit (beispielsweise, in der theatralisch-extravagant-puristischen Gestaltung des Filmraums).&quot;
Das ist ein interessanter Punkt. Einer meiner früheren Dozenten meinte einmal, dass Film vielleicht in einem anderen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Register_(Linguistik)&quot; title=&quot;Wikipedia über Register&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Register&lt;/a&gt; über Wahrheit zu uns spreche als Wissenschaft. Er hat dann mit diversen Mainstream-Filmen gezeigt, wie soziologische Theorien aufgegriffen werden. Theorie und Film behandeln sozusagen den gleichen Sachverhalt. Das heißt nun nicht, dass die Theorie in gleicher Form im Film enthalten wäre, und auch nicht, dass die Theorie &quot;wahrer&quot; wäre als der Film. Es sind einfach nur zwei verschiedene Wege, auf die gleiche Frage Antworten zu finden.

Wenn ich darauf einmal deine Hypothese anwende (die ich übrigens sehr interessant finde!): Kann eine explizite Theorie, die uns einen Sachverhalt möglichst eindeutig beschreiben soll, in impliziter Weise in einem Film wiedergegeben werden, ohne ihren Inhalt zu verändern? Oder würde sie nicht zumindest ambivalenter werden? Und wäre diese Ambivalenz nicht genau das, was wir bei einer Theorie nicht wollen, wenn sie uns doch die Wirklichkeit vereinfacht darstellen soll und nicht komplizierter?

&quot;[Alle anderen Überlegungen (Vergleich Text und Film) fand ich bisher irgendwie blockierend.]&quot;
Ich ehrlich gesagt auch. Sie waren zwar Ausgangspunkt meiner eigenen Überlegungen, aber ich komme immer wieder zu dem Punkt, dass Film und Text nun mal zwei verschiedene Medien sind und nicht 1:1 verglichen werden können.

Seitdem ich meinen Beitrag geschrieben habe, frage ich mich immer öfter, ob wir die Frage nicht falsch stellen. Wir fragen uns: Kann Film wissenschaftlich und theoriehaltig sein? Aber wie sollen wir auf so eine Frage eine Antwort finden? Film ist ein hochkomplexes Gebilde, bei dem so viele Faktoren hineinspielen, die wir nicht überblicken können.

Ich frage mich deshalb, ob wir die Frage nicht kleinteiliger stellen müssen. Zunächst einmal würde ich vorschlagen, nicht den Film als Ganzes, sondern die eingesetzten Modalitäten zu betrachten. Die Frage wäre dann eher: Lassen sich Theorien visuell darstellen. Und das könnten wir anschließend auf die visuellen Mittel herunterbrechen.

Wenn ich die Farbe (in Anlehnung an Kress/van Leeuwen) als Beispiel nehme, bewegen wir uns auf einem Kontinuum, das von Schwarz-Weiß über eine als &quot;normal&quot; empfundene Farbigkeit zu stark übertriebenen Farben mit großen Kontrasten führt. Meine Vermutung ist folgende: &quot;normale&quot; Farben werden vom Rezipienten ohne große Gedanken registriert, aber die anderen Enden des Kontinuums werden mit Bedeutung versehen. Schwarz-Weiß könnte als &quot;Vergangenheit&quot; interpretiert werden, übertriebene Farben als &quot;surreal&quot;/&quot;extrem&quot;. Nun könnte es so sein, dass eine Theorie, die in surrealen Farben dargestellt wird, als extreme Vereinfachung wahrgenommen wird, während sie in &quot;normalen&quot; Farben als &quot;Wahrheit&quot; wahrgenommen werden würde – wir müssten also zu surrealen Farben greifen, da Theorien Vereinfachungen sind. Ein solches Vorgehen hätte in meinen Augen den Vorteil, dass wir sehr genau forschen könnten, wie welche Stilmittel wirken.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Friedemann</p>
<p>&#8220;Denn damit ist klar, dass sich Film im Film theoretisch-reflexiv behandeln lässt und seinem ‘Konkurenten’ Text in der Beziehung grundsätzlich nicht nachsteht.&#8221;<br />
Das auf keinen Fall. Film ist voll von Bezügen zu anderen Filmen, übrigens auch das Mainstream-Kino. In gewisser Weise gibt es sogar für beide Arten von intertextuellen Bezügen Entsprechungen. Dem wörtlichen Zitat des Textes würde der 1:1 Ausschnitt aus einem Film entsprechen, dem indirekten (oder geistigen) Zitat typische visuelle Mittel, die zitiert werden (jemand springt hoch und die Zeit steht still… = Matrix). Wirken können solche Zitate natürlich nur, wenn der zitierte Film dem Betrachter bekannt ist.</p>
<p>&#8220;Norman Schräpel hat über das Gesichtsbuch die wirklich interessante (aber noch nicht fertige) Seite medien-verstehen verlinkt.&#8221;<br />
Vielen Dank dafür: extrem interessante Seite, muss ich mir merken – wenn sie auch in meinem Browser ziemlich zerschossen aussieht und kaum zu bedienen ist.</p>
<p>&#8220;Theorie steckt in zwei Arten im Film: explizit (beispielsweise wenn Jarman seinen Wittgenstein über das berühmte Rhinozeros referieren lässt)…&#8221;<br />
Steckt Theorie dann nicht eher in der Sprache, die Wittgenstein nutzt? Welche Rolle spielt der Film selbst bei dieser Art Theorie im Film, außer dass er halt Ton aufzeichnen kann?</p>
<p>&#8220;… und implizit (beispielsweise, in der theatralisch-extravagant-puristischen Gestaltung des Filmraums).&#8221;<br />
Das ist ein interessanter Punkt. Einer meiner früheren Dozenten meinte einmal, dass Film vielleicht in einem anderen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Register_(Linguistik)" title="Wikipedia über Register" rel="nofollow">Register</a> über Wahrheit zu uns spreche als Wissenschaft. Er hat dann mit diversen Mainstream-Filmen gezeigt, wie soziologische Theorien aufgegriffen werden. Theorie und Film behandeln sozusagen den gleichen Sachverhalt. Das heißt nun nicht, dass die Theorie in gleicher Form im Film enthalten wäre, und auch nicht, dass die Theorie &#8220;wahrer&#8221; wäre als der Film. Es sind einfach nur zwei verschiedene Wege, auf die gleiche Frage Antworten zu finden.</p>
<p>Wenn ich darauf einmal deine Hypothese anwende (die ich übrigens sehr interessant finde!): Kann eine explizite Theorie, die uns einen Sachverhalt möglichst eindeutig beschreiben soll, in impliziter Weise in einem Film wiedergegeben werden, ohne ihren Inhalt zu verändern? Oder würde sie nicht zumindest ambivalenter werden? Und wäre diese Ambivalenz nicht genau das, was wir bei einer Theorie nicht wollen, wenn sie uns doch die Wirklichkeit vereinfacht darstellen soll und nicht komplizierter?</p>
<p>&#8220;[Alle anderen Überlegungen (Vergleich Text und Film) fand ich bisher irgendwie blockierend.]&#8221;<br />
Ich ehrlich gesagt auch. Sie waren zwar Ausgangspunkt meiner eigenen Überlegungen, aber ich komme immer wieder zu dem Punkt, dass Film und Text nun mal zwei verschiedene Medien sind und nicht 1:1 verglichen werden können.</p>
<p>Seitdem ich meinen Beitrag geschrieben habe, frage ich mich immer öfter, ob wir die Frage nicht falsch stellen. Wir fragen uns: Kann Film wissenschaftlich und theoriehaltig sein? Aber wie sollen wir auf so eine Frage eine Antwort finden? Film ist ein hochkomplexes Gebilde, bei dem so viele Faktoren hineinspielen, die wir nicht überblicken können.</p>
<p>Ich frage mich deshalb, ob wir die Frage nicht kleinteiliger stellen müssen. Zunächst einmal würde ich vorschlagen, nicht den Film als Ganzes, sondern die eingesetzten Modalitäten zu betrachten. Die Frage wäre dann eher: Lassen sich Theorien visuell darstellen. Und das könnten wir anschließend auf die visuellen Mittel herunterbrechen.</p>
<p>Wenn ich die Farbe (in Anlehnung an Kress/van Leeuwen) als Beispiel nehme, bewegen wir uns auf einem Kontinuum, das von Schwarz-Weiß über eine als &#8220;normal&#8221; empfundene Farbigkeit zu stark übertriebenen Farben mit großen Kontrasten führt. Meine Vermutung ist folgende: &#8220;normale&#8221; Farben werden vom Rezipienten ohne große Gedanken registriert, aber die anderen Enden des Kontinuums werden mit Bedeutung versehen. Schwarz-Weiß könnte als &#8220;Vergangenheit&#8221; interpretiert werden, übertriebene Farben als &#8220;surreal&#8221;/&#8221;extrem&#8221;. Nun könnte es so sein, dass eine Theorie, die in surrealen Farben dargestellt wird, als extreme Vereinfachung wahrgenommen wird, während sie in &#8220;normalen&#8221; Farben als &#8220;Wahrheit&#8221; wahrgenommen werden würde – wir müssten also zu surrealen Farben greifen, da Theorien Vereinfachungen sind. Ein solches Vorgehen hätte in meinen Augen den Vorteil, dass wir sehr genau forschen könnten, wie welche Stilmittel wirken.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Friedemann Ebelt</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-151</link>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 20:25:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-151</guid>
		<description>&lt;strong&gt;@ Björn Rohles&lt;/strong&gt;
Freut mich, dass du den Weg hierher gefunden hast und dir das Plaudern hier gefällt. 
Den Hinweis, dass viele Experimentalfilme sich mit dem beschäftigen, was wir hier schriftlich diskutieren, finde ich großartig. Denn damit ist klar, dass sich Film im Film theoretisch-reflexiv behandeln lässt und seinem &#039;Konkurenten&#039; Text in der Beziehung grundsätzlich nicht nachsteht. Mir fällt dazu &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Film_(Film)&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Film von Samuel Becket&lt;/a&gt; ein (mit Buster Keaton) – ein kluger Film. Auch ohne Begleittexte sind wir in einem Seminar durch Diskutieren auf die wesentlichsten Sachen gekommen. Also funktioniert es ja. 

Wenn du dich mit dem Design von Lernmaterial beschäftigst, ist das doch beispielsweise relevant für Lehr- und Aufklärungsfilme, die auch Wissen vermitteln wollen. Unter Dokumentarfilmen sind die &#039;didaktischen oder belehrenden&#039; umstritten, viele Filmfreunde mögen sie nicht. &lt;strong&gt;Da hat sich ein Widerspruch aufgetan in unserer Textdiskussion.&lt;/strong&gt; Auf der einen Seite fragen wir uns, ob es eine klar nachvollziehbare Filmgrammatik gibt, mit der wir theoriehaltige Filme machen können, auf der anderen Seite würden wir solche Filme als RezipientInnen wahrscheinlich nicht mögen. 

Die Filmanalysen, die du beschreibst sind die formal oder inhaltlich? Ich glaube, solche Analysen gibt es zu dem Film &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ax_Fight&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;The Ax Figh&lt;/a&gt;t. Auf jeden Fall ist das ein ethnologischer Film (was auch immer das sein mag), zu dem es sehr viel Auswertungs- und Erklärungsmaterial gibt. Es gibt zum Beispiel eine CD für den Lehrbetrieb. Hat die jemand?

&lt;strong&gt;Ist Film theorietauglich?&lt;/strong&gt;

Nach dem Genuss von &lt;a href=&quot;http://www.imdb.com/title/tt0108583/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Derek Jarman&#039;s Wittgenstein&lt;/a&gt; (natürlich ist ein Film die Quelle), bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen: Es kann keinen Zweifel mehr geben: in jeden Film, egal wie &#039;künstlerisch&#039; oder &#039;dokumentarisch&#039; er ist, und egal wie viel Bedeutung diese beiden Schubladen für die Fragestellung haben, passt exakt soviel Theorie, wie ich in der Lage bin während des Filmschauen und des Nachdenkens davor und danach in der Lage aufzunehmen. Damit ist es nicht mehr eine Frage der Fähigkeiten des Mediums Film, sondern eine Frage wer einen Film wie macht und wer ihn wie sieht. Dann brauche ich &#039;nur&#039; noch meine Theorie-erkenn-skills und Theorie-in-Film-verwandel-skills schärfen (für beides brauche ich noch fancy Wissenschaftswörter). Fertig ist eine simplifizierende Antwort auf die Frage, wie viel Theorie in Filme passt. 
Und dazu hab ich noch ne Hypothese:
Theorie steckt in zwei Arten im Film: explizit (beispielsweise wenn Jarman seinen Wittgenstein über das berühmte Rhinozeros referieren lässt) und implizit (beispielsweise, in der theatralisch-extravagant-puristischen Gestaltung des Filmraums).
Wenn zuviel &#039;explizite Theorie&#039; in einem Film steckt tendiert er im schlimmsten Fall in Richtung einer bebilderten Vorlesung und wenn zuviel &#039;implizites Theorie&#039; in einem Film steckt, verkleinert sich der Kreis derer, die das Wissen als solches erkennen. Derek Jarman hatte den Dreh raus beides so zu portionieren, dass beide ZuschauerInnen anspricht: die, die gern schlaue Sätze hören und die, die gern an der Frage knobeln wollen: was will der Künstler und damit sagen. Wieder was vom Film gelernt. [Alle anderen Überlegungen (Vergleich Text und Film) fand ich bisher irgendwie blockierend.] 

&lt;strong&gt;Hier audio-visuelle Kompetenzen erwerben!&lt;/strong&gt;

Norman Schräpel hat über das &lt;a href=&quot;http://de-de.facebook.com/pages/Visuelle-Anthropologie/123103657725277&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Gesichtsbuch&lt;/a&gt; die wirklich interessante (aber noch nicht fertige) Seite &lt;a href=&quot;http://www.medien-verstehen.info&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;medien-verstehen&lt;/a&gt;  verlinkt. 

F</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>@ Björn Rohles</strong><br />
Freut mich, dass du den Weg hierher gefunden hast und dir das Plaudern hier gefällt.<br />
Den Hinweis, dass viele Experimentalfilme sich mit dem beschäftigen, was wir hier schriftlich diskutieren, finde ich großartig. Denn damit ist klar, dass sich Film im Film theoretisch-reflexiv behandeln lässt und seinem &#8216;Konkurenten&#8217; Text in der Beziehung grundsätzlich nicht nachsteht. Mir fällt dazu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Film_(Film)" rel="nofollow">Film von Samuel Becket</a> ein (mit Buster Keaton) – ein kluger Film. Auch ohne Begleittexte sind wir in einem Seminar durch Diskutieren auf die wesentlichsten Sachen gekommen. Also funktioniert es ja. </p>
<p>Wenn du dich mit dem Design von Lernmaterial beschäftigst, ist das doch beispielsweise relevant für Lehr- und Aufklärungsfilme, die auch Wissen vermitteln wollen. Unter Dokumentarfilmen sind die &#8216;didaktischen oder belehrenden&#8217; umstritten, viele Filmfreunde mögen sie nicht. <strong>Da hat sich ein Widerspruch aufgetan in unserer Textdiskussion.</strong> Auf der einen Seite fragen wir uns, ob es eine klar nachvollziehbare Filmgrammatik gibt, mit der wir theoriehaltige Filme machen können, auf der anderen Seite würden wir solche Filme als RezipientInnen wahrscheinlich nicht mögen. </p>
<p>Die Filmanalysen, die du beschreibst sind die formal oder inhaltlich? Ich glaube, solche Analysen gibt es zu dem Film <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ax_Fight" rel="nofollow">The Ax Figh</a>t. Auf jeden Fall ist das ein ethnologischer Film (was auch immer das sein mag), zu dem es sehr viel Auswertungs- und Erklärungsmaterial gibt. Es gibt zum Beispiel eine CD für den Lehrbetrieb. Hat die jemand?</p>
<p><strong>Ist Film theorietauglich?</strong></p>
<p>Nach dem Genuss von <a href="http://www.imdb.com/title/tt0108583/" rel="nofollow">Derek Jarman&#8217;s Wittgenstein</a> (natürlich ist ein Film die Quelle), bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen: Es kann keinen Zweifel mehr geben: in jeden Film, egal wie &#8216;künstlerisch&#8217; oder &#8216;dokumentarisch&#8217; er ist, und egal wie viel Bedeutung diese beiden Schubladen für die Fragestellung haben, passt exakt soviel Theorie, wie ich in der Lage bin während des Filmschauen und des Nachdenkens davor und danach in der Lage aufzunehmen. Damit ist es nicht mehr eine Frage der Fähigkeiten des Mediums Film, sondern eine Frage wer einen Film wie macht und wer ihn wie sieht. Dann brauche ich &#8216;nur&#8217; noch meine Theorie-erkenn-skills und Theorie-in-Film-verwandel-skills schärfen (für beides brauche ich noch fancy Wissenschaftswörter). Fertig ist eine simplifizierende Antwort auf die Frage, wie viel Theorie in Filme passt.<br />
Und dazu hab ich noch ne Hypothese:<br />
Theorie steckt in zwei Arten im Film: explizit (beispielsweise wenn Jarman seinen Wittgenstein über das berühmte Rhinozeros referieren lässt) und implizit (beispielsweise, in der theatralisch-extravagant-puristischen Gestaltung des Filmraums).<br />
Wenn zuviel &#8216;explizite Theorie&#8217; in einem Film steckt tendiert er im schlimmsten Fall in Richtung einer bebilderten Vorlesung und wenn zuviel &#8216;implizites Theorie&#8217; in einem Film steckt, verkleinert sich der Kreis derer, die das Wissen als solches erkennen. Derek Jarman hatte den Dreh raus beides so zu portionieren, dass beide ZuschauerInnen anspricht: die, die gern schlaue Sätze hören und die, die gern an der Frage knobeln wollen: was will der Künstler und damit sagen. Wieder was vom Film gelernt. [Alle anderen Überlegungen (Vergleich Text und Film) fand ich bisher irgendwie blockierend.] </p>
<p><strong>Hier audio-visuelle Kompetenzen erwerben!</strong></p>
<p>Norman Schräpel hat über das <a href="http://de-de.facebook.com/pages/Visuelle-Anthropologie/123103657725277" rel="nofollow">Gesichtsbuch</a> die wirklich interessante (aber noch nicht fertige) Seite <a href="http://www.medien-verstehen.info" rel="nofollow">medien-verstehen</a>  verlinkt. </p>
<p>F</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Björn Rohles</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-150</link>
		<dc:creator>Björn Rohles</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 16:34:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-150</guid>
		<description>@ Friedemann:
Danke erst einmal für den freundlichen Hinweis auf die Diskussion hier, die ich sonst wohl niemals gefunden hätte. Ich antworte jetzt einfach mal wahllos auf einige Punkte, die mir auffallen. Bei Bedarf oder wenn die Diskussion sich entsprechend entwickelt beschäftige ich mich gerne in einem eigenen Post genauer damit. Vorweg allerdings der obligatorische Hinweis, dass ich kein Ethnologe, sondern Medienwissenschaftler bin – obwohl ich mit der Ethnologie an einigen Punkten schon Kontakt hatte.

&quot;Beim Rezipieren gehören Filme auf den Seziertisch, dessen Instrumente sich die audio-visuelle Anthropologie entweder bauen, oder klauen muss (aus der Film- und Medienwissenschaft?)&quot;
Das beschreibt im Grunde genommen ziemlich gut, was wir so mit Filmen machen. Die Probleme hast du in deinem Post schon gut erfasst. In der Medienwissenschaft arbeiten wir (nachdem wir uns einen Film mehrmals angeschaut haben) mit diversen Protokollen, die wir je nach Tiefe unserer Analyse entweder rein inhaltlich halten oder – wenn stärker ästhetisch/visuell analysiert werden muss – auf Sequenz- oder gar Einstellungsebene runterbrechen. Da werden natürlich selbst kurze Filme zu seitenlangen Protokollen verdichtet, in denen diverse stilistische und inhaltliche Elemente festgehalten werden. Außerdem arbeiten wir mit Folgen von Stills aus den Filmen, die einen relevanten Sachverhalt gut präsentieren können. Ich nehme an, dass derartige Verfahren für die Ethnologie ebenso sinnvoll sein können.

Ob Filme nun wissenschaftlich sind, finde ich sehr spannend. Zunächst einmal würde ich dazu sagen, dass Filme nicht einfach etwas zeigen, sondern der Sinn vom Rezipienten aktiv konstruiert wird – auf Basis dessen, was er sieht, aber auch seiner kulturellen und individuellen Prägung. Texte werden in der Hinsicht durchaus ähnlich behandelt, und viele wichtige Impulse für die Medienwissenschaft stammen daher auch aus der Literaturwissenschaft.

&quot;Der Druck, der auf audio-visueller Anthropologie lastet, rüht auch daher, dass audio-visuelle Rezeptionskompetenzen gegenüber einer ausgereiften wissenschaftlichen Schriftkultur schlicht aufgeholt werden müssen: sprachliche Stilfiguren sind Schulstoff, Paralellmontagen nicht.&quot;
Das denke ich auch. In der Literatur zur Multimodalität, von der wichtige Impulse in diesem Bereich ausgehen, spricht man oft von einer Forderung nach einer &quot;visual literacy&quot;, die man zur Beschäftigung mit Film entwickeln müsse. Ich denke, durch unsere lange Konzentration auf Text haben wir sehr gute Mittel entwickelt, Text zu analysieren und damit umzugehen. Für Film fehlt ein derartiges Wissen weitgehend, es fällt schon schwer festzumachen, wie eine bestimmte Interpretation überhaupt entsteht. 
Ein Beispiel aus der Ethnologie: Nehmen wir einmal an, ich möchte jemanden aus einer bestimmten kulturellen Gruppe zeigen, der Einfachheit halber nehmen wir mal eine Französin. In einem Text könnte ich einfach schreiben &quot;eine Französin&quot;. Wenn ich die Französin jedoch im Bild zeige, spielen automatisch weitere Faktoren eine Rolle. Das Licht, der Kamerablickwinkel, die Montage werden bestimmte Interpretationen nahelegen und andere unwahrscheinlich machen. Doch auch, wenn ich da auf &quot;Neutralität&quot; achte (wie es dokumentarische Fotografen versuchen), wird mir das Bild eine Vielzahl von Aspekten zeigen, die potentiell sinntragend sein können. Ein Rezipient fragt sich: &quot;Ist ihre Kleidung nun typisch für Französinnen? Gibt es überhaupt so etwas wie typische Kleidung für Französinnen? Wenn sie nun typisch ist, oder es eben nicht ist, welche Rolle spielt das dann in diesem Film? Oder ist ihre Kleidung für diesen Zusammenhang sogar vollkommen irrelevant?&quot;
Grundfrage ist also: Wie kommt der Sinn aus den Bildern in die Köpfe der Rezipienten?
Wir stehen allenfalls am Anfang, auf diese Frage Antworten geben zu können. In meiner Magisterarbeit versuche ich beispielsweise in einem ganz kleinen Rahmen herauszufinden, inwieweit die mediale Gestaltung von (multimodalem) Lernmaterial bestimmte Deutungen nahelegt und andere nicht, und mit welchen Verfahren wir überhaupt Erkenntnisse darüber bekommen können. Vielversprechend finde ich in dem Zusammenhang, Verfahren aus der Rezeptionsforschung anzuwenden. Theoretisch geht das stark in Richtung der Multimodalität (Kress/van Leuwen, Holsanova). Und sogar da gibt es hitzige Diskussionen darüber, ob man visuelle Gestaltungselemente in einer Art &quot;visueller Grammatik&quot; organisieren kann (nach der Idee: Filmen von unten bedeutet Erhabenheit der Person, und zwar immer und überall), oder ob man nicht sehr viel differenzierter und einzelfallbezogener analysieren muss.

@ Sabine
&quot;Ist Filmsprache zu kontingent, ambivalent, offen? Oder gibt es mangelnde Rezipienten-Kompetenz?&quot;
Schwierige Frage. Meine Vermutung ist, dass beides zutrifft. Ich denke, dass eines der großen Ziele vieler Experimentalfilme der Aufbau einer Rezipienten-Kompetenz ist – deshalb spielen und hinterfragen sie Sehgewohnheiten. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass Filmsprache grundsätzlich ambivalenter ist als Textsprache.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Friedemann:<br />
Danke erst einmal für den freundlichen Hinweis auf die Diskussion hier, die ich sonst wohl niemals gefunden hätte. Ich antworte jetzt einfach mal wahllos auf einige Punkte, die mir auffallen. Bei Bedarf oder wenn die Diskussion sich entsprechend entwickelt beschäftige ich mich gerne in einem eigenen Post genauer damit. Vorweg allerdings der obligatorische Hinweis, dass ich kein Ethnologe, sondern Medienwissenschaftler bin – obwohl ich mit der Ethnologie an einigen Punkten schon Kontakt hatte.</p>
<p>&#8220;Beim Rezipieren gehören Filme auf den Seziertisch, dessen Instrumente sich die audio-visuelle Anthropologie entweder bauen, oder klauen muss (aus der Film- und Medienwissenschaft?)&#8221;<br />
Das beschreibt im Grunde genommen ziemlich gut, was wir so mit Filmen machen. Die Probleme hast du in deinem Post schon gut erfasst. In der Medienwissenschaft arbeiten wir (nachdem wir uns einen Film mehrmals angeschaut haben) mit diversen Protokollen, die wir je nach Tiefe unserer Analyse entweder rein inhaltlich halten oder – wenn stärker ästhetisch/visuell analysiert werden muss – auf Sequenz- oder gar Einstellungsebene runterbrechen. Da werden natürlich selbst kurze Filme zu seitenlangen Protokollen verdichtet, in denen diverse stilistische und inhaltliche Elemente festgehalten werden. Außerdem arbeiten wir mit Folgen von Stills aus den Filmen, die einen relevanten Sachverhalt gut präsentieren können. Ich nehme an, dass derartige Verfahren für die Ethnologie ebenso sinnvoll sein können.</p>
<p>Ob Filme nun wissenschaftlich sind, finde ich sehr spannend. Zunächst einmal würde ich dazu sagen, dass Filme nicht einfach etwas zeigen, sondern der Sinn vom Rezipienten aktiv konstruiert wird – auf Basis dessen, was er sieht, aber auch seiner kulturellen und individuellen Prägung. Texte werden in der Hinsicht durchaus ähnlich behandelt, und viele wichtige Impulse für die Medienwissenschaft stammen daher auch aus der Literaturwissenschaft.</p>
<p>&#8220;Der Druck, der auf audio-visueller Anthropologie lastet, rüht auch daher, dass audio-visuelle Rezeptionskompetenzen gegenüber einer ausgereiften wissenschaftlichen Schriftkultur schlicht aufgeholt werden müssen: sprachliche Stilfiguren sind Schulstoff, Paralellmontagen nicht.&#8221;<br />
Das denke ich auch. In der Literatur zur Multimodalität, von der wichtige Impulse in diesem Bereich ausgehen, spricht man oft von einer Forderung nach einer &#8220;visual literacy&#8221;, die man zur Beschäftigung mit Film entwickeln müsse. Ich denke, durch unsere lange Konzentration auf Text haben wir sehr gute Mittel entwickelt, Text zu analysieren und damit umzugehen. Für Film fehlt ein derartiges Wissen weitgehend, es fällt schon schwer festzumachen, wie eine bestimmte Interpretation überhaupt entsteht.<br />
Ein Beispiel aus der Ethnologie: Nehmen wir einmal an, ich möchte jemanden aus einer bestimmten kulturellen Gruppe zeigen, der Einfachheit halber nehmen wir mal eine Französin. In einem Text könnte ich einfach schreiben &#8220;eine Französin&#8221;. Wenn ich die Französin jedoch im Bild zeige, spielen automatisch weitere Faktoren eine Rolle. Das Licht, der Kamerablickwinkel, die Montage werden bestimmte Interpretationen nahelegen und andere unwahrscheinlich machen. Doch auch, wenn ich da auf &#8220;Neutralität&#8221; achte (wie es dokumentarische Fotografen versuchen), wird mir das Bild eine Vielzahl von Aspekten zeigen, die potentiell sinntragend sein können. Ein Rezipient fragt sich: &#8220;Ist ihre Kleidung nun typisch für Französinnen? Gibt es überhaupt so etwas wie typische Kleidung für Französinnen? Wenn sie nun typisch ist, oder es eben nicht ist, welche Rolle spielt das dann in diesem Film? Oder ist ihre Kleidung für diesen Zusammenhang sogar vollkommen irrelevant?&#8221;<br />
Grundfrage ist also: Wie kommt der Sinn aus den Bildern in die Köpfe der Rezipienten?<br />
Wir stehen allenfalls am Anfang, auf diese Frage Antworten geben zu können. In meiner Magisterarbeit versuche ich beispielsweise in einem ganz kleinen Rahmen herauszufinden, inwieweit die mediale Gestaltung von (multimodalem) Lernmaterial bestimmte Deutungen nahelegt und andere nicht, und mit welchen Verfahren wir überhaupt Erkenntnisse darüber bekommen können. Vielversprechend finde ich in dem Zusammenhang, Verfahren aus der Rezeptionsforschung anzuwenden. Theoretisch geht das stark in Richtung der Multimodalität (Kress/van Leuwen, Holsanova). Und sogar da gibt es hitzige Diskussionen darüber, ob man visuelle Gestaltungselemente in einer Art &#8220;visueller Grammatik&#8221; organisieren kann (nach der Idee: Filmen von unten bedeutet Erhabenheit der Person, und zwar immer und überall), oder ob man nicht sehr viel differenzierter und einzelfallbezogener analysieren muss.</p>
<p>@ Sabine<br />
&#8220;Ist Filmsprache zu kontingent, ambivalent, offen? Oder gibt es mangelnde Rezipienten-Kompetenz?&#8221;<br />
Schwierige Frage. Meine Vermutung ist, dass beides zutrifft. Ich denke, dass eines der großen Ziele vieler Experimentalfilme der Aufbau einer Rezipienten-Kompetenz ist – deshalb spielen und hinterfragen sie Sehgewohnheiten. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass Filmsprache grundsätzlich ambivalenter ist als Textsprache.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Friedemann Ebelt</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-149</link>
		<dc:creator>Friedemann Ebelt</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 17:39:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-149</guid>
		<description>Ahoj, ich habe mich etwas im Netz umgeschaut und einen spannenden Bruder-im-Geiste-Post von Björn Rohles gefunden, in dem es genau um die &lt;em&gt;Text-Bild/Film Fragen&lt;/em&gt; (medien- und kommunikationswissenschaftliche Unterscheidungsmerkmale etc.) geht. (Sehr vorbildlich mit Literaturangaben! ) Witzig das Wort &#039;vor-bildlich&#039; in dem Zusammenhang....
/ /  &lt;a href=&quot;http://jorni.de/2008/12/05/gibt-es-einen-wissenschaftlichen-film/#more-583&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Gibt es einen wissenschaftlichen Film?&lt;/a&gt; / / Björn Rohles / / </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ahoj, ich habe mich etwas im Netz umgeschaut und einen spannenden Bruder-im-Geiste-Post von Björn Rohles gefunden, in dem es genau um die <em>Text-Bild/Film Fragen</em> (medien- und kommunikationswissenschaftliche Unterscheidungsmerkmale etc.) geht. (Sehr vorbildlich mit Literaturangaben! ) Witzig das Wort &#8216;vor-bildlich&#8217; in dem Zusammenhang&#8230;.<br />
/ /  <a href="http://jorni.de/2008/12/05/gibt-es-einen-wissenschaftlichen-film/#more-583" rel="nofollow">Gibt es einen wissenschaftlichen Film?</a> / / Björn Rohles / /</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sabine Netz</title>
		<link>http://www.wildes-denken.de/2010/07/lasst-das-licht-an-gedanken-zu-ethnologie-und-film/comment-page-1/#comment-148</link>
		<dc:creator>Sabine Netz</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 09:34:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wildes-denken.de/?p=399#comment-148</guid>
		<description>@ Jasmin: Und ein Text, der aus dem großen Topf der Schriftsprache und dem entsprechenden Kontext, in dem er entsteht, seine Mittel und Worte schöpft, also selektiert, ist nicht subjektiv?
Film bedient sich filmischer Zeichen, Syntaktik, Metaphern und Mittel wie &quot;Parralelmontage&quot; oder &quot;Split Screen&quot; oder einer bestimmten Kameraeinstellung. Er stellt mit Filmsprache seine These auf. 
Das Problem ist nur, dass diese Argumentation in Filmsprache eben, auf der Ebene des Rezipienten, verstanden werden muss...

Da ist wohl die Problematik:
Ist Filmsprache zu kontingent, ambivalent, offen? Oder gibt es mangelnde Rezipienten-Kompetenz?

Ist es nicht auch in der sozialwissenschaftlichen Schrift-Wissenschaft so, dass für einen zu beschreibenden bestimmten Sachverhalt ein terminus technicus gefunden wird? Dass am Anfang eines Textes Sachverhalte erstmal definiert werden müssen, damit die Leser konkret wissen, was die AutorInnen beispielsweise mit einem Wort meinen? Außerdem gibt es ein paar Leitlinien für den Aufbau wissenschaftlicher Texte..
Ist solch eine Ausarbeitung mit Film möglich? Ist es möglich, ein konkretere Filmsprache zu entwickeln?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Jasmin: Und ein Text, der aus dem großen Topf der Schriftsprache und dem entsprechenden Kontext, in dem er entsteht, seine Mittel und Worte schöpft, also selektiert, ist nicht subjektiv?<br />
Film bedient sich filmischer Zeichen, Syntaktik, Metaphern und Mittel wie &#8220;Parralelmontage&#8221; oder &#8220;Split Screen&#8221; oder einer bestimmten Kameraeinstellung. Er stellt mit Filmsprache seine These auf.<br />
Das Problem ist nur, dass diese Argumentation in Filmsprache eben, auf der Ebene des Rezipienten, verstanden werden muss&#8230;</p>
<p>Da ist wohl die Problematik:<br />
Ist Filmsprache zu kontingent, ambivalent, offen? Oder gibt es mangelnde Rezipienten-Kompetenz?</p>
<p>Ist es nicht auch in der sozialwissenschaftlichen Schrift-Wissenschaft so, dass für einen zu beschreibenden bestimmten Sachverhalt ein terminus technicus gefunden wird? Dass am Anfang eines Textes Sachverhalte erstmal definiert werden müssen, damit die Leser konkret wissen, was die AutorInnen beispielsweise mit einem Wort meinen? Außerdem gibt es ein paar Leitlinien für den Aufbau wissenschaftlicher Texte..<br />
Ist solch eine Ausarbeitung mit Film möglich? Ist es möglich, ein konkretere Filmsprache zu entwickeln?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

